{"id":1596,"date":"2013-08-21T00:48:00","date_gmt":"2013-08-20T22:48:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.abenteuersuechtig.de\/?p=1596"},"modified":"2017-02-08T13:45:31","modified_gmt":"2017-02-08T12:45:31","slug":"ein-klassiker-der-ostalpen-der-jubilaeumsgrat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abenteuersuechtig.de\/index.php\/ein-klassiker-der-ostalpen-der-jubilaeumsgrat\/","title":{"rendered":"Ein Klassiker der Ostalpen &#8211; der Jubil\u00e4umsgrat"},"content":{"rendered":"<h2>Der Jubil\u00e4umsgrat &#8211; ein Traum wird wahr!<\/h2>\n<p>Ein zehnj\u00e4hriger Junge steht in Garmisch in der Fussg\u00e4ngerzone. Sein Opa erz\u00e4hlt ihm wunderbare Geschichten \u00fcber alpine Abenteuer und wagemutige Bergsteiger. In der Hand h\u00e4lt der junge ein Eis, Vanille und Erdbeere, welches durch die Sonne immer weicher wird. Der Junge hat weniger Augen f\u00fcr sein Eis als f\u00fcr die spannenden Geschichten seines Opas. Gerade erz\u00e4hlt er ihm \u00fcber den tollk\u00fchnen und sch\u00f6nen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jubil%C3%A4umsgrat\" target=\"_blank\">Jubil\u00e4umsgrat<\/a> zwischen <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zugspitze\" target=\"_blank\">Zugspitze<\/a> und <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alpspitze\" target=\"_blank\">Alpspitze<\/a> &#8211; den Jubil\u00e4umsgrat. Der Junge denkt sich, wie toll das w\u00e4re, wenn er auch einmal ein guter Bergsteiger und Kletterer werden w\u00fcrde, aber wahrscheinlich w\u00fcrde er diesen Grat niemals gehen. Das Eis tropft auf meinen Schuh, der kleine Junge war ich vor rund 20 Jahren. Damals ging es f\u00fcr mich mit meinen Eltern erstmals \u00fcber das sch\u00f6ne Reintal auf die Zugspitze. Seinerzeit ein sehr langer und mit zwei H\u00fctten\u00fcbernachtungen sch\u00f6ner Marsch f\u00fcr mich. 2009 war ich dann abermals zu Fu\u00df \u00fcber das <a href=\"https:\/\/www.abenteuersuechtig.de\/index.php\/deutschlands-hochster-berg-zugspitze-uber-das-hollental\/\">H\u00f6llental <\/a>auf der Zugspitze und sp\u00e4hte verschmitzt auf den Jubil\u00e4umsgrat, welcher damals auch noch etwas \u00fcber meinem insbesondere psychischen K\u00f6nnen lag.<\/p>\n<h2>23.07.2013<\/h2>\n<p>An diesem Tag konnte ich mir dann einen Kindheitstraum erf\u00fcllen. Es ging nur nicht am Vortag direkt <a title=\"Durch\u2019s H\u00f6llental auf die Zugspitze\" href=\"https:\/\/www.abenteuersuechtig.de\/index.php\/durchs-hollental-auf-die-zugspitze\/\" target=\"_blank\">von Hammersbach \u00fcber das H\u00f6llental auf die Zugspitze<\/a> (was ich 2009 nicht gemacht habe), sondern am Folgetag bogen wir auch bei perfekten Wetterbedingungen links auf den Jubil\u00e4umsgrat ab. Der Grat ist zuerst noch ein sehr ausgesetzter Wanderweg, der allerdings sehr schnell zu einer eher alpinen Klettertour im II. UIAA-Grad wird und dies nahezu ohne jegliche Sicherung und Sicherungsm\u00f6glichkeit. Eine stabile Psyche, absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit muss also vorausgesetzt werden. Au\u00dferdem sollte der Grat nur bei stabilen Wetterbedingungen gemacht werden, da man sonst schnell unfreiwillig Blitzableiter spielen kann.<\/p>\n<p>F\u00fcr Dennis und mich startete der Tag um 04:45 Uhr mit einem sp\u00e4rlichen Fr\u00fchst\u00fcck. Wie sooft bei meinen Touren musste ich mich zwingend die paar Bissen M\u00fcsli mit einer lauwarmen Portion Tee oder Kaffee herunterzusp\u00fclen. Ich kriege aufgrund der Uhrzeit und auch der Anspannung vor den gro\u00dfen Touren einfach nie viel in meinen Magen. \ud83d\ude09 Dennis hingegen hatte regen Appetit. Um 5:30 Uhr waren wir dann fertig und begaben uns mit Klettersteigset, Rucks\u00e4cken und f\u00fcr den Notfall einem Seil bewaffnet in Richtung Zugspitzgipfel, welchen man vom M\u00fcnchner Haus kommend quasi noch \u00fcberschreiten muss, um auf den Jubil\u00e4umsgrat zu gelangen. Dabei erlebten wir einen tollen Sonnenaufgang mit wundervollen Eindr\u00fccken von der Zugspitze ohne Touristenscharen, eine absolute Seltenheit.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_0_placeholderngg_shortcode_1_placeholder<\/p>\n<p>Das Klettersteigset ist am Einstieg bereits angelegt, doch bis es zum Einsatz kommt sollten wir erst einmal etliche Stellen in freier Kletterei und schwindelerregender H\u00f6he meistern.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_2_placeholderngg_shortcode_3_placeholder<\/p>\n<p>Langsam und stetig liefen wir mal aufrecht, mal auf allen Vieren und kletterten die Gratschneide mal links, mal rechts liegend \u00fcber die Felsen zur ersten Schl\u00fcsselstelle, der glatten Rinne. Dies ist eine 3- (UIAA). Dennis sicherte mich zur Sicherheit nach unten und seilte dann ab.<\/p>\nngg_shortcode_4_placeholder\n<p>Schlie\u00dflich ging es in wundersch\u00f6ner freier Gratkletterei dann in vier Stunden weiter bis zum Grath\u00fcttl, der Biwakschachtel nach der Inneren H\u00f6llentalspitze. Die Verh\u00e4ltnisse waren bis hierhin super und der Fels immer trocken sowie alle Schneereste nahezu weggetaut.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_5_placeholderngg_shortcode_6_placeholder<\/p>\n<p>Der Weg ist nicht immer bestens markiert und wird in Nebel sicher schnell heikel, da das Wetter aber top war, fanden wir eigentlich immer recht schnell die klare Linie. Nur an einer Stelle verstiegen wir uns und mussten etwas heikel im unteren vierer Gel\u00e4nde wieder queren.<\/p>\nngg_shortcode_7_placeholder\n<p>Am Grath\u00fcttl stellten wir fest, dass wir gut in der Zeit lagen und erlaubten uns eine etwas l\u00e4ngere Pause mit einer tollen Aussicht auf die umliegenden Gipfel des Wettersteingebirges. Wir dachten, nun wird es ja etwas leichter und es gibt ab jetzt ein paar mehr Drahtseilversicherungen. Schlie\u00dflich sind wir bis hier unter h\u00f6chster Konzentration alles frei gegangen. Doch der Weg vom Grath\u00fcttl zum Einstieg der Vollkarspitze, der zweiten Schl\u00fcsselstelle, zieht sich dann doch sehr.<\/p>\nngg_shortcode_8_placeholder\n<p>Ob dies nun an unseren schwindenden Kr\u00e4ften aufgrund der Anstrengungen der letzten zwei Tage lag oder einfach an den unz\u00e4hligen Gratt\u00fcrmchen die man immer wieder \u00fcber- oder umklettern muss und vor jedem denkt &#8222;Jetzt hab ich`s aber geschafft, der n\u00e4chste ist die Alpsitze.&#8220;, werden wir wohl erst bei einer erneuten Begehung rausfinden k\u00f6nnen. \ud83d\ude09 Auch hielten sich die versicherten Stellen weiterhin in Grenzen. Als Entsch\u00e4digung wird man allerdings immer wieder mit tollen Aussichten und Tiefblicken belohnt!<\/p>\n<p>ngg_shortcode_9_placeholderngg_shortcode_10_placeholderngg_shortcode_11_placeholder<\/p>\n<p>Die Volkarspitze selbst ist seit einem Bergsturz vor einigen Jahren wesentlich schwieriger und mittlerweile ein Klettersteigst\u00fcck der Schwierigkeit D.<\/p>\nngg_shortcode_12_placeholder\n<p>Aber auch dieses meisterten wir z\u00fcgig und konnten danach dann um den Hochblasen herum in die Grieskarscharte absteigen. Hier mussten wir auch das einzige Schneefeld der Tour queren. Der Weg von der Grieskarscharte zur Alpspitze zieht sich dann gef\u00fchlt von den knapp 7km die man mittlerweile in den Knochen hat nochmal etwas. Dennoch standen wir nach gut 8 Stunden gegen 13:50 Uhr auf dem Gipfel der Alpspitze.<\/p>\nngg_shortcode_13_placeholder\n<p>Nachdem wir noch genug Zeit hatten, die Bahn vom Osterfelderkopf nach Garmisch zu erreichen, g\u00f6nnten wir uns eine ausgiebige Pause auf dem Gipfel, genossen die Gespr\u00e4che mit anderen und a\u00dfen eine Kleinigkeit. Unsere Trinkvorr\u00e4te waren zu diesem Zeitpunkt bereits aufgebraucht, da man auf dem ganzen Jubil\u00e4umsgrat kein Wasser findet und so trieb uns dann eher der Wille und die Lust auf eine gro\u00dfe Radlerma\u00df z\u00fcgig \u00fcber die Alpspitz-Ferrata, einen sehr leichten Einsteigerklettersteig, in einer guten Stunde die letzten 700 H\u00f6henmeter runter zum Osterfelderkopf. Dort entspannten wir dann unsere m\u00fcden Knochen endg\u00fcltig, l\u00f6schten unseren Durst mit einer Radlerma\u00df und stie\u00dfen auf die tolle und anstrengende Tour an. Anschlie\u00dfend ging es dann f\u00fcr teure 17 Euro pro Person mit der Bahn hinunter nach Garmisch. Arm dran ist derjenige, der hier die letzte Bahn um 17:30 Uhr verpasst und dann auch noch diese 1200 H\u00f6henmeter absteigen muss. Dann wird die Tour schnell zur Mammutaufgabe und Qual. Im Tal nahm uns dankeswerterweise ein \u00e4lterer Wanderer mit seinem Auto mit nach Hammersbach, wo wir schnell zusammenpackten und uns dann f\u00fcr eine hei\u00dfe Dusche in eine Pension in Partenkirchen begaben.<\/p>\n<p>Mit der Tour erf\u00fcllte sich f\u00fcr mich ein lang ersehnter Traum und unsere Tourenliste ist um einen weiteren Klassiker der Ostalpen reicher. Die Tour selber ist sicher f\u00fcr jeden alpinen Bergsteiger ein wahrer Genuss, wenn denn das Wetter stabil ist und die Kondition und mentale Belastbarkeit vorhanden sind, da man \u00fcber weite Strecken frei klettern muss und kaum Sicherungsm\u00f6glichkeiten hat. An manchen Stellen ist der Grat kaum 50cm breit und es geht auf beiden Seiten mehrere 100 Meter runter. Ein Sturz h\u00e4tte hier fatale Folgen! Die L\u00e4nge von rund 8km und ettliche H\u00f6henmetern&nbsp; (ca. 800hm) bringen den ein oder anderen sicher ins Schwitzen. Ein Notabstieg ist nur sehr schwer m\u00f6glich, einzig die Grath\u00fctte bietet etwas Schutz. Wenn aber alles stimmt wie bei uns, dann ist der Jubil\u00e4umsgrat eine wundervolle noch recht einsame hochalpine Bergtour mit herrlichen Aussichten und sch\u00f6nen alpinen Herausforderungen, die ich jedem nur empfehlen kann!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><span class=\"excerpt-hellip\"> [\u2026]<\/span><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":1670,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[6,3],"tags":[334,327,331,333,332,329,676,330,666],"class_list":["post-1596","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-berge","category-klettern-bouldern","tag-alpspitz-ferrata","tag-alpspitze","tag-gipfelgrat","tag-grieskarscharte","tag-innere-hoellentalspitze","tag-jubigrat","tag-jubilaeumsgrat","tag-volkarspitze","tag-zugspitze"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.abenteuersuechtig.de\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/DSC06805.jpg","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p6K39A-pK","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.abenteuersuechtig.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1596","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.abenteuersuechtig.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.abenteuersuechtig.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abenteuersuechtig.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abenteuersuechtig.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1596"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.abenteuersuechtig.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1596\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9408,"href":"https:\/\/www.abenteuersuechtig.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1596\/revisions\/9408"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abenteuersuechtig.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1670"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.abenteuersuechtig.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1596"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abenteuersuechtig.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1596"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abenteuersuechtig.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1596"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}