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Beijing: Tradition, Kultur, Kommunismus – das echte China

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Unser Nachtzug nach Peking ging erst um 21:45 Uhr. Damit hatten wir noch den ganzen Tag um Shaghai unsicher zu machen, zu packen, zum Schneidern zu gehen….es gab also viel zu tun. Gestärkt mit einem süßen Frühstück (danke an das tolle Cafe 99 vor Inas Haustür…die Bedingung war aber auch echt süß 😉 ) ging es erst einmal auf zum Schneider . Ein Maßanzug war unser Ziel. Einig Zeit später wurden wir auch im Schneidermarkt – hier preisen ca.200 Schneider ihre Sachen an – bei der Nummer 387 fündig. Maß wurde genommen und auf ging es zum Bund und unserer einstündigen Bootstour. Bei Oldies und Wasser schipperten wir dann auch gemütlich an der Skyline Shanghais vorbei und ich werde wohl auf immer und ewig Frank Sinatra mit dieser Fahrt verbinden…. Auf dem Heimweg beschlossen wir noch einen Abstecher auf den Yu Bazar und dem dazugehörigen Garten zu machen. Der Bazar war ein Meisterwerk chinesischer Kunst und der Garten inklusive dem dortigen Tempel, ein Ruhepunkt. Es waren zwei Gegensätze die sich meisterlich anzogen – ganz wie Ying und Yang. Die berühmte ZickZack-Brücke dort (um böse Geister zu vertreiben) war so voll wie ein Applestore am Releasetag des Iphones und somit gab es für uns nur einen kurzen Zwischentop dort. Angekommen bei Ina wurde schnell gepackt und mit leichter Verspätung (wir mussten ja unsere hungrigen Mäuler noch stopfen) ging es Richtung Bahnhof und in den super bequemen Nachtzug nach Peking.

Um Punkt 8 Uhr morgens kommen wir leicht erschöpft (warum kann man eigentlich mit Norwegern immer so gut feiern…) an und stehen gleich einmal mit 2 Rucksäcken und einem riesigen Koffer im größten Verkehrschaos, dass Peking in den letzten 40 Jahren erlebt hat. Die Taxiwarteschlange am Bahnhof erstreckte sich gefühlt bis nach Shanghai zurück und die U-Bahn Richtung Innenstadt war auch nicht minder frequentiert. Dank einer genialen, strategisch intelligenten Idee von Markus konnten wir allerdings diese Matrix durchschauen und kamen dann doch recht zügig nach gut einer Stunde am Hostel an. Da unsere Zimmer noch nicht frei waren, gabs erstmal Frühstück mit Lonley Planet und Kaffee. Gegen Nachmittag fuhren wir dann in den Lamatempel und den Konfuziustempel, welche beide in der Nähe von unserem Hostel lagen. Beide Tempel waren sehr schön und wenig besucht. Vor allem das umliegende Tempelviertel mit all seinen Räucherstäbchenläden und spirituellen Shops hat mir sehr gut gefallen. Essen gab es nach einer kleinen abendlichen Tour dann im Ajisen im Oriental Plaza. Gegen 23 Uhr stieß auch wieder Ina zu uns und mit ihren Eltern sowie deren Bekannten war unsere Reisegruppe für die nächsten Tage komplett. Wir quatschten dann noch bis mitten in die Nacht und betten dann müde unsere Häupter.
Der nächste Tag startete gemütlich und Ina führte uns alle auf einen richtig schönen Antiquitäten und Künstlermarkt. Hier erstanden wir auch gleich ein paar Sachen und konnten beide unsere Dekoration für zuhause aufbessern.

Nach ausgiebigem Bummel ging es zu einem guten Lunch bevor wir gepackt vom Shoppingfieber zu zweit auf den Yunan Market fuhren und dort shopten bis der Geldbeutel glühte. Um 21 Uhr ging es gemeinsam mit dem neu erstandenen Koffer zurück ins Hostel. Der nächste Tag war dem Powersightseeing gewidmet und so liefen diesmal bei uns nicht die Geldbeutel heiß sondern eher die Sohlen. Angefangen hat alles mit einem Walk auf dem Tianamen Platz (auch bekannt unter dem Platz des Himmlischen Friedens). Weiter ging es in die Verbotene Stadt, die für mich zu einem der tollsten und imposantesten Sachen gehört, die ich bisher sehen durfte. Hier verbrachten wir auch die nächsten vier Stunden. Anschließend zeigte uns Ina ihre Lieblingshutongs. Hutongs nennt man in Peking die kleinen, einfachen Wohnviertel. Hier gab es viel zu sehen und vor allem sehr leckere Mooncakes zu essen. Der Sightseeing Tag endete mit einem Sparziergang durch den Beihai-Park und einem Besteigen der dortigen Pagode. Am Abend ging es nach einer Dusche in ein bildschönes Barviertel was uns Ina zeigte. Hier wurde auch gleich eine Runde Federfußball mit einem chinesischen Mädchen gespielt, bevor es einen Nachtisch gab und am Ende einen Mojito in einer Bar nahmens Drum & Bells. Diese war wirklich traumhaft schön zwischen dem Trommel- und dem Gockenturm gelegen. Absolut untoursitsisch und einsam…danke Ina für diesen Geheimtipp! Angeblich soll hier allerdings sogar schon Johannes B. Kerner gewesen sein. 😉

Der nächste Tag war von Regen geprägt und wir bummelten gemeinsam durch den Park am Himmelstempel und beobachteten die Chinesen beim Sporttreiben. Danach ging es daran die riesige Tempelanlage zu besichtigen und dabei möglichst den kurzen Regenschauern auszuweichen. Der Himmelstempel ist eine wahnsinnig beeindruckende Tempelanlage die der Kaiser errichten ließ um für eine gute Ernte zu beten. An Marmor wurde hier – ebenso wie in der verbotenen Stadt – nicht gespart. Eine besondere Sache hier ist die Echomauer welche Markus und ich gleich austesten mussten – sie funktioniert und das über eine Strecke von gut 200 Metern…Wahnsinn!

Nach einem kurzen Lunch in der großen Gruppe, beschlossen Markus und ich, dass wir noch nicht genug vom Sightseeing haben bzw. ich beschloss Markus folgte 😉 Sorry!
Unser nächstes Ziel war der Sommerpalast ca. 15 km außerhalb von Peking. Hierzu legten wir eine Subway-Odysee durch ganz Peking zurück und kamen dann nach ca. 1 Stunde am Sommerpalast an….

Der Weg hat sich gelohnt. Der Sommerpalast liegt traumhaft schön in eine Berglandschaft eingebettet an einem großen See. Natürlich wurde auch dieser von den Kaisern künstlich ausgehoben…man bedenke einmal wie viel Menschenleben dies neben der Verbotenen Stadt oder dem Bau der Mauer gekostet haben mag…Dennoch die Aussicht sowie der Spaziergang an der alten Anlage mit ihren Bootshäusern, Hallen und sogar einer 3-Mast-Dschunke aus Marmor vorbei, ist sicher eines der faszinierendsten Erlebnisse für mich in China gewesen. Ein Grund dafür könnte auch sein, dass wir die Anlage nahezu für uns alleine hatten.

Auf dem Rückweg zum Hostel machten wir noch schnell einen Zwischenstopp am Birds Nest (Olympiastadium) und dem nachts beeindruckend blau erleuchteten Aquaristic Center Pünktlich zum Hot-Pot-Essen waren wir wieder im Peking Yard Hostel und genossen einen tollen, feuchtfröhlichen Abend in einem chinesischen Restaurant.
Am Dienstag waren wir beide etwas von den letzten beiden Tagen ermüdet… wir ließen es daher etwas ruhiger angehen…schließlich haben wir ja auch Urlaub. 🙂 Wir statten daher nur Herrn Mao Tse Tung einen Besuch in seinem Mausoleum ab und begaben uns dann aufgrund des starken Regens noch einmal auf den Seidenmarkt zum shoppen und feilschen…

Der krönende Abschluss des Tages und unseres Pekingaufenthaltes war dann das Pekingenteessen in Beijings bestem Restaurant– dem Dadong Peking Duck Restaurant. Die Ente war ein echtes Erlebnis und ein kulinarischer Orgasmus. Ich kann es jedem nur empfehlen einmal auszuprobieren!

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Flo
Flo

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