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Tandem-Fallschirmsprung über der Pfalz

Im freien Fall geht's dem Boden entgegen

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Ich komme gerade direkt von meinem Tandem-Fallschirmsprung. Die Gedanken und Gefühle sind noch ganz frisch. Ich sitze noch im Zug auf dem Weg zurück nach Mainz und blogge heute mal mobil.

Was war passiert?

Meine beste Freundin Janine bekam von ihrem Freund zum Geburtstag einen Tandem-Fallschirmsprung geschenkt. Und beide waren sich einig: ich sollte mit von der Partie sein

Heute sollte es also soweit sein…

Da Janine eh zu Besuch in Mainz war, gingen wir gestern Abend feiern. Frühstückt gab’s heute gemeinsam in ihrer ehemaligen WG. Danach setzten wir uns in den Zug nach Mannheim, um uns mit Stephan zu treffen und die Fahrt Richtung Landau anzutreten.

Willkommen bei der FSC Süd-Pfalz

In Schweighofen angekommen warteten wir erst mal auf Klaus, unseren Tandem-Master. Nachdem er  seine anderen Sprünge hinter sich gebracht hatte kam er rüber und wir bekamen unsere Einweisung.

Eigentlich waren Wolken und teils sogar Regen mit Gewitter gemeldet. In bester Hoffnung waren wir trotzdem nach Schweighofen gekommen. Nun hatten wir einen tollen, klaren und blauen Himmel bei rund 24°C. Ideale Bedingungen also für Janines und meinen ersten Sprung, denn für Stephan war es bereits der dritte.

Schon ging es also mit der Einweisung. Was ist zu tun? Worauf müssen wir wann achten? Alles sehr einfach und in wenigen Minuten erklärt. Dann war es auch schon an der Zeit, uns in unsere Montur zu schmeißen. Es gab für alle Overalls, “Helme“ und Brillen.

Bevor es los ging war glücklicherweise noch Zeit für ein Gruppenfoto. Im Anschluss ging es schnurstracks zum Flugzeug, das ununterbrochen Fallschirmspringer in die Luft brachte.

Auf in die Lüfte

In der Kabine der Propellermaschine wurde es schnell kuschelig eng. Insgesamt waren wir zu zehnt in der Maschine. Wir drei mit unseren Tandem-Mastern plus vier einzelne Springer. Als Tandem-Springer sitzt du dabei immer vor deinem Master und zwischen seinen Beinen. Ich hatte einen guten Ausblick aus dem Fenster und auch auf Janine und Stephan. Stephan war schon heiß, Janine blickte ganz schön skeptisch drein. So ganz geheuer war ihr die Sache nun wohl doch nicht.

Während sich das Flugzeug schnell höher und höher schraubte genossen wir die Aussicht. Nebenbei gaben uns unsere Master noch die letzten Instruktionen für den bevorstehenden Tandem-Fallschirmsprung. Die Anzeige der Höhenmesser stieg und nur gefühlt Augenblicke später zeigte sie 4000 Meter an. Als die Tür aufging wurde es schlagartig laut und hektisch im Innenraum. Jeder Springer versuchte an die Tür zu kommen, ohne die jeweils anderen zu behindern.

Unser erster Tandem-Fallschirmsprung – kaum zu beschreiben!

Nach den Solospringern kamen wir an die Reihe. Erst Janine, dann Stephan und zum Schluss ich. Das hatte für mich den charmanten Vorteil, dass ich alles prima filmen konnte.

Nun ging es los. Alle anderen waren schon aus dem Flugzeug. Laurant und ich, fest an ihn gegurtet, krochen in Richtung der offenen Tür. Ich schwang meine Beine hinaus. Das Gefühl war einfach irre. Du schaust 4000 Meter nach unten und der Wind zerrt an deinen Beinen. Und du weißt genau, dass es jede Sekunde los geht.

Nur Augenblicke später drückte uns Laurant vom Boden des Flugzeugs ab, wir sprangen aus der Maschine und dem Erdboden entgegen.

45 Sekunden freier Fall bei 200km/h

Wenn ihr mich fragt, die ersten paar Sekunden nach dem Absprung sind die besten überhaupt! Niemals im Leben hätte ich mir diesen Kick ausmalen können! Diese Beschleunigung des eigenen Körpers von 0 auf 200 km/h ist einfach irre! Mit dieser Geschwindigkeit rasten wir gut 45 Sekunden lang im freien Fall der Erde entgegen. Nach dem Ausstieg drehten wir uns kurz zur Seite und fast auf den Rücken. Dann löste Laurant den kleinen Schirm aus und unsere Lage stabilisierte sich. Auf dem Bauch ging es nun weiter dem Erdbogen entgegen. Die Zeit bis zum Auslösen des normalen Schirms und damit auch dem Ende des freien Falls kam mir ewig vor und das Gefühl währenddessen war einfach der absolute Wahnsinn!

Gemütlich dem Boden entgegen gleiten

Nach den besagten 45 Sekunden freien Falls war der erste Teil des Sprungs vorbei. Auf 1500 Meter löste Laurant den Hauptschirm aus und schlagartig wurde es gemütlicher. Noch weitere sieben Minuten flogen wir über Wälder und Felder. Von hier oben konnten wir sogar auf die deutsch-französische Grenze schauen. Die Aussicht war einfach faszinierend.

Für eine Minute durfte ich sogar mal den Fallschirm steuern und eine Pirouette nach links fliegen. Danach übernahm Laurant wieder das Steuer und bereiteten uns langsam aber sicher auf den Landeanflug vor.

Vor dem Aufsetzen kam das bereits am Boden trainierte Manöver. Ich musste meine Beine zusammennehmen und so weit wie möglich anheben. Kurz darauf setzen wir auch schon sanft mit dem Hintern auf dem Boden auf. Butterweich und mit stolz geschwellter Brust. Nach einem High-Five mit Laurant führte mich mein erster Weg rüber zu Janine. Sie stand mit ihrem Tandem-Master nur rund 30 Meter von uns entfernt. Wie zu erwarten, Stephans Geburtstagsgeschenk kam super an! 🙂

Mein Adrenalinspiegel wollte den kompletten Abend und bis tief in die Nacht hinein nicht mehr absinken. Der Tandem-Fallschirmsprung war einfach sooo genial!!!

Mittlerweile ist übrigens Sonntag Abend. Und selbst jetzt habe ich ein breites Grinsen auf dem Gesicht, wenn ich an dieses Erlebnis denke. Also, wer von euch mal etwas ganz und gar Abgefahrenes erleben will: Geht Fallschirmspringen!

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Dennis
Dennis
Flachlandtiroler und Bergliebhaber! Im normalen Leben IT’ler, ab und an auch Klettertrainer, aber am liebsten selbst in den Bergen unterwegs. Ob im Fels oder Eis ist eigentlich egal, Hauptsache rauf da!

3 Comments

  1. yahuuu sagt:

    Heisst das jetzt Skydiving? Ich dachte Fallschirmsprung 😉
    Mein termin ist am 22.7. \o/

  2. flo sagt:

    Hab dir doch gesagt, dass das Gefühl der Wahnsinn ist! Endlich kannst du mitreden 🙂

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