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Die Ortovox Kodiak im Test

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Die Ortovox Kodiak – ein Bär unter den Lawinenschaufeln

Als „Allround-Alpinist“  und damit auch begeisterter Skitourengeher, ist für mich die richtige Ausrüstung essentiell, um bei widrigen Bedingungen der Natur zu trotzen und mit der bestmöglicher Sicherheit seine alpinen Unternehmungen zu bestehen. Mit der Ortovox Kodiak konnte ich eine riesige Lawinenschaufel testen.

Ortovox Kodiak Profil

Einsatzzweck

Auf Skitouren, Schneeschuhtouren, beim Freeriden oder aber auch bei anderen winterlichen Aktivitäten ist eine gute und funktionierende Lawinenausrüstung absolut obligatorisch. Zu dieser Ausrüstung zählen neben dem LVS-Gerät, dem Sender/Empfänger für die Lawinenverschütteten- Suche, auch eine Sonde sowie eine gute Lawinenschaufel, welche letztendlich zum Ausgraben des Verschütteten dient.
Lawinenschaufeln sind darüber hinaus aber auch anders vielseitig einsetzbar und können u.a. zum Bau von Schneehöhlen, Iglus oder Kickern, auch besser als Sprungschanze bekannt, verwendet werden.

Kaufentscheidung

Auf dem Markt existiert eine Vielzahl von Lawinenschaufeln. Nahezu alle namhaften Hersteller von alpinen Sicherheitsausrüstungen versuchen hier ihre Modelle zu positionieren. Ein Hersteller – Ortovox – hat sich nahezu voll und ganz der Spielart Skitouren und Schneeschuhgehen verschrieben und führt hier mit den Markt an.
Die Lawinenschaufeln unterscheiden sich hauptsächlich in Gewicht, Größe des Schaufelblattes und Funktionalität. Ich habe mich – auch dank der guten Unterstützung durch Bergfreunde – für die Ortovox Kodiak 3.1 entschieden. Die Kodiak 3.1 ist das neueste Modell der beliebten und bekannten Generation der Kodiak-Schaufeln. Mit 790 Gramm ist sie sicher  nicht die leichteste und mit 49 cm auch nicht die kleinste Schaufel, dafür glänzt die Ortovox Kodiak allerdings mit anderen zusätzlichen Funktionen.

Schaufelblatt Ortovox Kodiak

Optik

Das mächtige Aluminium Schaufelblatt, mit seinen 30 x 23x 6 cm, das Größte derzeit auf dem Markt, hat die Form einer überdimensionalen Bärentatze, welche im Übrigen auch der Namensgeber für die Schaufel war. Es ist in dezentem und edlem matt-schwarz gehalten. An der Kante des Schaufelblatts kommt der typisch silberne Aluminiumglanz zum Vorschein, da hier das Schaufelblatt scharf angeschrägt ist, um auch in harten Schnee und Eis griffig einzudringen. Dabei unterstützt die wellenförmige Form der Kodiak mit ihrer Schärfe  die Kraftübertragung und zerschneidet harten Schnee „butterweich“. Auch bei eisigen Verhältnissen hatte ich bisher nie Probleme, in kurzer Zeit tief in die Schneedecke vorzudringen. Am oberen Ende des Schaufelblatts sind auf beiden Seiten jeweils drei geriffelte Rillen eingearbeitet, um mit den Füßen – ähnlich wie bei einem Spaten –  halt zu haben und die Schaufel in die kalte Materie zu treiben.
Wie bei den meisten Lawinenschaufeln ist der Griff als Teleskopstiel ausziehbar. Während allerdings viele Schaufeln einen T-Griff am Ende des Stiels aufweisen, kommt die Ortovox Kodiak mit einem stabilen D-Griff. Dank seiner gummierten Innenseite und guter großen Passform, auch noch mit dicken Handschuhen und bei „rutschigen“ Verhältnissen, glänzt er durch eine hervorragende Haptik. Verschiedene Gummierungen am Stiel  sind passgenau dort angebracht, wo man diese am besten benötigt, verbessern die Handhabbarkeit und damit auch die direkte Kraftübertragung auf das Schaufelblatt. In kürzester Zeit lässt sich die Schaufel montieren und der Teleskopstiel, dank der großen „Einrastnippel“ auch mit Handschuhen zügig ausziehen. Auch der Umbau in die 90-Grad gedrehte „Hackfunktion“, welche z.B. beim Bau eines Iglus oder aber dem Graben eines Schneeprofils hilfreich ist, gelingt in wenigen Sekunden.

Detail Hacke Ortovox Kodiak

Verarbeitung

Die Kodiak besteht aus gehärtetem Aluminium, welcher durch mehrere Schweißnähte sehr gut verarbeitet wurde. Die Schaufel ist dadurch sehr robust und auch die Löcher und „Nippel“ des Stiels – zur Montage des selbigen an das Schaufelblatt – sind perfekt und stabil verarbeitet. An wichtigen Stellen wie dem Stiel und D-Griff sind dicke Gummierungen angebracht, welche auch bei mehrfachem Gebrauch bisher kaum Abrieb zeigen.

Packmaß

Angesichts der Größe der Schaufel und dem Funktionsumfang ist man nicht überrascht, dass das Packmaß der Schaufel recht groß ist.  Der Stiel passt leider teilweise nicht in die vorgesehenen Fächer  handelsüblicher Skitourenrucksäcke und muss damit häufig im Hauptfach verstaut werden. Auch ist das Schaufelblatt sehr scharf, weswegen hier beim Verstauen der Schaufel etwas Vorsicht geboten sein sollte, um den Rucksack nicht unnötig zu strapazieren.

Preis

Preislich ist die Ortovox Kodiak im mittleren Segment angesiedelt und hat durch die vielen Funktionen und tolle Verarbeitung  aus meiner Sicht ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Fazit

Hackfunktion Ortovox Kodiak

Die Ortovox Kodiak bietet viel Schaufel für diesen Preis. Diverse Funktionen wie der Umbau zu einer Hacke, aber auch andere funktionelle Feinheiten machen die Kodiak zu einer robusten, stabilen und mächtigen Begleitung auf Skitouren und im alpinen Gelände. Dank dem riesigen Schaufelblatt lassen sich auch große Schneemaßen schnell bewegen. Wer eine große Lawinenschaufel mit vielen Funktionen sucht und dabei gerne Abstriche beim Packmaß und dem Gewicht macht, der findet mit der Ortovox Kodiak sicher seinen Meister. Abenteuersuechtig vergibt daher 4 von 5 Abenteuersuechtig-Bergen.

4-Sterne

Die Ortovox Kodiak günstig kaufen

 

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Flo
Flo

4 Kommentare

  1. Erika sagt:

    Die Kodiak habe ich auch vor zwei Jahren auch schon getestet und war ähnlich begeistert. Meiner Meinung nach immer noch eine der besten Schaufeln am Markt. Was mich allerdings etwas wundert ist, dass der lange Stiel nicht in den Ortovox-ABS-Rucksack (Tour 30+7) reinpasst – nur wenn man ihn quasi falschrum – also mit Griff nach unten – in die Lasche einfädelt. Find ich schade.

    Viel Spaß mit ihr – und auf dass ihr sie nie im Ernstfall braucht.

    Liebe Grüße,

    Erika
    ulligunde.com

    PS: Hier der Link zum Test

    • flo sagt:

      Hey Erika,
      ich hoffe auch, dass ich die Schaufel nie im Ernstfall brauche! Da baue ich mit der „Baggerschippe“ lieber ne Schneehöhle. 🙂
      Das mit dem langen Stiel ist mir ja auch aufgefallen, der passt echt kaum in die vorhergesehenen Rucksackfächer. Allerdings denke ich mir, dass ich im Ernstfall lieber ne größere Schaufel habe, mit welcher ich schnell mehrere Kubikmeter schnee bewegen kann, als so nen kleines, leichtes zerbrechliches „Sandkastenschippchen“.
      Viele Grüße
      Flo

  2. Daniela sagt:

    Toller Bericht über die Kodiak. Von dieser Schaufel hört man ja wirklich nur Gutes! Mich würde eines interessieren: gibt es da wirklich konkrete Unterschiede zu Lawinenschaufeln anderer Hersteller?
    Ich habe Erfahrung mit der Marke MFH und finde da eigentlich nichts Schlechtes dran. Stabil, leicht und gut am Rucksack transportabel.
    Allerdings musste ich sie auch noch nie in einer Extremsituation verwenden. Vielleicht wisst ihr mehr darüber und könnt mich überzeugen, doch mal eine teurere Schaufel zu besorgen 😉 Liebe Grüße Daniela

    • Dennis sagt:

      Hallo Daniela,

      die Kodiak ist wirklich ein feines Teil und da Flo schon so begeistert war, habe auch ich sie mir gekauft.
      Ich musste glücklicherweise noch niemanden aus einer Lawine damit befreien, aber im Testlauf mit einem verbuddelten Rucksack hat sie gute Dienste geleistet. Mal abgesehen von dem tatsächlich sehr langen Stiel, der es u. U. schwierig macht, die Schaufel im Rucksack zu verstauen, ist sie perfekt.
      Die MFH sieht mir ehrlich gesagt eher nach einer normalen Schnee- als nach einer vollwertigen Lawinenschaufel aus. Gerade mit dem recht langen Schaft oben wird sie vermutlich in kaum einen Rucksack passen und der Tragebeutel taugt wohl eher für Einsätze, bei denen es nicht auf Sekunden ankommt, als bei welchen nach Lawinenabgang.

      Insofern würde ich dir definitiv empfehlen, dir mal die Kodiak oder eine andere Lawinenschaufel anzuschauen.

      Gruß
      Dennis

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