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Klettern in der Pfalz

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Das Wochenende 23. & 24. Juni hatten Flo und ich uns schon länger für Klettern oder Motorradfahren freigehalten. Letztendlich verschlug es uns mal wieder in die Pfalz, ich bin seit unserem Friends- und Keilekurs eh total angefixt und Flo war seitdem nicht mehr dort. Kurzerhand wurde Eva noch mit eingepackt und am Morgen des 23. Juni ging es los. Erst mal für’s Kletter- und Zeltwochenende einkaufen, danach an runter ins Dahner Felsenland an den Bärenbrunnerhof, wo gezeltet und geklettert werden sollte.

Samstag, 23.06.2012

Los ging es mal wieder am Nonnenfels, da dort ein breites Spektrum an wirklich tollen Routen zu finden ist. Wir begannen mit der „Neuen Westwand„, einer schön zu kletternden 5+, die allerdings, wie fast überall in der Pfalz, größtenteils selbst abzusichern war. Danach ging es in die Route „Hofschranzen„, einer wirklich tollen 7, die sogar etwas besser abgesichert ist und bei der oben ausgestiegen werden kann. Hier ist dann auch gleich unser schickes Gipfelfoto entstanden:

Gipfelfoto von Flo und Dennis

Nachdem wir drei wieder unten angekommen waren, gab es erst mal einen lecker Kaffee aus dem Gaskocher. Und da ich es natürlich mal wieder geschafft habe, schon vor dem Einschenken zwei unserer drei Plastikbecher beim Abziehen des Seils zu demolieren, dann muss eben die leere Wasserflasche herhalten 🙂

Lecker Kaffee aus der umgebauten Flasche

Da wir deutlich später mit dem Klettern begonnen hatten als geplant, war natürlich auch nicht mehr viel Zeit übrig, weshalb es danach direkt in mein persönliches Testpiece, die Lutzverschneidung ging. Zwei Seillängen 6+ (meiner Meinung nach schwerer), spärlich abgesichert mit vier Haken auf insgesamt schätzungsweise 50 Metern, die erste reines Pumpen beim Piazen und nur auf Reibung antreten, die zweite Seillänge erst leicht zu klettern aber dafür weiter oben mit zwei doch recht knackigen Schlüsselstellen, die ich leider mal wieder nicht im Rotpunkt geschafft habe.

Dennis in der ersten Seillänge der Lutz-Verschneidung

Nach der Lutz-Verschneidung schrien unsere Mägen schon förmlich nach Gegrilltem und einem Feierabendbier, also ging es die 300 Meter zurück zum Zeltplatz, wo wir uns an das Aufstellen oder eher gesagt hinwerfen des Zeltes und die Zubereitung des Abendessens machten, um uns dann später wohlgenährt und zufrieden in unseren Schlafsäcken zu verkriechen.

Sonntag, 24.06.2012

Für den Sonntag hatten sich noch Max und seine Freundin Johanna angekündigt. Max war einer der Teilnehmer am Friends- und Keilekurs im April und ich war schon Ende April noch mal mit den beiden einen Tag in der Pfalz klettern. Doch bevor wir uns in unser Klettergeschirr stürzten, stand das obligatorische Frühstücksbuffet im Bärenbrunnerhof an, was leider immer wieder zur Folge hat, dass man vollgefuttert an den Fels geht, weil es einfach so lecker und üppig ist.

Bei Eva, Flo und mir stand die „Klosterwand (6+)“ mit direktem Ein – und Ausstieg an. Da Johanna noch keine Erfahrung mit Mehrseillängen hat haben Max und sie derweil den Nonnenfels erklommen. Wir hatten jede Menge Spaß in dieser wahnsinnig tollen Route, die ich Anfang Mai schon mal teilweise vorgestiegen bin. Heute lag es an mir, alle drei Seillängen im Vorstieg zu bewältigen, was soweit auch gut gelang und wir zwar länger als geplant brauchten, aber dennoch gut, heil, glücklich und ein wenig stolz auf dem Felskopf ankamen, um uns kurz darauf auch schon wieder abzuseilen.

Die Klosterwand mit direktem Ein- und Ausstieg

Mitunter kann es am Klosterfelsen recht windig werden, was es natürlich schwierig macht, sich zu verständigen. Den letzten Standplatz kann man prima an den beiden Bäumen auf dem Felskopf bauen und von dort aus mit Bandschlingen oder Seil wieder zurück an die Kante gehen und sich darüber bäugen, um mit dem bzw. den Nachsteigern besser kommunizieren zu können. So sind auch diese Bilder entstanden.

Flo und Eva am zweiten Standplatz Flo kämpft sich durch das Dach des direkten Ausstiegs Standplatz auf dem Klosterfelsen

Kleiner Tipp an dieser Stelle: Mit einem 70m-Seil kann man mit ein klein wenig Mut auch an einem Stück abseilen. Hierzu nach dem Ausstieg an die rechts gelegene Felskante und den dort platzierten PK-Abseilring gehen und das Seil möglichst mittig fädeln (Knoten an den Seilenden nicht vergessen!!!). Wenn man nun abseilt, kommt man kurz vor Ende der 35m auf einem kleinen Felsband heraus, auf dem man ganz gut stehen und sich ausbinden kann. Danach nur noch 2m nach rechts tippeln, der Waldboden ist so steil, dass man dann direkt auf dem Boden steht.

Einweihung der neuen Hängematte

Bei unserer Rückkehr zum Auto saßen dort schon Max und Johanna und genossen ein zweites Frühstück. Wir gesellten uns dazu und entschieden dann, dass die beide und ich noch eine Abschlussroute klettern wollen, während Eva und Flo sich dem Feierabendkaffee und einem Stück Kuchen widmen. Wir entschieden uns für die „Neue Südwand (6)“ am Sternfels (Südwand), was sich jedoch als keine gute Idee herausstellte. Es mag an der allgemeinen Müdigkeit gelegen haben oder daran, dass ich mir am Vortag den Ellbogen in der Lutzverschneidung angeschlagen hatte, aber ich kam die Route einfach nicht hoch. Sowohl der Kopf als auch der Körper wollten nicht mehr und als es auch noch anfing zu regnen beschlossen wir, das Wochenende zu beenden und die Heimreise anzutreten. Es wird ja sicherlich nicht unser letztes Pfalz-Wochenende gewesen sein.

Am kommenden Wochenende geht es ab in die Alpen, Richtung Garmisch-Partenkirchen, ich freu‘ mich schon…

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Dennis
Dennis
Flachlandtiroler und Bergliebhaber! Im normalen Leben IT’ler, ab und an auch Klettertrainer, aber am liebsten selbst in den Bergen unterwegs. Ob im Fels oder Eis ist eigentlich egal, Hauptsache rauf da!

1 Kommentar

  1. Markwart sagt:

    Nix für ungut, aber Magnesia in der Lutzverschneidung???
    Stand an einem mannsdicken Baum (Bild Klosterfels) geht übrigens vollkommen okay, es braucht keinerlei Redundanz. Diese Bäume, auch wesendlich kleinere, halten jede nur ansatzweise erdenkliche Belastung.

    Viele Grüße,

    Markwart

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