Als Seilschaft auf dem Weg zum Gipfel. Copyright: Joachim Stark
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Meine Ziele 2016 – Was ich daraus gelernt habe

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Einleitung

Die Zeit um Weihnachten herum nutze ich immer gerne für eine Retrospektive. Da ich versuche, mich so weit es geht um die Hektik und den Trubel einer größeren Stadt im Konsum-Marathon zu drücken und ich noch einige Überstunden zum Abfeiern hatte, kommt dieser Artikel bereits  eine gute Woche vor dem Jahreswechsel.  Ich will versuchen, euch das Thema Ziele, mit dem ihr euch sicher auch schon ausgiebig beschäftigt habt, aus meinem Blickwinkel darzustellen. Wer mich kennt, der weiß, dass ich einen Faible für Datenanalyse und Prozessoptimierungen habe. Sicherlich wird diese Tendenz durch meinen Beruf als Projektleiter gefördert. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass der entscheidende Faktor bei mir ist, dass ich eine solide Planung zwingend brauche, um sowohl mein Arbeit, als auch meine verschiedenen Hobbies und mein Privatleben unter einen Hut zu bekommen.

Warum sind Ziele wichtig?

Der für mich wichtigste Punkt ist, dass sie dir helfen, dich auf die Dinge zu fokussieren, die dir wirklich wichtig sind. Du vernachlässigst fast automatisch die Dinge, die nicht direkt bei der Erreichung deiner Ziele helfen. Ich habe immer das Problem, dass ich mich für fast alles begeistern kann. Malerei und Joggen mal ausgenommen. Für mich hat der Tag immer zu wenige Stunden.  Das führt dazu, dass ich mich mit unglaublich vielen Dingen beschäftige. Wenn ich nicht aufpasse, mache ich alles und nichts richtig.

Ziele kannst du aber auch prima zur Motivation nutzen. Oder du nutzt das positive Moment, dass du erfährst, wenn du die Dinge erreicht hast, die du dir vorgenommen hast. Deine eigene Self Fulfilling Prophecy!  Um nur ein paar der positiven Effekte von Zielen zu nennen.

Meine Ziele für 2016

Anfang des Jahres war ich der Meinung, dass ich meine Ziele dieses Mal ganz moderat gesetzt hätte. So habe ich mir in den drei großen Bereichen: Beruf, Hobbies und Privatleben jeweils nur die wirklich wichtigen Dinge auf die Fahne geschrieben.

Berufliche Ziele

  1. Zertifizierung als Projektmanager abschließen

Sportliche Ziele

  1. Fallschirmspringen
    1. mindestens 200 Fallschirmsprünge machen
    2. Viel Erfahrung als Wingsuit Pilot sammeln um auch mit großen Gruppen fliegen zu können
  2. Gleitschirmfliegen
    1. Windenberechtigung abschließen
    2. B-Lizenz anfordern
    3. Ein Wochenende zum Hike and Fly in die Berge fahren
    4. Streckenfliegen weiter ausbauen
    5. Speedflying lernen
  3. Klettern
    1. Solide im 7. Grad klettern
    2. Meine Ausbildung zum Klettertrainer anfangen und abschließen
    3. Mind. 2x an den Fels fahren
  4. Mountainbiken
    1. Kondition aufbauen
    2. Fahrtechnik verbessern
    3. Bikepark-Erfahrung sammeln
  5. Skitour
    1. Mindstens 4 Tage auf Skitour sein

Privaten Ziele

  1. Jeden meiner guten Freunde mindestens 2-Mal treffen
  2. Mehr Zeit in Mainz verbringen

 

Wie sieht die Bilanz aus?

Fangen wir mit dem positiven an. Mein berufliches Ziel habe ich erreicht 🙂

Wenn ich rein sachlich auf die Bilanz schaue, sieht diese erstmal ernüchternd aus. Von 15 Zielen habe ich gerade einmal 6 erreicht. Bei dreien habe ich zumindest daran gearbeitet, auch wenn ich diese nicht ganz erreicht habe. 6 habe ich komplett verfehlt.

Im Bereich Sport habe ich alle meine Ziele im Mountainbiken erreicht. Beim Fallschirmspringen muss ich schon Abstriche machen. Von den geplanten 200 Sprüngen sind es gerade einmal grob die Hälfte geworden. Das Wingsuitfliegen habe ich zwar ausgebaut, aber nicht auf das Niveau heben können, dass ich mir vorgenommen hatte. Beim Klettern habe ich meine Ausbildung zum Klettertrainer für die Halle erfolgreich abgeschlossen. Auch an den Fels hat es dieses Jahr gereicht. Wenn auch nur zwei Mal. Solide im 7. Grad zu klettern war und ist allerdings immer noch ein Ziel in weiter Ferne. Von den 4 Tagen auf Skitour waren es mit zwei zugedrückten Augen gerade einmal 2. Gleitschirmfliegen ist dieses Jahr gleich ganz unter den Tisch gefallen. Von meinen privaten Zielen habe ich das erste erreicht. 

Welche Schlussfolgerungen ziehe ich aus dieser Bilanz?

Jetzt kommt der eigentlich spannende Teil! Sieht so aus als hätte ich meine Hausaufgaben nicht gemacht!  

Zielformulierung / konkurrierende Ziele

Hier habe ich mir schon das erste Ei ins Nest gelegt. Eines meiner Ziele steht im direkten Gegensatz zu allen anderen. Auf der einen Seite will ich mehr Zeit in Mainz verbringen, um neue Freundschaften auf- und alte auszubauen. Auf der Anderen Seite habe ich eine ganze Latte an Zielen, bei denen ich alles tun kann – Nur nicht in Mainz sein. Hier wäre es schlauer gewesen, mir eine feste Anzahl an Wochenenden zu definieren, an denen ich in Mainz sein will und die gleichzeitig mit meinen anderen Zielen vereinbar ist. 

Mehr Zeit in die Abstimmung der Einzelziele investieren

Wenn ich mir zum Start von 2016 tatsächlich die Mühe gemacht hätte, alle meine Ziele in meinen Kalender einzutragen, dann hätte ich schnell gesehen, dass das eine sehr optimistische Planung ist. Heißt das im Umkehrschluss, dass ich mir meine Ziele zu hoch gesteckt habe? Nicht unbedingt! Was ich allerdings eklatant vernachlässigt habe, ist die Synergien meiner einzelnen Ziele herauszuarbeiten und strategisch zu nutzen. In diesem Zuge hätte ich die Planung auch gleich auf eine hohe Konstanz ausrichten können. Was gerade für das Ausdauertraining extrem wichtig ist. Dies hätte mir ermöglicht, mit deutlich weniger Aufwand die selben Ziel zu erreichen. Was mir direkt eine schöne Überleitung zum nächsten Punkt bringt.

Coaching

Ich habe dieses Jahr verhältnismäßig wenig mit professionellem Coaching gearbeitet. Das lag zum einen daran, dass ich durch mein relativ neues Hobby Mountainbiken dieses Jahr eine relativ hohe Summe meines Budgets in Ausrüstung investieren musste. Aber auch meine Kletter- / Alpinausrüstung habe ich noch einmal deutlich aufstocken (müssen). Das ist aber genaugenommen nur eine Ausrede. Die strategisch bessere Entscheidung wäre gewesen, die Anzahl meiner Fallschirmsprünge und andere Ausgaben etwas zurückzufahren. Dieses finanzielle Polster hätte es mir ermöglicht, mir gezielt zu einzelnen Themen hochkarätiges Coaching zu holen. Damit wäre mein technischer Fortschritt weitaus größer gewesen. Über die Vorteile von Coaching und wie ihr es gezielt einsetzten könnt, werde ich noch einmal einen separaten Artikel schreiben. Freut euch drauf!

Rahmenbedingungen einkalkulieren!

Verletzungen

Wie ich immer wieder feststelle ist die Zeit, in der ich unverwundbar war, mit Mitte 30 eindeutig vorbei. Das ist gar nicht schlimm. Wenn man es in seine Planung mit einbezieht! Diese Jahr war ich gleich mehrfach verletzungsbedingt nicht in Höchstform.

Arbeitsbelastung

Ein zweiter wichtiger Faktor ist das Thema Arbeitsbelastung. Dieses Jahr bin ich konstant auf 120% meiner Leistungsfähigkeit gelaufen. Für den privaten Bereich bleiben dann keine 100% mehr übrig. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich eines samstags um 13:00 Uhr mit einem Freund zum Biken verabredet war. Nur um dann festzustellen, dass das Fahrrad gerade mit mir Gassi geht. Je nach Gelände erst hinterher witzig (Ich kann super über mich selbst lachen!).

Wetter

Die Bergsteiger unter euch kennen das. Bei allen Flugsportarten ist es das Selbe. Nur weil du dir in den Kopf gesetzt hast aus dem Flieger zu springen heißt es nicht, dass es gerade auch geht! Die erste Jahreshälfte war wettertechnisch in unserer Gegend eher schwieriger. Zumindest an den Wochenenden. 

Material

Wartet euer Material! Im technischen Umfeld nennt man das vorbeugende Instandhaltung. Es gibt nichts ärgerlicheres, als mit einem guten Freund – in diesem Fall Dennis – im Auto zu sitzen. Beide heiß auf ein geiles Skitourenwochenende mit anderen Bloggern. Nur um dann nach 100km auf der Autobahn mit einem Motorschaden liegen zu bleiben. Plakatives Beispiel. Ich bin jetzt ADAC Plus Mitglied. 🙂

Schlusswort

Stecke ich mir meine Ziel für 2017 jetzt niedriger? Wenn ich diese Frage ehrlich beantworten soll, dann nein! Ich denke, das muss ich auch gar nicht. Entscheidend sind für mich folgende  Punkte: Eine bessere Planung, mehr professionelles Coaching, Synergien meiner Sportarten klüger nutzen, mehr Konstanz in meine Trainingspläne bringen. Ganz wichtig sind hier die Ruhephasen, die mein Körper mittlerweile braucht. Vor allem aber will ich einen stärkeren Fokus auf den Spaß an der Sache legen!

Stay safe and enjoy the ride!

 

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Robert
Robert
Robert, unser gebürtiger Schwabe ist hauptberuflich Projektmanager. Seine Freizeit verbringt er am liebsten in der Luft. Wenn er mal gerade nicht auf einer der vielen Sprungplätzen der Welt zum Fallschirmspringen anzutreffen ist, verbringt er seine Freizeit mit Gleitschirmfliegen, Mountainbiken, Klettern, Wandern, Skitourengehen oder Tauchen.

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