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Alpenurlaub 2014 – Hochtouren und Wandern

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Unser Alpenurlaub 2014 beginnt. Drei Wochen Hochtouren liegen vor uns, drei anstrengende aber sicher erlebnisreiche Wochen.

Donnerstag, 24.07.2014 – Alpenurlaub, die Anreise nach Zermatt

Zelten in TschechienUm sechs Uhr ging meine Bahn von Mainz nach Frankfurt, dort sprang ich in den Bus Richtung Zürich. Das hieß, früh aufstehen, aber das ist ja für einen Bergsteiger nun nichts Besonderes… Im Bus traten schon die ersten Probleme auf der Arbeit auf, also tat ich mein Bestes, sie zu lösen und den Kollegen so weit wie möglich zuzuarbeiten, damit sie den Rest ohne mich hinbekommen würden. Angekommen in Zürich ging es nach einem kurzen Aufenthalt weiter mit dem Zug Richtung Täsch. Dort hatte Flo nämlich am Montag sein Auto mit dem Großteil meiner Klamotten und Materials abgestellt. Eine Nacht würde ich hier auf dem Zeltplatz bleiben, bevor der Urlaub richtig beginnt.

Als ich Täsch abends erreichte, schnappte ich mir die wichtigsten Sachen aus dem Auto und schlug im strömenden Regen das Zelt auf. Nach einem spärlichen Abendessen machte ich es mir gemütlich und schlief auch schon bald darauf ein. Ich hatte mich noch gewundert, warum ein paar Meter neben meinem Zelt die Tschechische Flagge an einem Holzpfahl prangte, hinterher erfuhr ich, dass ich auf gar keinem offiziellen Zeltplatz gelandet war, sondern auf einem provisorischen für den Schweizer Orientierungslauf. Und eben dieser Zeltplatz war in verschiedene Nationen aufgeteilt. Deutschland war ca. 50 Meter weiter, das entdeckte ich aber erst, nachdem ich es mir schon bei unseren Nachbarn gemütlich gemacht hatte 🙂

 

Freitag, 25.07.2014 – Ab auf den Berg

Mein Wecker klingelte um acht, dann machte ich mir erst einmal Frühstück, sortierte meine Sachen und als ich sah, dass das Wetter spontan aufklarte, entschloss ich mich dazu, noch etwas zu warten, damit das Zelt noch trocknen konnte, bevor ich es wieder einpacken würde.

So wurde es dann doch relativ spät, bis ich mit der Bahn von Täsch nach Zermatt fuhr, dem schönen, touristischen und berühmten Dorf am Fuße des wohl bekanntesten Berg der Alpen, dem Matterhorn. Als ich in Zermatt aus der Bahn stieg, erschlug mich der Tourismus förmlich. Reisegruppen, einzelne Reisende und die geschätzt 1000 Japaner, die man hier immer antrifft, alle tummelten sich auf dem Bahnhofsplatz und der Einkaufsstraße, die einmal quer durch Zermatt führt.

Ich wollte nicht noch mehr Zeit verlieren, also machte ich mich direkt auf den Weg Richtung Schönbielhütte.

Blick auf das MatterhornDer Wanderweg heraus aus Zermatt schlängelt sich erst breit und noch an zahlreichen Gebäuden und Baustellen vorbei, dann aber immer schmaler und landschaftlich schöner werdend nach oben. Nach etwa einer Stunde erreichte ich das winzige Dörfchen Z’mutt (1936m) mit seinen vielleicht zehn Häusern und zwei Gaststätten. Hier gönnte ich mir eine kurze Pause, sowie ein großes Wasser und eine Boullion, alles natürlich zu den leider so saftigen Schweizer Preisen 🙂

Von Z’mutt aus waren es weitere ca. vier Stunden bis zur Schönbielhütte und diesmal war es genau anders herum. Beginnt der Weg von Z’mutt aus wunderschön und mit einem dauerhaften und perfekten Blick auf das Matterhorn, wird er, je näher man an die Schönbielhütte kommt, immer karger und langweiliger.

Das deutlich größere Problem aber war, dass ich noch nicht richtig akklimatisiert war. Zermatt liegt auf ca. 1600 Meter über dem Meeresspiegel, das waren vom Abreisetag aus Mainz schon mal rund 1500 Meter Unterschied. Die Schönbielhütte liegt auf knapp 2700m, also musste ich nochmals knapp 1100 Höhenmeter überwinden und das mit einem Rucksack, in dem nicht nur mein eigenes Equipment und Klamotten untergebracht waren, sondern auch noch Steigeisen, Helm, Eisausrüstung und ein Seil von Flo, der schon fünf Tage wandern war und die Sachen natürlich nicht mitschleppen wollte. Ich hatte also einen entsprechend schweren Rucksack und das bei zwar bestem Wanderwetter, aber eben auch ca. 26 Grad. So kam es dann auch, dass ich die letzten zweihundet Höhenmeter unter der Hütte so fertig war, dass Flo anbot, mir entgegen zu laufen und mir den schweren Rucksack abzunehmen. Ich nahm das Angebot dankend an. Vorher versteckte ich noch Seil, Helme, Steigeisen und Eispickel unter einem Stein, denn auf der Hütte würden wir die Sachen nicht brauchen und am kommenden Tag während des Abstiegs genau dort wieder vorbei kommen. Mit dem leichteren Rucksack sprang Flo den Berg hinauf Richtung Hütte, während seine Schwester Lisa, die mir ebenfalls entgegen kam, und ich quälend langsam bis zur Hütte aufstiegen.Ausblick von der Terrasse der Schönbielhütte

Ich glaube, ich habe mich selten in meinem Leben so ausgelaugt gefühlt wie an diesem Tag. Angekommen auf der Schönbielhütte trank und aß ich etwas und legte mich für eine halbe Stunde bis zum Abendessen ins Bett, danach ging es mir schon wieder etwas besser. Der Abend auf der Hütte wurde noch richtig lustig, wir hatten jede Menge Spaß mit einer Vierer-Gruppe Schweizer und ihrem Kölner Bergführer Tobi, der einen witzigen Spruch nach dem anderen abfeuerte 🙂

Dennoch waren wir alle recht müde, schließlich waren Flo und Lisa schon den fünften Tag wandern und ich hatte ja den anstrengenden Hüttenzustieg hinter mir. Also verkrochen wir uns gegen 22 Uhr in unsere Lager und schliefen quasi augenblicklich ein.

Samstag, 26.07.2014 – Abstieg, Verabschiedung und Aufstieg

Richtig schlechtes Wetter am SamstagNach dem Frühstück auf der Hütte packten wir unsere Rucksäcke und machten uns an den Abstieg Richtung Furi. In der Nacht hatte es angefangen zu regnen und so sollte das Wetter auch bleiben. Wir zogen also Regenhosen- und Jacken an, schützten den Inhalt unserer Rucksäcke durch die Regenhüllen und machten uns auf den Weg. Nach kurzer Zeit kamen wir am Materialversteck vorbei, luden die Sachen noch mit auf unsere Schultern und liefen weiter, gut gelaunt aber immer im strömenden Regen. Nach gut zweieinhalb Stunden erreichten wir Furi und trafen uns dort mit Flo’s und Lisa’s Eltern. Nach dem erneuten Umpacken der Rucksäcke, wir schmissen einfach alles hinaus, was wir nicht unbedingt auf unseren Hochtouren in den kommenden Tagen brauchen würden, aßen wir noch zusammen eine Kleinigkeit und verabschiedeten uns. Lisa und ihre Eltern fuhren mit dem Lift zurück ins Tal und dann nach hause. Unser Alpenurlaub begann ja nun erst richtig, deshalb hatten Flo und ich noch den Aufstieg zur Rifugio Testa Grigia vor uns. Mit dem Matterhorn-Express ging es aber erst einmal von Furi aus auf die Station „Trockener Steg“ auf rund 2900 Meter. Dort regnete es zwar nicht, dafür war es aber ganz schön nebelig. Von der Liftstation aus machten wir uns auf den Weg zur Gandegghütte. Diese liegt nur rund 100 Meter über dem Lift und sollte sehr klein und gemütlich sein, so dass wir sie auf unserem Weg einfach mitnehmen und anschauen wollten. Tatsächlich ist die Stube vielleicht so groß wie das eine oder andere Wohnzimmer und richtig urig, aber wir hatten ja noch etwas Arbeit vor uns, deshalb machten wir uns nach unserem Kaffee direkt wieder auf den Weg.

Der Nebel war mittlerweile so dicht geworden, dass wir zeitweise keine 20 Meter weit gucken konnten, was den Aufstieg zur Testa Grigia natürlich nicht angenehmer macht. Wir hatten auf der Karte gesehen, dass ein Schlepplift des Skigebiets auf dem Gletscher vom Trockenen Steg aus bis zur Testa Grigia führt, also hielten wir uns an diesen als Bezugspunkt und folgten ihm hinauf bis auf 3480 Meter. Rund 500 Höhenmeter im dichten Nebel und teilweise Neuschnee aufzusteigen ist alles andere als angenehm, aber wir machten das Beste daraus, denn schließlich war für den kommenden Tag die Chance auf besseres Wetter und damit eine schöne Tour vorausgesagt worden.

Nach insgesamt rund zwei Stunden Aufstieg erreichten wir die Testa Grigia und wurden von einem netten und wirklich witzigen Hüttenwirt empfangen. Wir bezogen unsere Lager, machten uns, soweit es die Gegebenheiten zuließen, kurz etwas frisch und ein Nickerchen, bevor es Abendessen gab. Der Abend war, ganz im Stil von Hüttenabenden mit Flo, echt witzig.

Gegen halb zehn gingen wir aber beide ziemlich müde ins Bett, denn schließlich mussten wir am kommenden Tag früh aufstehen und fit sein für unsere Tour und den erst beginnenden Alpenurlaub, dazu aber in den nächsten Artikeln mehr.

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Dennis
Dennis
Flachlandtiroler und Bergliebhaber! Im normalen Leben IT’ler, ab und an auch Klettertrainer, aber am liebsten selbst in den Bergen unterwegs. Ob im Fels oder Eis ist eigentlich egal, Hauptsache rauf da!

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