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Regen, Nebel, Alternativplan – Wandern auf die Tegernseer Hütte

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Was fange ich mit einem Tag an, dessen ursprüngliche Planung durch echt schlechtes Wetter mehr oder weniger spontan über den Haufen geworfen wurde? Als ich mein vergangenes Wochenende und meinen Besuch bei einem Freund in München geplant habe ging ich noch davon aus, dass Mitte Juli ja wohl gutes Wetter sein würde. Er wollte unbedingt mal Klettersteiggehen ausprobieren, also war der Plan war schnell gefasst: Die Alpspitze über die Alpspitzferrata (1, 2) sollte es sein, denn zumindest hinunter bin ich diesen Klettersteig nach unserer Überschreitung des Jubiläumsgrats schon gegangen. Equipment habe ich ja genug für zwei, also packte ich eine große Tasche und machte mich auf den Weg Richtung Süd-Osten.
Wer jedoch die vergangene Woche in Deutschland verbracht oder zumindest den Wetterbericht verfolgt hat, dem dürfte nicht entgangen sein, dass das Wetter nicht wirklich Berg tauglich war. Vor allen Dingen die Ankündigung von Gewitter in der Gegend rund um die Alpspitze ab dem Nachmittag ist nicht unbedingt verlockend, wenn man den halben Tag an einem Drahtseil auf und ab geht 🙂

Auf geht’s zum Wandern auf die Tegernseer Hütte

Weil wir aber dennoch zumindest für ein paar Stunden in die Berge fahren wollten, entschieden wir uns spontan für eine Wanderung auf die Tegernseer Hütte. Flo und ich waren hier schon über Pfingsten zum Klettern und man hat von dort oben eine herrliche Aussicht, das Essen schmeckt super und es handelt sich einfach um eine nette Tour. Weil ich beim letzten Mal bereits den Zustieg über die Sonnenbergalm genommen hatte, wählten wir heute die andere, etwas längere aber auch leichtere Variante vom Parkplatz Klamm/Winterstube (836m) und über die Buchsteinhütte hinauf auf den Roß- und Buchstein und zur Tegernseer Hütte (1650m).

Die "Klamm" auf dem Weg zum BuchsteinBis zur Buchsteinhütte erfolgLeider etwas verwackelt, aber Spaß muss bekanntliche seint der Anstieg recht sanft über eine Schotterstraße (Fahrrad tauglich), kann aber zumindest teilweise durch steilere Stücke Pfad zwischendurch abgekürzt und interessanter gemacht werden. Insgesamt ist das erste Stück aber wirklich leicht und angenehm zu laufen, inklusive einer kleinen „Klamm“, die ich allerdings eher als einen etwas wilderen Bach bezeichnen würde 😉 Nett anzusehen ist die Geschichte aber allemal und für Wander- oder Bergneulinge prima zur Eingewöhnung.

Zwischendurch kamen wir an einer „verlassenen“ Rüttelplatte vorbei, aber leider scheiterten alle Versuche, das Teil zum Bergauffahren zu bewegen 😉 Leider wurde das Bild bei all den Faxen etwas verwackelt, aber vorenthalten wollte ich euch meine ersten Fahrversuche nun auch wieder nicht…

Kurz vor der Buchsteinhütte mussten wir uns dann entscheiden, ob wir einen Einkehrschwung unternehmen oder weiterlaufen wollten. Trotz des mittlerweile besser werdenden Wetters entschiede wir uns gegen eine Pause, sondern wollten die Zeit dann lieber oben auf der Tegernseer Hütte verbringen und genießen. Wir verließen also die Schotterstraße und zweigten über eine Kuhweide auf das nächste Stück Pfad ab. Wie bereits erwähnt wurde das Wetter sukzessive besser und die Wolken haben immer wieder den Blick auf den Buchstein frei, was die Vorfreude natürlich weiter schürte.

Wandern in bester GesellschaftEin schöner, aber verregneter Blick Richtung TalLangsam aber sicher wurde das Terrain dann auch steiler und stufiger, als wir uns langsam in die Nordflanke des Buchsteins begaben. Die Kurven wurden enger und die Luft zumindest etwas dünner, aber auch dieses Stück ist nicht zu anstrengend und für Wanderanfänger geeignet! Das Beste war jedoch, dass es mittlerweile nicht mehr regnete und wir so die Jacken im Rucksack verstauen konnten, was das Laufen natürlich natürlich deutlich angenehmer machte.

 

Tegernseer Hütte (1650m)Die "Aussicht" von der Terrasse der Tegernseer HütteEs dauerte nicht lange und wir erblickten die Nordseite der Tegernseer Hütte und noch mal wenige Minuten später standen wir auf der Terrasse und feierten unseren „Gipfelerfolg“ mit einem High-Five. Gipfelerfolg in Anführungszeichen, weil wir die Gipfel des Roß- und Buchsteins leider ausfallen lassen mussten. Um auf den Gipfel des Buchsteins zu kommen ist eine kurze, nicht abgesicherte Kletterei nötig, die wir uns aufgrund des nassen und rutschigen Gesteins ersparten. Auf den Roßstein führte zwar „nur“ ein kleiner Pfad/Grat, aber da es eh viel zu neblig war, um viel zu sehen, reizte uns auch dieser wenig. Für den Aufstieg benötigten wir exakt zwei Stunden und damit 0,5 bis eine Stunde weniger als auf der Webseite der Hütte angegeben.

Der Roßstein ist nur noch zu erahnenFünf Minuten später... da ist er wieder!Der Nebel war auch während unseres verspäteten Mittagsessens unser ständiger Sitznachbar, denn die Wolken hingen auf der Südseite der Hütte so tief, dass wir zeitweise nicht einmal den nur wenige hundert Meter entfernten Gipfel des Roßsteins sehen konnten. Dafür war die Terrasse der Hütte bis auf wenige andere Wanderer völlig leer und so konnten wir die Ruhe auf der sonst so beliebten und belebten Hütte genießen, natürlich bei Kasspatzn und einem Weißbier!

 

Und auch der Blick ins Tal sieht wieder freundlicher ausNach einer guten halben Stunde machten wir uns dann auch wieder an den Abstieg, viel zu sehen gab es ja ohnehin nicht, auch wenn wie Wolken immer öfter mal aufrissen und den Blick ins Tal zumindest zeit- und teilweise frei gaben. Dieser gestaltet sich ähnlich unkompliziert wie der Aufstieg und Petrus gab noch einmal alles, um uns mit angenehm warmen Sonnenstrahlen zu belohnen. Wir folgten der gleichen Strecke wie beim Aufstieg, mit Ausnahme der Abkürzungen im unteren Teil, hier blieben wir einfach auf der kleinen Forststraße. Nach knapp zwei Stunden Abstieg und insgesamt 13km standen wir also wieder am Parkplatz und konnten uns überlegen, was wir mit dem restlichen Tag noch anfangen sollten. Wir entschieden uns für eine Runde entspannen in der Sonne am Tegernsee und ein zünftiges Abendessen in einem Biergarten, bevor wir die Heimreise nach München antraten.

 

Geschafft, wir sind wieder untenEntspannen bei schönstem Wetter am Tegernsee

 

Alles in allem ist eine Wanderung auf die Tegernseer Hütte eine tolle und aussichtsreiche Tour, egal ob über die Buchsteinhütte wie heute, oder über die Sonnenbergalm wie an Pfingsten. Die Lage der Terrasse der Hütte belohnt den fleißigen Wanderer insbesondere bei schönem Wetter mit einem tollen Fernblick und die beiden angrenzenden Täler. Mit ca. sechs Stunden Gehzeit (Auf- und Abstieg) eignet sich die Tour perfekt für den Wander-Anfänger oder eine relativ leichte und angenehme Tagestour. Und auch das Essen und das freundliche Hüttenteam können voll überzeugen.

 

Für alle Interessierten hier noch der GPX-Track zur Ansicht und Download:

Download

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Dennis
Dennis
Flachlandtiroler und Bergliebhaber! Im normalen Leben IT’ler, ab und an auch Klettertrainer, aber am liebsten selbst in den Bergen unterwegs. Ob im Fels oder Eis ist eigentlich egal, Hauptsache rauf da!

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