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Biwak auf dem Klosterfels in 40 Metern Höhe

Unser Biwak auf dem Klosterfels

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Die kleinen Freuden des Lebens

Die freistehenden Sandsteintürme der Pfalz sind in zweierlei Hinsicht toll. Erstens in Sachen Klettern, denn der Sandstein und das traditionelle Klettern mit vielen selbst abzusichernden Routen ist einfach super! Darüber hinaus hat man sogar ein richtiges Gipfelerlebnis! Wenn man nach getaner Arbeit oben aussteigt, seinen Kletterpartner nachholt und gemeinsam den Ausblick über den Pfälzerwald genießt, dann kommt beinahe so etwas wie ein Alpinfeeling auf.

Schon lange hatte ich den Wunsch, mal ein Biwak auf einem dieser schönen Felsköpfel in der Pfalz zu machen. Eine Übernachtung oben auf dem Kletterfelsen, unter freiem Himmel. Ich zelte ja schon gerne, aber unter freiem Himmel schlafen hat noch mal etwas ganz Besonderes! Ohne viel Ausrüstung direkt unter dem Sternenhimmel zu schlafen, das hat für mich einfach einen ganz besonderen Charme. Zwei besondere Übernachtungen hatte ich schon. 2017 hatte ich ja schon mal das Vergnügen, in einer Portaledge, also einem direkt in der Kletterwand hängenden Zelt, übernachten. Und 2013, also schon etwas länger her, habe ich an einem Event mit Biwak in 3500 Metern Höhe an der Wildspitze teilgenommen.

Jetzt sollte es also ein Biwak auf einem der Felsen in der Pfalz sein.

Speedclimbing durch die Klosterwand

Mein Kletterkumpel Flo (nein, nicht unserer hier 😛 ) und ich machen uins also auf den Weg runter in die Pfalz. Wir sind spät dran. Zum „Reinkommen“ wollen wir einen der Klassiker der Pfalz, „Braut und Bräutigam“ mitten in Dahn klettern, zumal Flo noch nie dort oben war. Danach fahren wir weiter ins Bärenbrunnertal. Für die letzte Route des Tages, die Klosterwand, ist’s aber irgendwie noch zu früh. Also gehen wir auf der anderen Seite des Tals an den Sternfels. Wir wollen den „Theoweg“ (4+) klettern. Leider brauchen wir vieeeel länger als geplant, die Tour ist echt lang und hat so einen seltsamen Routenverlauf, dass wir nur langsam voran kommen.

Ich seh‘ uns schon im Dunklen durch die Klosterwand kraxeln, mit Stirnlampe auf dem Kopf. Die Bilder von unserem Biwakplatz im Sonnenuntergang habe ich mir eh schon abgeschrieben. Aber ein paar letzte Sonnenstrahlen und einen orangenen Himmel würde ich ja schon gerne noch miterleben 🙂

Wir geben also Vollgas, als wir zu Beginn des Sonnenuntergangs in die „Klosterwand“ mit direktem Ein- und Austieg (6) einsteigen. Zum Glück bin ich die Route schon gefühlt unzählige Male geklettert, sodass wir wirklich schnell voran kommen. Egal, wie oft man die Tour klettert, sie ist einfach immer wieder toll und speziell der direkte Ausstieg durch das kleine Dach ist einfach super!

Kurze Zeit später, wir kamen uns beinahe vor wie die Huberbuam, stehen wir beide oben auf dem Klosterfels. Der Sonnenuntergang ist zwar schon rum, dafür werden wir von einem glasklaren Sternenhimmel und dem aufgehenden Mond empfangen. Was soll’s, dann machen wir es uns also mal bequem. Hier oben wird es relativ schnell kühl, also packen wir uns warm ein und machen uns über unsere Snacks her.

Biwak auf dem Klosterfels

Der Abend schreitet voran und nach einiger Zeit genießen wir einfach nur noch den Ausblick auf den dunklen Pfälzerwald, das Sternendach über unseren Köpfen und die Stille hier oben auf dem Klosterfels. „Man braucht eigentlich so wenig, um glücklich zu sein!“ denke ich mir noch. Warum sollte ich also in einem Fünf-Sterne-Hotel schlafen, wenn ich hier unzählige habe?

Der Klosterfels ist zwar recht groß, aber oben alles andere als eben. Damit keiner von uns beiden mitten in der Nacht abrauscht, liegen wir in Klettergurt und angeseilt am Standplatz in unseren Schlafsäcken. Das tut dem Komfort und dem Freiheitsgefühl aber keinen Abbruch und so schlafen wir irgendwann glücklich und zufrieden ein.

Mitten in der Nacht werde ich noch mal wach. Die Sterne leuchten hell hier draußen, schließlich gibt es hier keine wirklich große Stadt, die mit ihrer Lichtverschmutzung dagegen angekommen könnte. Also bleibe ich einfach liegen, schaue ins Firmament und warte, bis ich wieder einschlafe.

Abseilen zum Deluxe-Frühstücks

Ich habe mir den Wecker gestellt, um den Sonnenaufgang sehen zu können, also bin ich schon früh wieder wach. Macht nichts, wir waren ja auch nicht sonderlich spät im Bett. Flo will sich das Spektakel ebenfalls nicht entgehen lassen und so liegen wir wieder beide da, jeder in sich gekehrt, und genießen die Natur und die Freiheit hier oben.

Als es richtig hell ist, gönnen wir uns einen Muntermacher und kümmern uns darum, wieder normalen Boden unter die Füße zu bekommen. Wir packen unsere sieben Sachen und richten die Abseilpiste Richtung Wandfuß ein. Unser 70 Meter Seil reicht hier gerade so aus, kürzer dürfte es echt nicht sein! Aber wir kommen beide heile wieder unten an und bringen unsere Ausrüstung ins Auto.

Als keine Belohnung für unser Biwak gönnen wir uns das Deluxe-Frühstücksbuffet im Bärenbrunnerhof. Ohne hier Werbung machen zu wollen, aber wer im Bärenbrunnertal übernachtet, der sollte sich dieses Highlight wirklich nicht entgehen lassen!

Der restliche Tag ist geprägt von schönster Kletterei am Hochstein.

Verhaltensregeln beim Klettern in der Pfalz

Achtet bitte penibel darauf, dass ihr die Regeln der Pfälzer Kletterer einhaltet! Dazu gehören beispielsweise Felssperrungen wegen Vogelschutz, aber natürlich auch solche eigentlich selbstverständlichen Dinge wie, keinen Müll in der Natur zu belassen. Am besten macht ihr natürlich von vorneherein möglichst keinen Müll, den es wegzuräumen gelten würde.

Hier findet ihr die die Sperrliste für die Pfälzer Kletterfelsen (auch mobil) und die Verhaltensregeln der Pfälzer Kletterer.

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Dennis
Dennis
Flachlandtiroler und Bergliebhaber! Im normalen Leben IT’ler, ab und an auch Klettertrainer, aber am liebsten selbst in den Bergen unterwegs. Ob im Fels oder Eis ist eigentlich egal, Hauptsache rauf da!

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