Nach den ersten Höhenmetern erhaschen wir endlich einen Blick auf die Hochwilde
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Blogger-Wanderwochenende Grenzgänger – Einmal um und auf den Hochvogel

Das Prinz-Luitpold-Haus in greifbarer Nähe.

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Ein Wochenende auf dem Grenzgänger

Zeit ist ein Geschenk. Zeit mit guten Freunden und Bekannten ein noch viel größeres. Wie toll ist es, wenn man diese auch noch aktiv verbringen kann! So zum Beispiel im Juni während der Abenteuresuechtig.de Team-Wanderung im Schwarzwald. Ebenfalls bereits vor Monaten hatten wir uns auch entschlossen, gemeinsam mit ein paar Blogger-Kollegen zusammen auf Tour zu gehen. Ausgesucht haben wir uns zwei Etappen des Grenzgänger-Weges, eine etwas anspruchsvollere Mehrtagestour durch die Allgäuer Alpen. Immer an der Grenze zwischen Österreich und Deutschland. Perfekt für ein ambitioniertes Wanderwochenende!

Um aus den beiden Etappen eine Rundtour zu machen muss man nur Etappe 4 in umgekehrter Reihenfolge laufen. Eine Übernachtung auf dem Prinz-Luitpold-Haus, fertig. Es könnte einfacher nicht sein! Start und Endpunkt der Tour ist in unserem Fall Hinterhornbach. Die beiden Etappen sind mit 7 Stunden ähnlich lang. Insofern ist es fast egal, ob man mit Etappe 4 oder Etappe 5 des Grenzgängers startet.  Wir haben uns für den Start auf Etappe 4 entschieden. Hauptgrund: Die Chance, den Hochvogel zum Sonnenaufgang am Sonntag zu erreichen. Wettervorhersage: Super! Also: Auf geht’s!

Tag 1 – Grenzgänger Etappe 4

Das Auto lassen wir auf dem Parkplatz am Ende des Ortes stehen. 4€ pro Tag gehen in ein kleines Kästchen zum Erhalt des Parkplatzes. Fair. Von hier sind es nur ein paar Meter auf Asphalt. Wir biegen links in einen Forstweg ab und erreichen bereits nach wenigen Minuten das Bachbett im Jochbachtal. Das breite Geröllfeld ruft Erinnerungen an Kanada wach. Wir entscheiden uns gegen den eigentlichen Verlauf der Tour und folgen dem Jochbach weiter taleinwärts. Im Schatten des Hochvogels laufen wir mit moderater Steigung ans Ende des Jochbachtals. Jetzt nimmt die Steigung deutlich zu. Der Weg schlängelt sich in Serpentinen recht steil von 1545 auf 2020 m den Hang hinauf auf’s Hornbachjoch. Geil! Oben angekommen ist Zeit für eine kurze Verschnaufpause. Der Ausblick lädt dazu ein, das Ziel des morgigen Tages zu bewundern – den Hochvogel.

Richtung Himmelsecksattel

Vom Hornbachjoch geht es weiter Richtung Himmelsecksattel. Wir verlassen Österreich und befinden uns wieder in Deutschland. Aufgrund eines Erdrutsches ist ein kleiner Abschnitt des Weges etwas knifflig zu gehen. Robert entschließt sich, hier abzubrechen. Ihm ist es zu heikel. Eine mutige Entscheidung. Hut ab! So setzen wir den Weg zu viert fort. Es folgt ein Abschnitt, wie er schöner kaum sein könnte. Schroffe Felsen auf der einen Seite, weite Täler und grüne Wiesen auf der anderen. Eine kleine Almhütte lädt zu einem Päuschen ein. Hier befindet sich auch der einzige Brunnen auf der Etappe. Genau zur richtigen Zeit! Meine zwei Liter hab ich bis hier praktisch leer gesuckelt. 

Der Schneck

Jetzt wartet das Schmankerl des ersten Tages auf uns – der Schneck! Diesen Gipfel gibt es mehr oder weniger gratis, denn er liegt direkt auf der Etappe. Ganz ohne einen kleinen Abstecher und ein paar weitere Höhenmeter erreicht man den Gipfel aber nicht. Die Rucksäcke können immerhin am Weg liegen bleiben. Dennis und Erika nehmen den Gipfelsturm direkt in Angriff. Thomas begleitet die beiden noch bis auf den Vorgipfel. Ich beschließe, das Spektakel der aufziehenden Wolken zu genießen und lege mich unterhalb des Vorgipfels in die Bergwiese. Wie grandios!

Vom Vorgipfel auf den Hauptgipfel führt ein schmaler Grat, der sicher und definitiv ohne Sturz zu überklettern ist. Schwierig ist das Gelände eigentlich nicht, aber der Ausgesetztheit muss man erst einmal Herr werden. Seid also bitte vorsichtig, solltet ihr den Gipfel angehen!

Tagesziel – Prinz-Luitpold-Haus

Das Wetter zieht nun merklich zu. Nicht schlimm, denn das  Ziel des ersten Tages ist nicht weit! Daher machen wir uns auf die Socken, nachdem die drei Gipfelstürmer zurück an der Weggabelung sind. Der Weg vom Schneck hinüber zum Prinz-Luitpold-Haus ist nicht weniger imposant. Rechter Hand bestaunen wir den Grat zwischen „Großer Wilde“, „Vordere Wilde“ und „Kreuz Kopf“. Das Wolkenschauspiel leistet uns dabei Gesellschaft. Wir freuen uns auf ein kühles Bier und ein warmes Abendessen. Verdient haben wir es uns nach 17km und 1800hm im Aufstieg jedenfalls!

Das Prinz-Luitpold-Haus ist eine riesige Hütte mit 268 Schlafplätzen! Und heute Abend ist es voll belegt! Dennoch lässt sich das Team nicht aus der Ruhe bringen, jeder bekommt ein leckeres und üppiges Abendessen und auch für den einen oder anderen Witz ist immer Zeit. So fühlt man sich doch gleich wohl 🙂 Der (Kälte-)Schock kommt dann später, denn das Warmwasser ist bereits aufgebraucht, also heißt es: Klebrig ins Bett oder eiskalt duschen. Wir entscheiden uns für letzteres. Raus kommt eine Rekordduschzeit von gefühlt keiner Minute. Frisch und sauber geht’s ins Bett, der nächste Tag wird früh starten.

Tag 2 – Grenzgänger Etappe 5

Der Wecker klingelt früh! Aber hey, wir wissen ja, wofür wir uns aus den Matratzenlagern quälen… Zum Sonnenaufgang wollen wir, wenn möglich, bereits auf dem Hochvogel stehen. Davon trennen uns 900 hm inklusive einer kleinen Klettersteig-Stelle. Als wir um 05.00 Uhr die Hütte verlassen haben wir die Berge für uns. Eine leichte Brise begleitet uns die ersten Meter. Die Temperaturen sind mild. Es ist herrlich! Die Ruhe, die die Berge ausstrahlen löst in mir ein Gefühl tiefer Dankbarkeit aus. Ich fühle mich zuhause. Nach einer knappen Stunde erreichen wir den Einstieg in den mit Tritten und Stahlseilen versicherten Zustieg zur Balkenscharte. Die Sonne taucht den Horizont bereits in tiefrotes Licht. Der Wahnsinn!!!

Der Hochvogel

Ok, zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel sein wird nichts mehr. Macht aber nichts, denn der spektakuläre Sonnenaufgang beeindruckt auch hier! Und so verweilen wir und… genießen! Das muss, trotz aller Ambitionen, auch einfach mal sein. In der Balkenscharte angekommen liegt vor uns der Einstieg zum Weg auf den Hochvogel. Wir deponieren einen Teil unserer Ausrüstung, bevor wir uns an den Aufstieg machen. Dolomiten-Feeling! Von unten sieht es schwerer aus, als es tatsächlich ist. Zwei kleine aber unschwere Kletterstellen, schon stehen wir am Gipfelkreuz.

Ein besonderer Moment, denn der Hochvogel ist einsturzgefährdet und niemand weiß wirklich genau, wie lange man ihn noch besteigen kann. Die 40 Meter lange, acht Meter tiefe und drei Meter breite Spalte ist nur einen Meter von uns entfernt. Um uns herum eine Menge technisches Equipment, das jede noch so kleine Bewegung des Gipfel beobachtet. Hoffen wir, dass sich der Hochvogel noch etwas Zeit lässt, bis er letztendlich bricht. Wen es interessiert, der kann hier und hier etwas dazu nachlesen. Wer den Gipfel besteigen will, sollte sich jedenfalls nicht mehr allzu viel Zeit lassen.

But now: It’s breakfast time!

Zurück nach Hinterhornbach

Auf dem Rückweg begegnen uns die ersten Wanderer. Alles richtig gemacht! Früh aufstehen lohnt sich einfach immer! Wieder in der Balkenscharte angekommen, trennt uns noch ein 20 m langes Schneefeld vom einfachen Teil des Tages. Dieses ist schnell überwunden. Darunter geht es ans Geröll-Surfen. Ich find’s immer wieder toll! Der Weg ist gut begehbar, kaum ausgesetzt, nicht sonderlich steil. Ein entspannter Abschluss der Tour wartet auf uns. 

Erika fliegt die letzten Meter ab. Eine kleine imaginäre Träne kullert mir über die Wange. Irgendwann tausche ich meinen großen Gleitschirm auch gegen eine Hike&Fly Version. Als wir den Parkplatz erreichen, sitzt sie genüsslich in einem Stuhl hinter dem Auto und genießt die Herbstsonne.

GPS-Tracks

Grenzgänger Etappe 4

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Grenzgänger Etappe 5

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Disclaimer

Den Wanderführer Grenzgänger-Weg (den übrigens unsere liebe Erika geschrieben hat!) mit der gesamtem Tour findet ihr beim Rother-Verlag.

Mit dabei waren: Erika von ulligunde.com. Robert von Vitamin Berge und Thomas von mehrberge.de. Und natürlich Dennis und ich. Die Übernachtung im Gasthof Alpenrose sowie auf dem Prinz-Luitpold-Haus wurden von der Projektleitung des Grenzgänger-Wegs gesponsert. Hier möchten wir uns noch recht herzlich bedanken! 

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Robert
Robert
Robert, unser gebürtiger Schwabe ist hauptberuflich Projektmanager. Seine Freizeit verbringt er am liebsten in der Luft. Wenn er mal gerade nicht auf einer der vielen Sprungplätzen der Welt zum Fallschirmspringen anzutreffen ist, verbringt er seine Freizeit mit Gleitschirmfliegen, Mountainbiken, Klettern, Wandern, Skitourengehen oder Tauchen.

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