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Climb & Hike im Allgäu und Pitztal

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Cimb and Hike im Allgäu und Pitztal und wie es dazu kam…

Wie wir in dem Beitrag zum Salbit Südgrat berichtet hatten, war mein ursprünglicher Plan mit Günther Hochtouren im Monte Rosa Massiv zu gehen während Dennis seinen Eiskurs auf dem Taschachhaus im Pitztal absolvierte. Wie allerdings so oft im Leben kam es anders als man denkt und es wurde aufgrund einer starken Erkältung von Günther für mich eine Climb & Hike Woche mit Lisa und Kati draus.

Samstag & Sonntag, 27-28.07.2013 – Planänderung

Ich brachte am Samstag den 27. Juli Dennis zum Bahnhof in Luzern und fuhr dann ganz gemütlich nach Angaben des Navi zum San Bernadino, wo ich Günther treffen sollte,  zumindest dachte ich, dass ich dort Günther treffe… Normalerweise bin ich ja ein guter Navigator aber hier ließ mich meine geographische Orientierung mal stark im Stich. Viel zu spät stellte ich fest, dass wir uns am Großen Sankt Bernhardt treffen wollten und nicht am San Bernadino. Ich war also am anderen Ende der Schweiz und kam nach einer kleinen Odysse durch die Poebene, immerhin war ich so auch einmal fast in Mailand, dann doch im Hotel am Großen Sankt Bernhardt an. Günther hatte mir netterweise etwas Brotzeit organisiert und so aß ich noch ein paar Bissen bevor wir in die Betten gingen. Die Nacht verlief bei Günther dann alles andere als gut und er wachte am nächsten Morgen mit Schüttelfrost und Fieber auf. Schnell war klar, dass es für uns beide heute nicht wie geplant auf die Gnifettihütte (immerhin auf gut 3600 Metern) ging. Günther entschied sich nach dem Frühstück für die Abreise nach Deutschland und ich musste mir schnell Alternativen überlegen.

Für’s erste fuhr ich mit etwas Wehmut in der Brust, welche die Vorfreude kurzzeitig ersetzt hatte, aus der Schweiz Richtung Stuttgart zu Markus und Lilli. Die Wehmut wurde aber während der Fahrt dann doch wieder durch Vorfreude auf die Tourenwoche mit Dennis vertrieben und schließlich dachte ich mir immer wieder „wir sind ja noch jung und die Berge stehen auch nächstes Jahr noch dort“.

Montag & Dienstag, 29-30.07.2013 – Abfahrt ins Allgäu und Klettern am Aggenstein

Die Tür zum Allgäu

Nach einem gemütlichen Abend mit Steaks und anderem Grillgut fuhr ich am Montagmorgen zu Lisa nach Kempten. Eigentlich wollte ich zum Konditionstraining auf den Grünten rennen, aber nachdem es den ganzen Tag nur aus Eimern schüttete, entschied ich mich doch für Kaffee, Kuchen, Leberkäs‘ und eine ausgiebige Tourenplanung für die folgende Woche mit Dennis. Abends gingen Lisa und ich dann noch in eine gemütliche Kneipe und dann auch recht zeitig in die Betten. Der Wecker klingelte unmenschlich bereits um 6 Uhr. Schnell wurde die Ausrüstung gepackt, der örtliche favorisierte Glutenhändler abgeklappert und schon saßen wir im Auto Richtung Pfronten. Die gut 500 Höhenmeter zur Bad Kissinger Hütte waren in einer Stunde erledigt, um dann gegen 9 Uhr dort festzustellen, dass es am Aggenstein (1968m) noch neblig und nass war.

Zustieg Aggenstein, noch im Nieselregen

Also trockneten wir vier (Hubi, Petr, Lisa und ich) erst mal unsere Sachen und relaxten bei Kaffee, Kakao und einer Brotzeit. Gegen 10 Uhr machten wir uns dann doch Richtung Aggenstein Südwand auf, welche von der Hütte in knapp 20 Minuten erreicht werden kann. Nachdem Hubi und Petr ihre erste Mehrseillängentour kletterten, entschieden die beiden sich für eine 3+ an der linken Südwestkante des Aggensteins.

Petr in der exponierten Nachbartour

Die Tour war nicht schwer, die Absicherung allerdings dann auch nicht wirklich gut. Die beiden Jungs standen gleich mal vor ihrer ersten mentalen Herausforderung im Alpinklettern mit Hakenabständen weit über 10 Metern. Für Lisa war es auch die erste Mehrseillängentour und so entschieden wir uns beide für die parallel verlaufende Westtangente. Eine schöne 4+, welche auch nicht immer perfekt abgesichert ist und in der Schlüsselseillänge einer etwas ausgesetzte Verschneidung auf den Grat hoch folgt.

Lisa in der Schlüsselseillänge

Ich kletterte alle Seillängen im Vorstieg und Lisa stieg souverän – trotz schwerem Rucksack – nach. Nach 2,5 Stunden und jeweils 5 Seillängen standen beide Seilschaften auf dem südlichen Vorgipfel des Aggensteins. Von dort folgt man einem kurzen, ausgesetzten Grat zum Hauptgipfel, welchen Lisa dann auch nach etwas Mutzusprache frei gehen konnte.

Funny Aggenstein GipfelDie Gipfelstürmer

Gegen 14Uhr saßen wir wieder bei Bier und Suppe auf der Bad Kissinger Hütte und stiegen nach einer Pause schnell ins Tal ab.

Bad Kissinger Hütte

Gegen 20 Uhr kam dann auch Kati aus Mainz in Kempten an und wir gingen abends gemeinsam mit Lisa noch etwas in das schöne  Kempten.

Mittwoch, 31.07.2013 – Abfahrt ins Pitztal

Kati und ich starteten gemütlich in den Tag und gönnten uns ein sehr leckeres Müslifrühstück in der Innenstadt von Kempten. Anschließend ging es Richtung Pitztal wo wir gegen 14 Uhr in Mandarfen ankamen. Die Rucksäcke wurden geschultert und wir folgten einem wunderschönen Wanderweg 600 Höhenmeter durch das Hirschtal zum Riffelsee hoch.

Riffelsee - ein Traum

Kati meisterte ihre erste Bergtour mit Bravur und kämpfte sich langsam den Hang durch die Blumenwiesen hoch. Am Riffelsee, welcher echt wunderschön in der Pitztaler Bergwelt liegt und nur durch die Winterliftanlagen etwas verschandelt wird, machten wir ausgiebig Brotzeit und watschelten dann die letzten 15 Minuten zur Riffelseehütte hinüber.

Kati am Plantschen

Nachdem wir unsere Lager bezogen und die umliegende Bergwelt genossen hatten, ging es nach Käsespätzle und Kaiserschmarrn in die Betten.

Donnerstag, 01.08.2013 – Fuldaer Höhenweg

Für den nächsten Tage hatten wir uns dann Kati’s erste richtige Tages-Bergtour vorgenommen.  Der Weg führte uns über den schönen Fuldaer Höhenweg immer die Pitztaler Gletscherwelt vor Augen zum 2.434 Meter hoch gelegenen Taschachhaus.

Gletscherpanorama Pitztal

Dennis, welcher gerade zu dieser Zeit hier seinen Eiskurs absolvierte, trafen wir zwar nicht an, dafür aber ein schönes kühles Radler. Anschließend ging es nach einer schönen Rast die steile Schuttmoräne hinunter, über welche der neue Hüttenzustieg unschön nach dem letzten Bergsturz am „Kettenweg“ führt.

Umleitung aufgrund des gesperrten Kettenwegs

Danach verläuft der Weg recht langwierig auf einer mehr oder weniger breiten Schotterpiste Kilometer für Kilometer zur Taschachalm und von dieser weiter ins Tal nach Mandarfen. Nachdem Kati nach dieser mit gut 20 Kilometer langen und einige hundert Höhenmeter hohen Tour schon recht geschafft war und auch eine ordentliche Novizenfußblase aufwies (die nächste Bergtour mit richtigen Socken war dann schon viel besser ;-)), entschlossen wir uns mit der Riffelseebahn wieder hinauf zum See zu fahren und die 10 Minuten zur Hütte hinüber zu schlendern. Der Abend klang dann bei einem zünftigen Abendmahl und dem verdienten Bier aus. Auch heute fielen wir wieder recht früh in die Betten.

Bergsteigeridylle

Freitag, 02.08.2013 – Vom Pitztal ins Ötztal

Nachdem wir beide ausgeschlafen und gemütlich gefrühstückt hatten, fuhr Kati aufgrund der angeschlagenen Füße mit der Bahn ins Tal. Ich selber nutze den schönen Morgen für eine kleine Trainingstour ins Tal und wollte zudem das Geld für die Bahn sparen. Nach gut 40 Minuten waren die knapp 700 Höhenmeter bewältigt und wir beide fuhren rüber ins Ötztal, wo wir noch einen kleinen Spaziergang durch den Talgrund mit einer ausgedehnten Mittagspause an einer schönen Kapelle absolvierten und dann im Aquadome in Längenfeld den Tag bei Sauna und Wellness ausklingen ließen. Am nächsten Morgen ging es dann für meine Interimsbegleiterin Kati mit dem Zug zurück nach Mainz und ich holte Dennis in Imst ab, um den Tag für die Anreise ins Saas Tal zu nutzen. Schließlich wollten wir ja nun gemeinsam noch einige Berge besteigen.

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Flo
Flo

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