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Höher, schneller, nix weiter! Der SINE-MAINZ Kletterwettkampf

SINE-Kletterwettkampf

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Zufällig wurde ich vergangene Woche auf diesen Fun-Kletterwettkampf am 22.02.2014 eines lokalen Outdoor-Ausstatters aufmerksam. Natürlich waren Flo und ich gleich ganz angetan, dort teilzunehmen, zumal wir bei allen bisherigen Spaßwettkämpfen der letzten Jahre keine Zeit hatten.
Also schmissen wir unsere Pläne, Freitag Abend klettern zu gehen über den Haufen, meldeten uns für den Kletterwettkampf an und trafen uns am Samstag Nachmittag im Bewegungsforum Nieder-Olm, um mit 33 weiteren Jungs und fünf Mädels die Wände zu rocken. Das Schrauberteam von Sine hatte ganze Arbeit geleistet und ein paar wirklich schöne Routen an die Wand gezaubert.

Gut gelaunt aber leider etwas unscharf ;)

Die Regeln waren relativ simpel:

  • Die Routen starten unten eher leicht und werden nach oben hin immer schwieriger
  • Die Routenschrauber klettert die Route ein Mal vor
  • Alle Teilnehmer dürfen den anderen zusehen und sie anfeuern, um ein „Miteinander“ statt einem „Gegeneinander“ zu schaffen
  • Geklettert wird im Vorstieg (Flash) bis zum Sturz bzw. dem letzten Griff der Route
  • Je höher ein Kletterer kommt, desto mehr Punkte sammelt er/sie
  • Es gibt pro Geschlecht zwei Qualifikationsrouten, eine Halbfinal- und eine Finalroute
  • Die fünfzehn besten Teilnehmer qualifizieren sich für das Halbfinale, die dort wiederum besten fünf für das Finale
  • Die Preise werden, ebenfalls ganz nach dem Motto „Miteinander“ nicht an die besten Teilnehmer verteilt, sondern unter allen ausgelost

Gegen halb fünf startete dann die erste Qualifikationsrunde der Herren, die Route begann unten im oberen fünften Grad und endete in 13,5 Metern Höhe bei etwa 7+. Zuerst ging es recht gerade nach oben, dann folgte eine Traverse nach rechts, um dann wieder gerade und an immer kleiner werdenden Griffen und Tritten weiter nach oben zu klettern. Nach mir war direkt Flo an der Reihe, der sich ebenfalls gut schlug, vor allen Dingen, da er in den letzten 8-12 Wochen verletzungsbedingt kaum zum Klettern gekommen war.

Hoch, rechts, hoch... Dennis mittendrin statt nur dabei. Kurz vor dem Top.

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwischendurch wurde, aufgrund der bereits fortgeschrittenen Zeit, entschieden, dass die Damen parallel zu unsere Quali 1 ebenfalls mit ihrer ersten Quali-Routen beginnen sollten. Ich habe die Route selbst nicht probiert, aber beim Zuschauen juckten mir auch hier die Finger! Da die fünf Mädels mit ihrer ersten Quali natürlich ziemlich schnell durch waren, könnten wir Jungs danach auch gleich in die benachbarte Route und damit in die Qualifikationsrunde zwei einsteigen. Der Routenschrauber zeigte uns auch hier, was er sich beim Schrauben gedacht hat und wir hatten die Möglichkeit, uns ein paar wertvolle Tricks abzugucken. Die Reihenfolge in Runde zwei war die gleiche wie in der ersten, so hatte ich noch ein paar Minuten Zeit. Ich konzentrierte mich auf die Route und sah den ersten Kletterern zu, sowie den letzten in Route eins.

Flo kurz nach dem Einstieg. Jetzt nur schön stabil stehen...

 

 

 

 

 

 

 

 

Lange dauerte es nicht und ich war an der Reihe. Also rein in die neuen/alten Schuhe, einbinden ins Seil und ab an die Wand. Im unteren Bereich lag die Route laut Moderator Philipp im sechsten UIAA-Grad, der Top-Griff, also das Ziel, sollte bei 8 liegen, also meinem derzeitigen Maximum. Auch die zweite Route war wirklich schön, es ging zuerst wieder gerade nach oben, vorbei bzw. leicht über zwei Volumen und dann leicht nach rechts mit Tritten an der benachbarten Wand, die vom Kletternden schöne und schon fast athletische Bewegungen erforderten. Danach wieder nach links, so dass die Linie insgesamt sehr gerade verlief und über ein paar schöne und teils kleine Leisten und Aufleger zum Top. Und genau dieser letzte Zug von einem Aufleger zum Schlussgriff klappte dann leider nicht mehr. Ich nahm Schwung und wollte den letzten Griff anspringen, rutschte aber ab und stürzte. Die volle Punktzahl konnte ich also für diese Tour nicht verbuchen und so hoffte ich, dass es noch für das Halbfinale reichen würde. Im Anschluss stieg sofort Flo in die Route ein und kletterte schon fast über seinem Limit, schön und ruhig, bis er leider auf etwa 2/3 stürzte und vom Sichernden abgelassen wurde.

Dennis kurz nach dem Einstieg Dennis an der ersten Crux

 

 

 

 

 

 

 

Flo macht sich ganz lang Kurz nachchalken, dann geht es weiter...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die nächste halbe Stunde sahen wir den restlichen Kletterern bei den Herren zu und den Damen, die in ihre zweite Quali übergingen und damit unsere erste Route kletterten. Alle von ihnen gaben, wie natürlich auch wir Jungs 😉 ihr bestes und es machte wirklich Spaß, zuzusehen!

Ich hatte es glücklicherweise ins Halbfinale geschafft, Flo leider nicht. Er ließ es sich aber natürlich nicht nehmen, noch dort zu bleiben und mir gemeinsam mit ein paar anderen mentalen Beistand zu leisten. Da wir aber beide um 20 Uhr wieder los mussten, durfte ich bereits als zweiter Teilnehmer im Halbfinale starten, also musste ich nicht lange warten. Die Route für das Herren Halbfinale war vom Anblick her mein persönlicher Favorit! Erst musste drei bis vier Meter von links nach rechts traversiert werden, bevor man den ersten überhängenden Wandteil erreicht und langsam an Höhe gewinnt. Immer noch ungesichert und in ca. zwei Metern Höhe mussten wir ein Volumen überwinden, um die erste Expressschlinge zu erreichen. Aus diesem Grund lagen unten am Wandfuß auch Matten, die einen eventuellen Sturz abfangen sollten. Nach dem Volumen zog die Schwierigkeit stark an die Route verlief hinüber in einen deutlich überhängenderen Wandbereich mit kleinen Leisten und Tritten.

Von links aus kommend geht es zum ersten hohen Griff Stabilen Stand suchen, um zu clippen

 

 

 

 

 

 

 

Kräftig ziehen an der ersten, schwierigen Stelle Das hat leider nicht geklappt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Genau ist es dann leider auch passiert. Ich verpasste beim Clippen mehrfach meine Zwischensicherung, bis mir die Kraft ausging und ich plötzlich aus der Wand fiel. Der Sturz sah von unten wohl spektakulärer aus, als er es eigentlich war, denn zwei oder drei Sine-Teammitglieder kamen zu mir und fragen, ob ich mir weh getan hätte. Ich kam zwar, weil ich die zweite Expressschlinge ausgelassen und die dritte ja nicht clippen konnte, mit dem Fuß auf dem Boden auf, aber glücklicherweise nur auf der Weichbodenmatte, weshalb ich mir nichts getan hatte. Außer einem kleinen Knacks im Selbstbewusstsein, weil ich normalerweise nie Probleme mit dem Clippen habe, war also alles in Ordnung 🙂

Damit war der Kletterwettkampf zumindest für uns zu Ende, aber die Hauptsache ist und bleibt ja, dass es Spaß gemacht hat.

Leider konnten wir wegen der zumindest für uns bereits sehr fortgeschrittenen Uhrzeit nur noch einen weiteren Kletterer beobachten und mussten danach von dannen ziehen. Die Simmung, das Team, die Routen und die Idee hinter dem Funcup waren jedoch super und so würden wir beim nächsten Mal mit Sicherheit wieder auf der Teilnehmerliste stehen!

Vielen Dank also an SINE-Mainz und das Bewegungsforum Nieder-Olm für den schönen Samstag-Nachmittag!

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Dennis
Dennis
Flachlandtiroler und Bergliebhaber! Im normalen Leben IT’ler, ab und an auch Klettertrainer, aber am liebsten selbst in den Bergen unterwegs. Ob im Fels oder Eis ist eigentlich egal, Hauptsache rauf da!

2 Kommentare

  1. Timo sagt:

    Hallo Zusammen,

    ich möchte Dennis Artikel, da er ja leider nicht bis zum Ende bleiben konnte, noch ein paar Worte über den weiteren Verlauf hinzufügen.

    Die meisten Kletterer scheiterten an oder kurz nach der Stelle, an der auch Dennis stürzte. Michi, der Schrauber der Tour, hatte hier scheinbar eine echt kniffelige Stelle eingebaut. Nur die Wenigsten schafften es bis ganz nach oben.
    Ähnlich ging es den Frauen, die diese Route als Finale klettern mussten.

    Das Herrenfinale wurde von dem Black Diamond Athlet und 9a+ Kletterer Daniel Jung geschraubt und somit auch vorgeklettert und zwar in TURNSCHUHEN!

    Die Schwierigkeit stieg auch hier je weiter man nach oben kam. Erst 8, dann 9 und zum Ende hin übers Dach ne 10-.
    Highlights der Route waren gleich zum zweiten Griff ein Sprung in etwa 1,5m Höhe und eine 180 Grad-Drehung im Dach. Lediglich drei der neun Finalisten kamen bis zum Dach, nur einer konnte den Endgriff berühren und gewann somit den Wettkampf.

    Ich kann Dennis nur bestätigen!

    Die Idee, dass ganze unter dem Motto „Miteinander“ zu veranstalten und das auch inklusive der Preise (die ja unter Allen Teilnehmenden verlost wurden), so zu gestalten, erzeugte eine echt super Stimmung!

    Ich hoffe, dass es auch im nächsten Jahr wieder einen solchen Wettkampf geben wird!

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