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24. November 2012
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5. Dezember 2012

Luang Pabang und Pakse – Die Reise geht weiter

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Samstag, 24.11.2012

Wie geplant kamen wir in Luang Prabang an und machten uns sogleich auf die Suche nach einem Guesthouse. Da Flo und Bazi hier schon 2008 waren, versuchten wir unser Glück in dem Hostel, in dem die beiden auch damals schon abgestiegen waren und in sehr guter Erinnerungen hatten. Und siehe da, es waren noch Zimmer im Khem Khong Guesthouse frei. Für umgerechnet 10€ pro Nacht und Zimmer hatten wir zwar kleine aber mit einem Ventilator und integrierten Bad ausgestattete Zimmer, also alles, was man braucht. Das Guesthouse können wir nur empfehlen, ist es doch sauber, die Betreiberfamilie freundlich und die Lage direkt auf der Halbinsel zwischen Mekong und Nam Khan einfach top!
Nachdem wir und unsere amerikanische Gastreisende Kristin die Zimmer bezogen hatten, ging es auch gleich auf die Suche nach einem kulinarischen Leckerbissen für’s Abendessen. Nach dem obligatorischen Gut-Nacht-Beer-Lao ging es dann auch schlafzeitoptimiert in die Betten.

Sonntag, 25.11.2012

Jeden Morgen ab 6:00 Uhr bzw. zu Sonnenaufgang gibt es in Luang Prabang ein ganz besonderes Spektakel. Die buddhistischen Mönche gehen zum „Bettelgang“ – touristisch liebevoll „Monkfeeding“ genannt – , sie laufen dabei durch die Strassen an allerlei Gläubigen und Touristen vorbei und bitten um Spenden in Form von Essen. Im Normalfall sollte dies in Ruhe und Würde stattfinden, jedoch mutiert dieser Gang mehr und mehr zur Touristenattraktion. Wir stellten uns unsere Wecker auf 5:30 Uhr und machten uns direkt nach dem Aufstehen auf den Weg zum Kloster Wat Xieng Thong, um auf der gegenüberliegenden Straßenseite unsere Plätze einzunehmen und die Prozession der Mönche abzuwarten. Was mir hierbei jedoch gar nicht gefallen hat, war die Tatsache, dass es, wie schon geschrieben, mehr und mehr zu einer Touristen-Attraktion mit geführten Touren usw. wird, sprich die Touristen werden dort abgesetzt und spenden ebenfalls Essen, welches aber oftmals von schlechter Qualität und daher für die Mönche ungenießbar ist. Außerdem gibt es auch ein paar Exemplare jener Touris, die mit Kamera und Blitz vor den Mönchen herlaufen, um diese auch ja perfekt ablichten zu können. Mit Respekt hat dies meiner Meinung nach wenig bis gar nichts zu tun… Flo und Bazi hattten dies vier Jahre vorher wohl noch wesentlich typischer und würdevoller in einer sehr mystischen Stimmung mit einer Hand voll Touristen erlebt. Aber laut den beiden hat sich der Tourismus in Luang Prabang wohl ziemich gewandelt, auch wenn dieses koloniale Städtchen sicher immer noch eine Reise wert ist!

Nachdem der Bettelgang abgeschlossen war machten wir uns auf den Weg zum Morgenmarkt, der ebenfalls jeden Tag stattfindet und auf dem man von allerlei unnötigem Kleinzeug bis hin zu allem Vorstellbaren und Unvorstellbaren zu Essen kaufen kann. Von verschiedenen Früchten und Pilzen über lebendige Krabben bis hin zu Fledermausflügel… man muss schon hart im Nehmen sein um schon am frühen Morgen mit all den Gerüchen klar zu kommen, aber ein Land lernt man meist über seine Märkte am besten kennen und daher war dies echt toll dort!

Da Clemi noch etwas müde war, ging es für ihn zurück ins Hostel, für Bazi, Flo und mich ab in den Wat Xieng Thong, um den Tempel nicht nur von außen zu sehen, sondern auch die Gebäude zu besichtigen, Kultur muss schließlich auch sein. Dieser Tempel ist der älteste und gleichzeitig auch schönste Luang Prabangs und stammt bereits aus dem 15. Jahrhundert. Gerade das 7-fache Holzdach, welches wie eine Glucke über ihre Jungen hüttet und nach unten immer kleiner wird, ist ein architektonisches Kunststück für diese Zeit.

Nach einem Stadtspaziergang ging es dann auch für uns zurück ins Hostel (Flo machte noch einen Abstecher bei einer laotischen Aromamassage), duschen und dann mit Clemi und Kristin, die immer noch mit uns unterwegs war, hinauf auf den Mount Phousi, von wo aus wir uns den Sonnenuntergang mit einigen anderen Touristen anschauen wollten.

Nachdem die Sonne untergegangen war machten wir uns in der Finsternis daran, die 385 Stufen hinab nach Luang Prabang zu laufen, um den Nachtmarkt zu besuchen, den wir uns am Vorabend schon kurz angesehen hatten. Hier gibt es allerlei Textilien, Schals, T-Shirts usw. für wenig Geld zu kaufen und verhandelt muss man hier glücklicherweise bei weitem nicht so viel wie in Thailand. Direkt an den normalen Nachtmarkt schließt sich ein weiterer an, auf dem es wieder viele leckere und gewöhnungsbedürftige Dinge zu Essen gibt.

Also suchten wir uns ein paar Leckereien aus, machten es uns an einem der vielen Tische gemütlich und genossen das laotische Abendessen, bevor sich Clemi und Kristin auf den Weg in ihre Betten machten und Bazi, Flo und ich noch eine Bar am Mekong aufsuchten, um – wie soll es anders sein – ein Gute-Nacht-Beer-Lao zu trinken. 🙂

Montag, 26.11.2012

Unsere beiden erfahrenen Laos-Reisenden Bazi und Flo (sie waren ja bereits vier Jahre vorher 6 Tage hier) hatten für diesen Tag einen Kochkurs gebucht, deshalb machten sich Clemi, Kristin und ich allein auf den Weg durch das schöne Städtchen Luang Prabang. Wir hatten uns für umgerechnet 2€ pro Person Fahrräder ausgeliehen, um schneller voran zu kommen, damit wir möglichst viel sehen würden. Nach dem Frühstück ging es auch schon los Richtung Süden und um den Mount Phousi herum. Die Tour hatten wir im Lonely Planet gelesen und die erste Station sollte ein Museum sein, welches jedoch leider Montags geschlossen hatte. Darum ging es für uns direkt zu einem gigantischen Fußabdruck Buddhas, welcher in einem Kloster auf dem Berg zu sehen ist. Sollte dies tatsächlich stimmen, war Buddha tatsächlich ziemlich groß 🙂 Dort kamen wir jedoch auch mit ein paar Novizen des Klosters ins Gespräch, die mehr als nur Interessiert alle möglichen Details aus unserem Leben wissen wollten, woher wir kommen, was wir arbeiten, wie viele Geschwister wir haben usw. Es war ein sehr nettes Gespräch, das wir leider aufgrund der knappen Zeit nach rund einer Viertelstunde unterbrechen mussten, jedoch versprachen, am kommenden Tag noch mal kurz vor unserer Abreise vorbei zu kommen. Direkt danach stand eine Bambusbrücke für Fußgänger auf dem Plan, welche nur in der Trockenzeit den zweiten die Halbinsel umschließenden Fluss Nam Khan überquert. In der Regenzeit muss die Brücke abgebaut werden. Etwas wackelig und abenteuerlich, aber doch stabil führte uns die Brücke auf die gegenüberliegende Flussseite und wieder zurück.

Die letze Station vor dem Mittagessen bildete nochmals der Wat Xieng Thong, den die beiden anderen noch nicht gesehen hatten und weshalb ich einfach noch mal mit dort hin fuhr. Nach dem Essen trafen wir uns auch schon mit Flo und Bazi, organisierten uns ein TukTuk und besuchten den Tad-Se, einen Wasserfall in der Nähe von Luang Prabang, der sich prima zum Schwimmen und für einen Spaziergang durch den Dschungel eigenet. Mit dem TukTuk fuhren wir also ca. zwanzig Minuten bis zu einem Bootsanleger am Nam Khan, von dort aus wurden wir weitere drei oder vier Minuten flussaufwärts ans andere Ufer gefahren, wo sich der Wasserfall mit einem angrenzenden Park befindet. Nach einer kurzen Erkundungstour zogen wir unsere Badesachen an und stürzten uns in das klare und angenehm kühle Nass.

Als außer uns keine weiteren Gäste mehr dort waren, gab uns unser TukTuk-Fahrer, der die ganze Zeit bei uns war, zu verstehen, dass wir uns auch auf den Weg machen müssten, leider war es jedoch schon zu spät, denn nur wenige Minuten später fing es heftig an zu regnen und bis wir mit dem Longboat wieder auf der richtigen Seite des Nam Khan waren und im TukTuk saßen, waren wir alle bis auf die Knochen durchnässt. Lustig war es dennoch und Klamotten trocknen ja glücklicherweise auch wieder 🙂 Nachdem wir wieder zurück in Luang Prabang waren stand nur noch ein lockerer Abend auf dem Plan. Da wir alle Lust auf etwas anderes als asiatische Küche hatten, machten wir uns auf den Weg zu einem laut Reiseführer tollen Burger-Restaurant, Flo und Clemi besuchten danach nochmals den Nachtmarkt und wir drei anderen ließen es uns währenddessen bei einer laotischen Massage gut gehen. Außerdem bemerkten wir leider, dass wir uns bei den Flugzeiten vertan hatten. Unser Flieger am Folgetag sollte uns nicht erst um 13 Uhr nach Pakse bringen, sondern bereits um elf Uhr, weshalb es für mich leider unmöglich sein würde, mich nochmals mit den Novizen im Kloster zu treffen. Da ich es hoch und heilig versprochen hatte, sprang Kristin glücklicherweise in die Presche und versprach, am kommenden Tag pünktlich im Kloster zu sein, um die Sachlage zu erklären, damit wir die Novizen nicht enttäuschen würden.

Der Kochkurs war übrigens laut den beiden anderen ein voller Erfolg. Es gab erst einen gemeinsamen Marktbesuch und eine Einführung in die Zutaten der laotischen Küche, anschließend wurde vorgeführt wie dekorativ in der laotischen Küche gearbeitet wird und wie die Zutaten zu schneiden und zu präprerieren sind, um unterschiedliche Funktionen zu erfüllen. Anschließend wurden 7 Gerichte nach einander gekocht und auch verzerrt. Zum Abschluss gabe es ein Zertifikat und ein Kochbuch. Wir sind daher nun alle gespannt, wann wir von den beiden entsprechend verwöhnt werden. 😉

Dienstag, 27.11.2012

Der erste Teil unserer Reise sollte heute sein Ende nehmen, nämlich der Norden von Laos… ab in den Süden, auf zu neuen Abenteuern!

Um halb neun verabschiedeten wir uns nach eine Woche schließlich von Kristin, die noch zwei weitere Tage in Luang Prabang bleiben würde und gingen zum Frühstück. Danach luden wir die Rucksäcke in ein TukTuk und machten uns auf den Weg zum Flughafen. Dort angekommen bewunderten wir erst einmal den atemberaubenden Tower, so was müsste man in Europa mal zu sehen bekommen, einfach Klasse 🙂

Der Flug verlief problemlos und so konnten wir gegen 13 Uhr in Pakse landen und nach einem Guesthouse in der Stadt suchen. Da in unserem favourisierten Hostel „Sabaidy2“ noch genug Zimmer frei waren, blieben wir gleich hier. Das Hostel ist wirklich nett, die Zimmer sauber und das Personal freundlich und hilfsbereit.
Während eines ausgedehnten Stadtspaziergangs, welcher uns unter anderem an einer alten Kolonialzeitkirche der Franzosen vorbeiführte, entdeckten wir nette Straßenrestaurants, in denen wir die einzigen Touristen waren und sehr gute laotische Speisen bekamen.

Danach machten wir es uns am Mekong gemütlich und genossen den Sonnernuntergang bei Beerlao und laotischen Reisbällchen, bevor wir uns in der Dunkelheit zurück ins Hostel machten. An den Pancakes für 1€ das Stück konnten wir leider nicht vorbei… 😉 Außerdem reservierten wir uns noch die Motorroller für unseren bevorstehenden Trip auf’s Bolaven-Plateau.

Mittwoch, 28.11.2012

Früh aufstehen stand heute mal wieder auf dem Plan. Der Wecker klingelte um sieben Uhr und auf der Hauptstraße rund 500 Meter vom Hostel entfernt starteten wir den Tag mit einer heißen Suppe auch Phoe genannt, süchtigmachendem Kaffee und Fruchtshakes, ein Luxusfrühstück auf laotisch…
Direkt daneben bekamen wir unsere Roller, 110ccm von Suzuki sollten jeden von uns in den kommenden vier Tagen durch die Gegend tragen. Die Daypacks waren bereits gepackt, also reservierten wir uns im Hostel ein Zimmer für in drei Tagen, ließen die großen Rucksäcke im Gepäckraum einlagern und dann ging es auch schon los. Das Ziel war eine dreitägige Umrundung des Bolaven-Plateaus, eine Hochebene, die vor allem für ihren Kaffeeanbau und diverse, teils spektakuläre Wasserfälle bekannt ist.

Die erste Station war ein solcher Wasserfall und zwar der Tad Pha Souam, an dem es auch ein sehr nettes Restaurant gibt, also nutzten wir den tolle Ausblick von der Terasse auch gleich für ein frühes Mittagessen aus. Ein anschließendes Fotoshooting vor dem Wasserfall gehörte selbstverständlich auch dazu.

Weiter ging es Richtung Westen, vorbei an diversen Obstplantagen mit Bananen und Mangos. In Houay Houn, einem kleinen Weberdorf bot sich dann der erste Kaffeestop an. Eine laotische Familie und ein Österreicher locken hier schon auf der Straße mit großen Schildern „Fresh Roasted Coffee“, da konnten wir einfach nicht widerstehen, zumal dieser Stop auch schon im Loose-Reiseführer empfohlen wurde. Also wurde kurzerhand abgebogen die Roller auf dem wunderschönen Grundstück abgestellt und vier Kaffee bestellt.

Zwei Deutsche, die wir an der Tankstelle 20km vorher bereits gesehen hatten, gesellten sich zu uns und so genossen wir den wirklich super leckeren Kaffee, geröstete Erdnüsse und unterhielten uns gegenseitig mit allerlei Geschichten, während wir dort zwei Stunden wegen einsetzendem Starkregen festsaßen. Nachdem es aufgehört hatte zu regnen, ging unsere Tour weiter bis nach Tad Lo, einem weiteren Wasserfall mit dazugehörigem Guesthouse, leider sehr teuer, aber mit einem wunderschönen Ausblick von der Terasse aus direkt auf den Wasserfall.
Schon den ganzen Tag über fiel mir auf, wie sehr sich die auf und um das Plateau lebenden Laoten und ganz besonders die Kinder freuen, wenn Touristen wie wir dort vorbei fahren. Ganze Gruppen von Schulkindern drehten sich nach uns um, musterten uns, winkten uns im Vorbeifahren mit einem breiten Grinsen im Gesicht nd einem freundlichen „Sawadiiiiii“ 🙂
Der restliche Abend verlief ruhig, wir aßen im Guesthouse und erzählten so lange Geschichten aus unserer Vergangenheit, bis wir die letzten Gäste auf der Terasse waren oder wie die Amis sagen „We solved all the world’s problems, but we forgot to write down the answers!“ 😉 Dann ging es ins Bett, der erste Tag der Tour war geschafft.

Donnerstag, 29.11.2012

Nach dem zum Zimmer gebuchten „American Breakfast“, welches uns alle nicht gerade vom Hocker hauen sollte, ging es wieder ab auf unsere Roller und „on the road again“. In Thateng kauften wir auf einem Markt 20 Stifte und Schulhefte, die wir auf unserem Weg über das Plateau an einer der zahlreichen Schulen verschenken wollten, danach ging es weiter Richtung Tad Hua Khon, wo wir unsere zweite Nacht verbringen wollten.

Tad Hua Khon heißt übersetzt „Wasserfall der Menschenköpfe“ und der grausame Name kommt nicht von ungefähr: Im zweiten Weltkrieg richteten die japanischen Besatzer an der Fallstufe des fünf Meter hohen Wasserfalls Laoten hin und noch Jahre später wurden im Fluss menschliche Schädel und zwei Samuraischwerter gefunden. Wir nutzten den Stop jedoch dazu, mit jeder Menge laotischer Kinder an der Seite des Wasserfalls empor zu klettern und dann die vier bis fünf Meter wieder hinunter zu springen, auch hier schlug uns wieder eine Welle der Begeisterung entgegen 🙂

Danach machten wir uns daran, unsere Unterkunft ein paar hundert Meter weiter zu beziehen, ziemlich spartanische Bungalows, die dafür aber mit 5€ pro Nacht und Bungalow doch sehr günstig gegenüber dem Guesthouse des Vorabends waren, wo wir 18€ gezahlt hatten. Ein Beerlao in einem „Restaurant“ an der Hauptstraße und ein nettes Gespräch mit den dort sitzenden Laoten später ging es wieder zurück ins Guesthouse, unser Magen knurrte bereits und jeder von uns freute sich schon auf ein leckeres Abendessen.
Wie so oft hier in Laos dauert einfach alles seine Zeit. Ein Kaffee kommt nach 10 Minuten, ein Essen dauert schon mal eine Stunde, aber wenn man sich mal darauf eingelassen hat, dann kann man einfach entspannen und die Seele baumeln lassen, während Essen und Trinken vorbereitet werden…
Nach dem sehr leckeren Abendessen und zwei weiteren Beerlao machten wir es uns vor Bazis und meinem Bungalow gemütlich und quatschten noch eine Weile, bevor wir ins Bett gingen, der nächste Tag sollte noch mal anstrengend werden.

An dieser Stelle übergebe ich an Flo, der den Rest der Tour zusammenfassen wird 🙂

Freitag, 30.11.2012

Der Tag begann früh, bereits mit dem ersten rauschen des Wasserfalls…stellten wir uns wie so oft in diesem Urlaub die Frage „Wo zum Teufel stellt man diese verdammt laute Natur ab!“ Vögel zwitschern, zirpende Grillen im Dschungel so laut wie russische Tupolew-Maschinen und dieses unendlich monoton laute Rauschen der Wasserfälle raubt uns Stadtkindern doch in diesem Urlaub immer wieder die ein oder andere Stunde Schlaf. Nachdem ich mich also gegen 6:30 Uhr neben Clemi aus dem Moskitonetz geschält hatte, in der Scherbe eines zerbrochenen Spiegels meine Kontaktlinsen eingesetzt hatte, zwischen den Holzplanken unserer Bambushütte Zähne geputzt und schließlich wieder die Mopeds gesattelt hatte, ging es gegen 7 Uhr ohne Frühstück wieder auf die Piste. Schließlich lag heute der anstrengendste Tag unserer Tour vor uns. Getreu dem Motto „get your motor running…“ ging es erstmal 8 Kilometer Richtung Attapeu. Hier zweigt eine Straße nach Paksong mitten durch den Dschungel und über das Bolaven-Plateu ab, welche besser als Schlaglochpiste und Dirt-Trail zu beschreiben ist…also willkommen im Staub und Dreck!

Wir aßen noch schnell ein paar Kekse zum Frühstück, tranken einen Eiscafe und füllten unsere Wasservorräte auf bevor wir noch unsere Mopeds voll tankten, lagen doch nach Reiseführer noch 70 Kilometer Dreck und Einsamkeit vor uns. Einsam war es nur bedingt. Wir passierten immer wieder kleine Dörfchen mit spielenden und winkenden Kindern, Frauen arbeiteten in den Kaffeeplantagen mit Zigarren im Mund und Männer versuchten sich mehr oder weniger im Straßenbau. Das Projekt soll angeblich bis 2015 abgeschlossen sein, ein unserer Einschätzung nach recht optimistischer Zeitplan. Die Straße war durchaus ein Abenteuer, ging es doch hoch und runter durch Schotter, Sand, Schlaglöcher, Spurrillen und immer wie überall in Laos die Gefahr vor Augen, dass gleichzeitig die Bremer Stadtmusikanten gepaart mit einem Wasserbüffel und zwei Ziegen vor das Moped laufen oder bereits ein Konzert auf der Straße geben. Landschaftlich ist die Strecke allerdings ein Traum. Wir fuhren mitten durch den Dschungel, an einsamen Wasserfällen vorbei, Kaffeeplantagen flogen wie in Zeitlupe an uns vorüber und hier und da roch es nach geröstetem Kaffee.

Gegen Mittag legten wir dann einen Stop irgendwo im Nirgendwo bei einem gechillt bekifften Laoten ein, der sein Haus gerade in ein „Homestay“ für Backpacker umwandelt, aßen dort zu Mittag und genossen einen Kaffee.

Anschließend ging es die letzten 30 Kilometer Dreck mit unseren tapferen Mopeds Richtung Paksong, der Kaffeehochburg von Laos. Dort angekommen sahen wir dann aus, als ob wir in der Wüste Namibias durchschwommen hätten, und hatten  auch endlich den obligatorischen Urlaubs-Teint. Die Tour ist absolut empfehlenswert, wenn man etwas Zweiraderfahrung hat, allerdings empfehle ich Nachahmern unbedingt Mund- und Augenschutz sowie Sonnencreme einzupacken!

Angekommen in Paksong und diesen Trail überlebt, hat man dann wieder die üblichen Herausforderungen des laotischen Straßenverkehrs zu meistern. Herunterfallende Reissäcke von Bussen, welche einen fast erschlagen und zu spontanen Ausweichmanövern zwingen, Geisterfahrer, Kamikaze-LKWs und chaotische Spurwechsel sind hier an der Tagesordnung und machen das Mopedfahren zu einem tollen Abenteuer, welches man aber mit etwas Vernunft und Gelassenheit gut meistern kann. Nach einiger Zeit hat man sich dann auch gut an die hier vorherschenden Verkehrs-Richtlinien gewöhnt und kommt halbwegs unbeschadet von A nach B.

Abschließend ging es auf dem Heimweg nach Pakse noch zu zwei sehr schönen Wasserfällen dem Tad Se, einem 150 Meter in die Tiefe fallenden Zwillingswasserfall, und dem Tad E-Lo, einem 60 Meter über zwei Stufen fließenden Wasserfall. An letzterem konnten wir auch baden und uns endlich den Dreck des Tages etwas abwaschen, bevor es in dem schönen Tad E-Lo-Resort, welches auf einer Kaffeeplanatge liegt noch einen letzten Kaffee für diesen Tag gab. Danach ging es direkt zurück nach Pakse. Den Abend haben wir nach einer ausgiebigen Dusche bei, wer hätte es gedacht, Beer Lao und Sindat (laotischem Fondue) ausklingen lassen und dabei nochmals die Ereignisse der Tour Revue passieren lassen.

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Dennis
Dennis
Flachlandtiroler und Bergliebhaber! Im normalen Leben IT’ler, ab und an auch Klettertrainer, aber am liebsten selbst in den Bergen unterwegs. Ob im Fels oder Eis ist eigentlich egal, Hauptsache rauf da!

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