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Sonne, Eis und Spaß – eine Hochtourenwoche in den Westalpen / Wallis

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Bereits vor zwei Jahren, als ich das erste mal über den Normalweg auf die Wildspitze stieg und auf dem weißen Gletscher stand und außer meinem Atem keine andere Geräuschkulisse außer dem leichten Wind vernahm, wusste ich, dass dies nur der Anfang einer Hochtourenkarriere war. 🙂 Bereits im jahr darauf absolvierte ich einen einwöchigen Eiskurs der DAV-Sektion Mainz, um mich für größere Touren zu rüsten. Dieses Jahr war es dann endlich soweit. Durch einen glücklichen Zufall stellte ich bei einem Gruppenabend der Bergsteigergruppe der DAV-Sektion Mainz fest, dass auch Günther – ein Arbeitskollege von mir – ein jahrelanger, erfahrener Bergsteiger ist. Nachdem er mich kurzerhand auf meine Sommerplanung ansprach, war der Entschluss schnell gefasst. Eine Arbeitskollegin von ihm, Sabine, er und ich planten an einem schönen Sommerabend unsere Touren. Sabine war noch nicht die erfahrenste Alpinistin und nachdem ich auch noch auf keinem 4000er bisher war, fiel die Planung erst einmal auf etwas leichtere Berge. Schließlich fängt jeder einmal „klein“ an und meine bisherige alpine Erfahrung hat mich gelehrt im hochalpinen Bereich nicht sofort an seine Leistungsgrenzen zu gehen.

Donnerstag, 19. Juli 2012

Voller Vorfreude auf meine erste Westalpentour sowie meinen ersten Urlaub im Wallis und meine ersten 4000er, stürzte ich um 14:00 Uhr mit gepacktem Rucksack und Reisetasche zum Mainzer Bahnhof. Im Gepäck alles was man für alpine Unternehmungen in Höhen über 4000 Meter braucht. Eisschrauben, Klettergeraffel, Eispickel, Steigeisen, diverse modische oder nichtmodische Gore-Tex Sachen, Hüttenzeugs, technisches Equipment wie Höhenmesser und Kompass sowie haufenweise leichte Trockennahrung. 😉

Pünktlich schlug ich am Bahnhof in Mainz auf, um dann festzustellen, dass mein Zug 60 Minuten Verspätung hatte und ich damit alle Anschlüsse in die Schweiz verpassen würde… Aber ich wäre ja kein guter Bergsteiger, wenn ich nicht sofort einen Plan B ausgearbeitet hätte. Also schnell ab in die S-Bahn zum Frankfurter Flughafen, dort in den verspäteten Zug nach Mannheim, um dann hier wieder pünktlich und nach diversen Zwischensprints über den Flughafen und den halben Mannheimer Bahnhof den Zug nach Bern zu erwischen. Planmäßig komme ich um 20:20 Uhr in Stalden im Saastal an, um dann meinen Bus direkt vor der Nase wegfahren zu sehen… Das Glück ist mir zu Beginn dieser Reise wohl nicht gewogen. Die einstündige Wartezeit auf den nächsten Bus nach Saas Grund, wo bereits Sabine und Günther in der Pizzeria warteten, nutze ich dafür Geld zu besorgen und meinen Rucksack für den Aufstieg zur Hütte am nächsten Tag und den ersten 4000er zu packen.

Gegen 21:30 Uhr schlug ich dann auch endlich etwas müde und sehr hungrig in Saas Grund auf. Ich wurde gleich von den beiden anderen freudestrahlend empfangen und die nette schweizer Wirtin bereitete mir sogar noch eine „Mafiatorte“ zu. Die Wartezeit verbrachten wir mit der Tourenplanung, welche sich als nicht gerade positiv herausstellte.

Freitag, 20. Juli 2012

Aufgrund der aufkommenden Schlechtwetterfront entschlossen wir uns daher kurzerhand am nächsten morgen per Bahn kostenlos (in den meisten Hotels in Saas Grund erhält man einen Bürgerpass bei einer Übernachtung und kann damit die Bergbahnen kostenfrei nutzen) auf 3100m nach Hohsaas aufzufahren und eine Runde spazieren zu gehen und mir damit zu einer ersten Akklimatisationsrunde zu verhelfen. An der Mittelstation Kreuzboden führte uns Günther kurzerhand zu einem kleinen See und ich war sprachlos aufgrund dieser Aussicht!

Das erstemal in meinem Leben stellte sich bei mir ein gewisses Himalaya-Feeling ein… Grandios und atemberaubend staunte ich über die ganzen mächtigen 4000er, die wie kleine Türme immer wieder das Meer aus Wolkenwatte durchbohrten!

Das erste mal beschnupperten wir auch unser baldiges Ziel, welches leider wegen des Wetters verschoben werden musste, das Weissmies. Eine prächtige Schönheit aus Gletschern, Schnee und markanten Linien.

Nachdem wir noch am Kreuzboden unser erstes Rivella genossen und einen Cappucino geschlürft hatten, schlenderten wir noch kurz durch Saas Grund und begaben uns dann zu dem bereits gepackten Auto, welches uns über den Großen San Bernadino Richtung Aostatal und Gran Paradiso brachte.

Das schöne Hotel am Passo Gran San Bernadino war leider ausgebucht und so gab es hier nur einen ersten italienischen Espresso. Meine Akklimatisation hätte eine Übernachtung auf 2400 m allerdings gut getan. Nach ca. 3,5 Stunden und 200 Kilometern durch alpine Bergstraßen, deren Kurven selbst den Magen von Colin Macrae stressen würden, kamen wir in unserem Hotel in Valsavarenche an. Günther, unser Alpenverteran, kannte sich natürlich auch hier perfekt aus. Die nächste ernüchternde Nachricht ereilte uns während eines Cappuccino auf der Sonnenterasse des Hotels Grivola (klare Empfehlung für dieses gute, günstige Hotel! vor allem für Camper!): Das Riffugio Chabod war aufgrund des Wochenendes ausgebucht. Wir können erst am Sonntag auf die Hütte aufsteigen.

Samstag, 21. Juli 2012

Kurzerhand wurde wieder umgeplant. Wir nutzten den Samstag, um meine Akllimatisation weiter voran zu treiben, die anderen beiden waren schließlich bereits über 10 Tage in den Alpen unterwegs gewesen, und machten eine wundervolle Tageswanderung. Am Ende des Tals stiegen wir von Pont in ein Hochtal auf.

Sowas habe ich in meinen unzähligen Alpenjahren noch nicht gesehen. Nachdem wir die schreienden Schulklassen, welche mit uns zum Vorgipfel austiegen, hinter uns gelassen hatten, erwartete uns ein Hochtal, welches mir die Sprache verschlug. Ein wildromatischer Bach schlängelte sich durch eine Filmkulisse aus Steinen, Wollgras, Blumen und Felsen bis in die Unendlichkeit des „Präriegrundes“ .

An einer alten Almhütte erleichterten wir meinen Rucksack und aßen Bergkäse, frisches italienisches Brot und Nektarinen bevor wir uns die 500 Höhenmeter zum Joch auf 2800 Meter hochkämpften und unser übermorgies Ziel – den Gran Paradiso mit 4061 m der höchste Berg Italiens – bewunderten. Ich stellte mir schon die Frage: „Willst du wirklich da hoch?“

Abends freuten wir uns dann ausgelassen bei unserer drei Gänge Halbpension auf den morgigen Tag. Endlich geht es los! Mein erster 4000er wartet!

Sonntag, 22. Juli 2012

Nachdem wir ausgeschlafen hatten und ein spärliches Frühstück, die Italiener halten nicht viel von frühstücken, zu uns genommen hatten, ging es zum Parkplatz in Richtung Pont. Pickel, Steigeisen, Seil und Hüttenzeugs waren im Rucksack verstaut und wir begaben uns an die 900 Höhenmeter Aufstieg zum Rif. Chabod.

Ich war mal wieder etwas zügiger und erreichte die Hütte nach ca. 2,5 Stunden, die anderen beiden folgten mir eine halbe Stunde später. Die Hütte war richtig gemütlich und ich spreche hier eine klare Empfehlung aus den Gran Paradiso vom Rif. Chabod und nicht von der Rif. Emanuele anzugehen. Nachdem wir etwas entspannt hatten, Günther und ich Sabine nochmal einen Auffrischungskurs in Spaltenbergung gegeben und wir die Halbpension genossen hatten, ging es nach einem wundervollen Sonnenuntergang in der Gran Paradiso Nordwestwand gegen halb zehn ins Bett. Schließlich klingelte der Wecker bereits um 3:45 Uhr.

Montag, 23. Juli 2012

Müde, aber voller Vorfreude schälte ich mich wie eine Raupe aus meinem kokonartigen Seidenschlafsack. Die Nacht war trotz den üblichen Schnarchisten und anderen menschlichen Ausdünstungen, die ein Großlager mit sich bringt, halbwegs erholsam. Gegen 4:15 Uhr folgte ein kurzes Frühtück und um 4:40 Uhr ging es dann mit Stirnlampen bewaffnet in die Nacht. Es lagen 1300 Höhenmeter und etliche Kilometer vor uns. Langsam aber gleichmäßig trotteten wir eine unendlich lange Moränenlandschaft hinauf, welche ich bereits im Aufstieg zum absteigen verfluche. 😉 Durch aperen, lebenden (Sabine erlitt den Schock ihres Lebens beim kracken des fließenden Eises) Gletscher ging es zum Anseilpunkt am Beginn der Spaltenzone. Das Anseilen dauerte etwas länger und mir froren nahezu meine Finger aufgund der eisigen Kälte ab (ca. -5 Grad). Gegen 7 Uhr betraten wir dann endlich in unserer Dreierseilschaft den Gletscher und arbeiteten uns Höhenmeter für Höhenmeter langsam durch eine schöne Gletscherlandschaft nach oben.

Das Wetter war noch bestens und wir genossen einen tollen Sonnenaufgang mit Bick auf den Mont Blanc sowie die umliegenden Berge.

Auf ca. 3800 Höhenmeter legten wir ein zweites Frühstück ein und machten uns dann schließlich an die finalen Höhenmeter.

Der Weg bis zum Gipfelgrat gleicht einem Gletscherhatscher (Schwierigkeit F+) und die Spaltenzone ist aufgrund der gut zu erkennenden Spalten auch bestens auszumachen. Am Gipfelgrat allerdings erblickten Günther und ich nochmal eine kleine Herausforderung. Es gilt bis zum Madonnengipfel ca. 40 Höhenmeter auf einem sehr luftigen Blockgrat (Kletterschwierigkeit II) mit Steigeisen zu überwinden. Sabine war gar nicht begeistert und so entschlossen wir beide uns kurzerhand das ganze Stück durchzusichern, was uns allerdings hin und zurück ca. 1 Stunde kostete. Günther ging vor, auf dem Rückweg stieg ich dann vor. Die Aussicht vom Gipfel (4061 Meter) war leider aufgrund der herein ziehenden Wolken aus dem Turinerbecken nicht wirklich gut, man konnte aber erahnen wie atemberaubend sie sein muss, wenn die Wolken diesen im Umkreis von gut 50 Kilometer freistehenden Berg, nicht einhüllen!

Nach weiteren gut 3 Stunden im Abstieg erreichten wir nach 11 Stunden wieder glücklich und etwas kaputt die Hütte (Anmerkung zur Zeit: Wir waren aufgrund des Blockgrates und der Aufstiegszeit sehr langsam, normal sollte man den Gipfel mit Abstieg in 8 Stunden gut bewältigen können).

Am Abend wurde mit reichlich Wein und gutem Essen der erste 4000er von Sabine und mir zelebriert, bevor wir dann gegen 22 Uhr in die Betten fielen. Der Folgetag war ausschließlich durch ausschlafen, Abstieg, Picknick am Gran San Bernadino, der Rückfahrt ins Wallis und ausspannen im selbigen geprägt.

Mittwoch, 25. Juli 2012

Nach nunmehr gut 5 Tagen in den Bergen war ich auch akklimatisiert und so kam es dazu, dass wir uns aufgrund der verlorenen Zeit (wegen Schlechtwetter) entschlossen das Weissmies mit seinen 4023 Metern in einem Tag anzugehen. Günther ging es am Morgen nicht wirklich gut und er wollte schon die Tour abblasen. Nachdem ich ihn allerdings etwas mit Ibuprofen gedopet und den größten Teil seines Rucksacksinhaltes übernommen hatte, entschloss er sich doch mitzugehen. Aufgrund seiner Verfassung entschieden wir uns allerdings im Team dazu, dass ich die Tour führen sollte. So kam ich bereits bei meinem zweiten 4000er zu der Premiere eine Hochtour selbst zu führen. Es ging also mit der ersten Bahn um 7 Uhr rauf nach Hohsaas auf 3100 Meter. Nun läuft man von der Bergstation eine sehr unschön für die Skifahrer in den Fels gesprengte Pistenrampe nach unten zum Gletscher.

Hier wurde sich angeseilt. Das ganze dauerte nun nur noch 10 Minuten. Eine echte Meisterleistung für uns! 🙂 In passablen Tempo schritt ich voran und die anderen beiden folgten mir jeweils im Seilabstand von 8-9 Metern durch die wundervolle morgendliche Welt aus Hängegletschern, Randklüften, Längs-, Quer-, Kreuz- und Radialspalten sowie dem steilen Gletscherbruch.

Die Tour an sich ist etwas schwieriger als der Gran Paradiso, dafür aber abwechslungsreicher und der Firngrat im oberen Drittel ein Traum! Allerdings existiert auch hier immer eine sehr ausgelatschte gute Spur. Die heikelsten Stücke stellen derzeit ein ca. 100 Meter Quergang (durch einen Hang mit Neigung von ca. 45 °), die Überschreitung des Gletscherbruches durch eine Steilstufe sowie am Gipfelhang ca. 20 Meter Eisstufen in 40° Neigung dar. Alle diese Schwierigkeiten meisterten wir gut und standen gegen 11:30 Uhr nach 3,5 Stunden auf dem Gipfel.

Die Aussicht von dort oben war fantastisch und mal wieder verschlug es mir etwas die Sprache. Vom Lago Maggiore über das Monte-Rosa-Massiv bis zum Berner Oberland und den Walliser 4000ern. Alles lag vor mir und ich fühlte mich wie der König der Welt auf diesem erhabenen Schneegipfel. Nach 45 Minuten Gipfelrast, Fotos und Essen ging es dann in für uns rekordverdächtigen knapp 2 Stunden wieder den Gletscher hinab zur Seilbahn.

Im Tal angekommen gab es dann noch ein Gipfel- und Abschiedskaffee bevor Sabine in ihren Zug zurück nach Deutschland sprang und Günther und mich alleine in dieser faszinierenden Welt der Walliser Eisriesen ließ.

Donnerstag, 26. Juli 2012

Günther und ich schliefen erstmal aus und frühstückten anschließend gemütlich gegen 9:00 Uhr. Um 11:00 Uhr holten wir Martin, einen Freund von Günther und unser Bergführer für die nächsten zwei Tage, an der Bushaltestelle ab. Gemeinsam besprachen wir bei einem Cappuccino in unserem Stammitaliener die Tourenplanung. Eigentlich wollten wir den Nadelgrat angehen. Nachdem es Günther aber immer noch nicht ganz perfekt geht, entschlossen wir uns doch den Alphubel via Feegrat und Südwestgrat anzugehen. Nachdem Günther und ich immer noch einen Bürgerpass hatten, fuhren wir mit der Bahn zum Felskinn (der Anblick des hässlichen Sommerskizirkus schreckte mich schon hier etwas ab!) und querten über den neuen Hüttenweg in einer Stunde zur Britanniahütte (der alte Hüttenzustieg ist leider aufgrund der Steinschlaggefahr gesperrt). Die Britanniahütte liegt auf gut 3000 Metern in einer wirklich traumhaften Gletscherlandschaft zwischen Strahlhorn, Rimpfischhornund Allalinhorn.

Wir waren gegen 14 Uhr auf der Hütte und verbrachten den Nachmittag mit sonnen, essen, trinken und entspannen. Nachdem Martin mir anschließend noch erklärte und beibrachte wie man eine Marschskizze zeichnete, gingen wir nach einem sättigenden Abendessen und wundervollem Sonnenuntergang gegen 21:30 Uhr ins Bett.

Freitag, 27. Juli 2012

Um 5 Uhr klingelte der Wecker. Ein kurzes Frühstück mit Müsli und Kaffee weckte unsere Lebensgeister und wir querten wieder rüber zum Felskinn, um mit der ersten Bahn um 7 Uhr auf das Mittelallalin auf 3456 Meter aufzufahren und noch kurzzeitig eine tolle Morgenstimmung ohne Skifahrer zu erleben :).

Vom Mittelallalin ging es ca. 500 Meter über die hässliche Sommerskipiste aufwärts in den Gletscherbereich. Der Schnee ist noch hart und stabil und die Spalten gut zu erkennen und so entschließen wir uns in mäßig steilem Firngelände seilfrei bis zum Feejoch aufzusteigen.

Am Feejoch beginnt der ca. 150 Meter lange Blockgrat. Daher wurden die Steigeisen ausgezogen und Martin ging am kurzen Seil vor. Bei der Überquerung des Feechopfs handelt es sich um traumhafte, leichte Gratkletterei im Bereich I-II. Wir kamen gut voran und nach weniger als 45 Minuten standen wir am Ende des Grates, welcher am Ende nochmals eine ca. 15 Meter hohe Steilstufe im II. Grat hat. Oben am Fels gibt es allerdings eine Abseilstange.

Nach einer kurzen Verschnaufspause zogen wir wieder unsere Steigeisen an und stiegen ca. 100 Höhenmeter über ein langgezogenes Plateau leicht hinab zum Fuß des Südost-Grates vom Alphubel. Am Alphubeljoch legten wir eine zweite Frühstückspause ein. Bereits hier hatten man immer wieder tolle Ausblicke auf die umliegenden Walliser 4000er!

Die Verhältnisse waren gut und wir entschieden uns, eine Überquerung des Alphubels über den Südost-Grat (teils luftiger Firngrat) und den Abstieg über den Normalweg vorzunehmen. Der Grat nimmt kontiuierlich an Steilheit zu und war für mich aufgrund der teilweise exponierten und ausgesetzten Lage (30 cm breite Spur und auf beiden Seite mehrere hundert Meter Luft) doch im ersten Moment eine kleine Herausforderung, aber einfach toll zu gehen und man wurde mit grandiosen Aussichten auf das Matterhorn belohnt.

Nach ca. 200 Höhenmetern erreicht man die Eisnase. Eine ca. 100 Höhenmeter 45° steile Eiswand. Unter Einsatz des Pickels und der Steigeisen ging es teils durch schönen Firn und über die vereiste Stellen hinauf. Nachdem wir ich noch nicht soviel Erfahrung in Firnflanken hatte, entschloss Martin sicherheitshalber eine Eisschraube zu setzen, ich fühlte mich allerdings an keiner Stelle unsicher. Nach ca. 45 Minuten erreichten wir das großen Plateau des Alphubels (4206 Meter). Das Gipfelkreuz war unter den Schneemassen noch fast vollständig begraben…Die Aussicht dafür umso schöner.

Wir machten eine ausgiebigen Gipfelrast, in welcher sich Günther wieder halbwegs erholen konnte. Er war bereits doch etwas ausgepowert. Nun mussten wir gut 1800 Höhenmeter bis zum Spielboden absteigen, da die Bahn vom Längflue diesen Sommer aufgrund von Renovierungsarbeiten geschlossen ist. Schnell ging ich in unserer Seilschaft als erster durch den sehr weichen Schnee und einen teils sehr zerklüfteten Gletscher. Ich fluchte nicht schlecht über den Schnee, in welchen ich beim spuren teilweise 50 cm einsank. Die Sprünge über die zeitweise ein Meter breiten und sehr tiefen Spalten bereiteten dann wieder Freude. 🙂 Wir kamen gut voran und erreichten nach knapp zwei Stunden bereits das Ende des Gletschers auf 2800 Höhenmetern. Die Steigeisen wurden abgelegt und nochmals eine kurze Stärkung eingenommen, bevor wir die letzten 400 Höhenmeter zum Spielboden runterrannten. Nach 3000 Höhenmetern und 10 Stunden Tour genehmigten wir uns hier noch ein Radler bevor wir mit der Bahn ins Tal abfuhren.

Am Abend wurde bei Käsefondue, Wein und vielen Berggeschichten der zwei alten Herren über ihre vergangenen Touren der erfolgreiche Urlaub gefeiert.

Samstag, 28. Juli 2012

Gemütlich stehen wir auf, bringen Martin zum Zug in Brig und fahren dann gemächlich über Basel und das Elsaß, wo wir eine kurze Kaffeepause einlegten, zurück nach Mainz.

Fazit:

Die Woche im Wallis und Gran Paradiso Nationalpark war ein voller Erfolg und lief trotz einiger Wetterkapriolen nahezu wie geplant. Meine ersten drei 4000er habe ich nun souervän bestiegen und es werden sicher noch zahlreiche folgen! Ich habe Lust auf wesentlich mehr bekommen. Gerade die Kombination aus Fels, Eis und Kletterei reizt mich doch sehr. Kombiniert mit einer tollen Seilschaft und der Abgeschiedenheit der hochalpinen Bergwelt schaltet man extrem von seinem Alltag ab und mir kam die Woche wie drei Wochen Urlaub vor. Neue Touren habe ich bereits im Kopf und ich werde sicher wieder ins Wallis fahren nächstes Jahr!

Berg heil!

Flo

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Flo
Flo

3 Comments

  1. […] kleine Dörfchen hat mir 2012 Günther nach unserer Hochtourenwoche gezeigt und ich war damals schon begeistert. Es ist der Inbegriff eines elsässischen […]

  2. Dani sagt:

    Sehr feine Tour, sehr schön beschrieben!

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