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Update – Testbericht Blue Ice Koala Seilsack [Featured Post]

Fertig für den letzten Klettertag.

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*** Unten im Artikel findet ihr unseren Kurzreview zur neuen Version des Blue Ice Koala ***

Egal, ob Hallenklettern oder draußen am Fels, der Seilsack Blue Ice Koala möchte in beiden Hinsichten punkten. Der nach dem australischen Beutelbären benannte Seilsack verspricht so einiges. Wir durften den Koala sogar schon vor dem offiziellen Verkaufsstart in Deutschland testen. Ob es ihm gelingt zu überzeugen und in unsere Grundausstattung aufgenommen zu werden, lest ihr in unserem Test.*

Der erste Eindruck des Blue Ice Koala Rope Bag

Auf den ersten Blick könnte man fast meinen, eine dieser nur allzu bekannten IKEA-Tragetaschen vor sich zu haben. Dies kommt, so mutmaße ich einfach mal, nicht von ungefähr, denn oft genug habe ich Kletterer oder Boulderer nicht mit teuren Seilsäcken oder Taschen an den Fels oder in die Halle kommen sehen, sondern mit den billigen, aber stabilen Taschen des schwedischen Mödelhauses. Nun aber genug davon, schauen wir mal, was der Blue Ice Koala kann.

Die hellblaue Tasche mit den grünen Tragegriffen und der fest vernähten Seilplane kommt optisch schlicht, aber ansprechend daher. Sofort fallen die beiden Haken auf, mit denen die beiden Trageriemen auf einer Seite gelöst werden können, hierzu aber weiter unten noch mehr. Der Seilsack selbst wird aus 600D Polyester, die Plane aus 210D Nylon gefertigt. Das Material hat also eine vernünftige Stärke und ist abriebsfest. Gerade am Fels soll der Seilsack das Seil schützen und sich nicht bei mehrmaligem über den Boden ziehen durchscheuern. Die Materialien machen auch subjektiv einen guten Eindruck, sie erinnern mich etwas an meine Alpinrucksäcke, die mich auch schon eine Weile begleiten und mir bis heute, obwohl ich sie nicht gerade zimperlich behandele, gute Dienste leisten.

Ein genauerer Blick

Die richtig pfiffigen Details kommen jedoch erst zum Vorschein, wenn man sich das Innere des Seilsacks anschaut. Die, wie schon erwähnt, fest vernähte Plane hat zwei Ösen zum Befestigen der Seilenden. So weit, so gut, das kennen wir ja mittlerweile von so ziemlich jedem Seilsack. Zur Größe der Seilplane: Diese könnte meiner Meinung nach einen Tick größer sein, aber bei der Größe von 105 x 115 cm passt mein 70m Seil immer noch prima drauf und auch das Zusammenklappen beim Verstauen klappt problemlos. Lediglich beim Ablegen des Seils in Kletterpausen wäre ein wenig mehr Platz ganz praktisch, weil man dann weniger „stapeln“ müsste.

Auf der Innenseite gegenüber der Plane befindet sich ein kleines Fach für die wichtigsten Habseligkeiten. Hier passen problemlos Geldbeutel, Handy, Schlüssel und ein oder zwei Müsliriegel hinein. Verschlossen wird das Fach, damit auch ja nichts verloren geht, mit einem Reißverschluss. Dieser ist übrigens nicht wasserabweisend, bei einem Regenguss am Fels sollte man die Sachen daher lieber anderweitig in Sicherheit bringen oder zumindest zusätzlich in Plastiktüten packen. Für den normalen Tag am Fels oder in der Halle ist das Staufach aber völlig ausreichend und man hat seine Wertgegenstände so immer im Blick.

Unter der Kante, an der die Seilplane angebracht ist, befindet sich noch ein weiteres Fach. Dieses ist nicht verschließbar und eignet sich daher primär für die Kletteraccessoires, die beim Bewegen in der Vertikalen eh benötigt werden. Für mich ist das Fach ideal geeignet für Expressschlingen, Karabiner, Bandschlingen, Topo und was man sonst noch so benötigt. Wirklich gut finde ich, dass eben dieses nach dem Zusammenrollen und Verstauen der Seilplane automatisch mit verschlossen wird. Sprich, die Seilplane mit dem Seil darin liegt dann über der Öffnung, die Utensilien können also beim Transport oder der Lagerung nicht aus der Tasche rutschen oder fallen und sind immer zur Stelle.

Die Trageriemen können auf einer Seite mit den bereits angesprochenen Metallhaken gelöst werden. Das hat zwei Gründe: Erstens würden die Riemen sonst beim Aus- und wieder Einpacken des Seils stören und zweitens gibt es mehr als nur eine Möglichkeit, um den Blue Ice Koala zu transportieren. Ganz normal in der Hand, indem man die Länge der verstellbaren Riemen auf das Minimum reduziert, getragen über der Schulter mit eher langen Riemen oder als Seilrucksack, indem man einfach mit den Armen durch die Trageriemen schlüpft. Alle drei Möglichkeiten funktionieren gut und sind relativ komfortabel, aber natürlich kommt der „Rucksackmodus“ hier nicht an einen richtigen Seilrucksack heran. Für kürzere Strecken ist das aber überhaupt kein Problem, zumal die Seiltasche genug Stauraum für zahlreiche weitere Kletterutensilien bietet.

Stauraum habt ihr im Koala, und man möge es kaum glauben, fast mehr als genug. Zusätzlich zu meinem 70m Einfachseil (9,6mm) habe ich noch locker meinen Sportklettergurt, einen Satz Expressschlingen, zwei Paar Schuhe, zwei Sicherungsgeräte, eine Sicherungsbrille, den Topo und eine Flasche Wasser dazu packen können, ohne dass der Transport unangenehm geworden wäre. Mit einem Volumen von 45 Litern kommt der Blue Ice Koala dabei schon fast an große Alpinrucksäcke heran und übertrifft hierbei vermutlich die meisten anderen Seiltaschen. Geht es zum Klettern an den Fels und müssen u. U. noch Friends und Keile mitgenommen werden, könnte es dennoch etwas knapp werden, aber dann braucht man ja meist eh noch einen Rucksack für genügend Flüssigkeit und Snacks zwischendurch…

Laut Datenblatt wiegt der Seilsack 540 Gramm und platziert sich dabei eher im Mittelfeld zwischen einfachen Seilsäcken und aufwändigeren Rucksäcken oder Speziallösungen. Wir haben nachgewogen und kommen sogar auf nur exakt 468 Gramm. Zwar ist der Koala damit immer noch etwas schwerer als manch andere Seiltaschen, bietet aber auch deutlich mehr Stauraum.

Praktisch für eine zukünftige Version des Koala wäre noch eine Möglichkeit, um einzelne Karabiner in der Tasche zu befestigen. Einfach in der offenen Innentasche ein Stückchen Trageriemen vernähen, dann können diese beim hin- und herziehen nicht raus rutschen.

Handling

Die Bedienung des Blue Ice Koala klappt, insofern man damit überhaupt Probleme haben könnte, einwandfrei. Angekommen am Wandfuß werden erst mal die Utensilien ausgepackt, die man direkt benötigt, also Schuhe, Gurt, Sicherungsgerät usw. Danach wird der Seilsack einfach zur Seite gekippt und die Plane ausgerollt, das Seil ist dann, durch die beiden Schlaufen zum Befestigen der Enden, sofort einsatzbereit. Noch ein wenig besser wäre es, wenn die beiden Schlaufen unterschiedliche Farben hätten, so könnte man sich beispielsweise daran gewöhnen, immer die rote Schlaufe für das untere, die grüne Schlaufe für das obere Seilende zu nutzen. Praktisch tut dies aber keinen Abbruch und man schaut eben einfach kurz nach, welches Seilende oben liegt. Aus dem Staufach direkt neben der Seilplane fischt man bei Bedarf noch schnell Expressen und anderes Equipment, bevor es auch schon losgehen kann.

Während des Kletterns verhält es sich mit dem Koala wie auch mit allen anderen Seilsäcken, beim Wechsel der Route zieht man ihn hinter sich her oder trägt ihn, beides ist ohne Probleme möglich.

Nach vollendetem Kletter-Workout stopft man zuerst wieder Expressschlingen und dergleichen in die nicht direkt verschließbare Tasche innerhalb des Koala. Danach folgt das Einrollen der Seilplane, welche dann ebenfalls in den Seilsack gepackt wird. Dadurch verschließt sich die offene Tasche durch die Seilplane. Zuletzt kann man dann noch die restlichen Ausrüstungsgegenstände wie Schuhe, Gurt und dergleichen einfach mit dazu packen, bevor man die beiden Trageriemen wieder befestigt und den Heimweg antritt.

Alles in allem empfinde ich das Handling als super angenehm und problemlos, gerade weil der Blue Ice Koala so viel Stauraum bietet und ich einfach alle für einen normalen Klettertag benötigten Dinge hinein packen kann.

Packmöglichkeiten

Die normalen Möglichkeiten, den Blue Ice Koala zu nutzen, hatte ich ja im Abschnitt „Ein genauerer Blick“ schon beschrieben. Eine weitere wäre, den Seilsack mehr oder weniger ohne weiteren Inhalt, natürlich aber mit Seil, zusammenzurollen und in einen anderen Rucksack zu packen. Hierzu wird das Seil wie gehabt auf der Plane platziert und diese zusammengefaltet und in den Sack gesteckt. Im Anschluss werden die Längsseiten des Koala übereinander geschlagen und die Trageriemen einmal komplett drumherum gelegt und fixiert. So erhält man eine kleine Rolle mit dem Seil drin. Durch die Trageriemen kann das Paket dann noch bestmöglich komprimiert werden. Kleinere Ausrüstungsgegenstände passen hier sicherlich noch mit hinein, aber natürlich nicht so viele wie beim normalen Tragen der Tasche.

Preis

Der Blue Ice Koala Rope Bag kostet 39,00€ und liegt damit mehr oder weniger gleichauf mit vielen anderen Seiltaschen bzw. -Rucksäcken. Für zehn Euro weniger bekommt man zwar auch schon andere Taschen, die haben meist aber nicht solch nette Details wie den Wertsachenbeutel oder die zweite Tasche für das Material.

Fazit

Preislich im Rahmen kann der Blue Ice Koala mit für eine Seiltasche jeder Menge Features aufwarten, die den Kletteralltag in der Halle und am Fels angenehmer machen. Zahlreiche Fächer zum Verstauen von allerlei Dingen, eine durchdachte Konstruktion und die diversen Tragemöglichkeiten konnten in unserem Test punkten. Zwei winzige Verbesserungsvorschläge sind uns eingefallen: Die Plane dürfe ein paar Quadratzentimeter größer sein und eine Befestigungsmöglichkeit für lose Karabiner wäre praktisch. Dennoch waren wir begeistert, die Seiltasche testen zu dürfen und werden sie ab sofort dauerhaft einsetzen.
Von uns gibt es daher volle fünf Abenteuersuechtig.de Berge!

* Der Blue Ice Koala wurde uns von den Bergfreunden zum Testen zur Verfügung gestellt. Selbstverständlich sind unsere Tests jederzeit unabhängig und authentisch!

Update Dezember 2018

Blue Ice hat uns freundlicherweise die neueste Version des Koala kostenlos zum Testen zur Verfügung gestellt.

Nach mehreren Monaten der Nutzung sind wir auch vom Nachfolger unseres alten Koala sehr angetan.

Was hat sich verändert?

Die beiden Trageriemen sind verschwunden, der Koala trägt sich nun mit einem einzigen, den man wie eine Tasche über eine Schulter werfen kann. Der Vorteil dabei ist, dass man den Seilsack jetzt auch besser tragen kann, wenn man schon einen anderen Rucksack auf dem Rücken hat. Das klappt, indem man ihn einfach in den Nacken und auf den anderen Rucksack legt und die Riemen vor der Brust trägt.

Verschlossen wird der Koala mit einem Reißverschluss und da kommen wir auch gleich zu unserem Lieblingsfeature! Zum Einpacken des Seils geht ihr einfach folgendermaßen vor: Ihr schließt den Reißverschluss bis zum „STOP-Zeichen“ an dessen Seite. Dann schnappt ihr euch die beiden Seilschlaufen und die dritte Schlaufe oben an der Seilplane. Ihr hebt das Ende der Seilplane nun einfach an und es rutscht in den Seilsack.

Nachdem das Seil erst verstaut ist, packt ihr noch die Plane mit den beiden befestigten Seilenden dazu und alles ist ordentlich verstaut. Der Seilsack hat sogar noch genug Platz für ein bis zwei Paar Schuhe, den Klettergurt und einen Topo.

Während unseres Kletterurlaubs in Leonidio hat uns der Koala gute Dienste erwiesen und auch in der Halle war er während der Wintermonate unser treuer Begleiter 🙂

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Dennis
Dennis
Flachlandtiroler und Bergliebhaber! Im normalen Leben IT’ler, ab und an auch Klettertrainer, aber am liebsten selbst in den Bergen unterwegs. Ob im Fels oder Eis ist eigentlich egal, Hauptsache rauf da!

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