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Testbericht Marmot Drakon 35 Kletterrucksack

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Marmot Drakon 35Meine ersten Eindrücke zum Marmot Drakon 35 aus der Mountain Pro Serie durfte ich bereits während des Sport Scheck Outdoor Testivals in Molveno sammeln. In den folgenden Wochen testete ich den Drakon dann nochmals beim Klettern in der Halle und natürlich auch am Fels. Während des Boulderns im Fontainbleau hat er mich ebenso begleitet, wie auch mal beim Einkaufen im Alltag. Ob mich der Rucksack überzeugen konnte, lest ihr in meinem Testbericht. *

 

Die Eigenschaften des Marmot Drakon 35

Volumen und Gewicht

Der Drakon bietet mit 35 Litern Volumen genug Platz für jede Menge Material und eignet sich daher für die unterschiedlichsten Unternehmungen. Ob beim Alpinklettern, dem Sportklettern am Fels und in der Halle, oder ausgedehnten Wander- und Trekkingtouren, das Equipment kann problemlos mitgeführt werden. Das Gewicht von lediglich 1162 Gramm kann hier ebenfalls überzeugen, vor allen Dingen im Verhältnis zum Volumen.

Das Deckelfach

Marmot Drakon 35Gedacht ist der Drakon als Toploader mit einem zusätzlichen, vertikalen Reißverschluss für den schnellen Zugriff auf das Hauptfach. Unter dem Reißverschluss des Deckelfachs findet sich Platz für häufig benötigte, kleinere Ausrüstungsgegenstände wie Digitalkamera, Karten, GPS-Gerät oder auch Verpflegung. Zusätzlich befindet sich im Deckelfach eine kleine Netztasche mit Reißverschluss für beispielsweise den Geldbeutel oder das Handy. Darin befindet sich außerdem noch ein Schlüsselclip, damit dieser nicht verloren geht.

 

Die inneren Werte – das Hauptfach

Marmot Drakon 35Durch einen Kordelzug, den man bei geöffnetem Deckelfach erreicht, lässt sich wiederum das Hauptfach öffnen. Dieses ist, wie schon erwähnt, ausreichend groß und bietet zusätzlich die Möglichkeit, ein Trinksystem nachzurüsten. Eine drei Liter fassende Trinkblase hatte bequem Platz in der entsprechenden Netztasche auf der Innenseite der herausnehmbaren Rückenplatte. Der Schlauch wird zentral oberhalb der Rückenplatte aus dem Rucksack geführt und kann dann wahlweise mit Hilfe von Gummibändern an einem der beiden Schultergurten befestigt werden.

Eine wirklich praktische Ergänzung zum Zugang über das Deckelfach ist der vertikal angebrachte Reißverschluss. Dieser zieht sich vom Rucksackboden bis hinauf in die Deckeltasche und ermöglicht einen schnellen  und unkomplizierten Zugriff auf das Hauptfach. So erspart man sich das mühsame Suchen und Wühlen durch den oberen Verschluss, denn die große Öffnung bringt quasi den kompletten Inhalt zum Vorschein, so dass man auch nicht lange nach dem Benötigten suchen muss. Einen Nachteil hat der Reißverschluss allerdings. Dieser verläuft für meinen Geschmack etwas zu weit bis in die Deckeltasche hinein. Dadurch existiert keine vollständige Trennung zwischen den beiden Fächern und kleinere Gegenstände können vom oberen Fach aus nach unten rutschen. Das Bild verdeutlicht dies entsprechend. Hier wäre entweder eine komplette Trennung oder zum Beispiel ein Druckknopf besser gewesen.Marmot Drakon 35An der Innenseite des Rucksackrückens ist außerdem eine weitere, kleine Tasche angebracht. Sie lässt sich durch einen Reißverschluss verschließen und eignet sich perfekt für Wertsachen, wenn man den Rucksack mal nicht immer im Blick hat.

Das Äußere

Marmot Drakon 35Der Außenhaut des Rucksacks wird aus zwei verschiedenen Stärken an Nylon gefertigt. Die weniger beanspruchten Stellen bestehen aus 210d Nylon, um den Drakon nicht unnötig schwer werden zu lassen. An Stellen wie dem Rucksackboden, der Vorderseite oder dem Deckelfach, also den Stellen, an denen er häufig zum Beispiel mit Fels in Kontakt kommt, besteht er aus doppelt so starkem 420d Nylon, um gegen den Abrieb beim Bergsport geschützt zu sein.

Ein weiteres und sehr praktisches Feature ist, dass man die Kompressionsriemen von beiden Seiten des Rucksacks kombinieren kann, um diesen in der Tiefe noch weiter zu komprimieren. Hierfür führt man die langen Enden über den vertikalen Reißverschluss und verschließt die Steckschließen. So kann der Rucksack auf ein Minimum an Volumen reduziert werden.

Die Reißverschlüsse von YKK sind komplett wasserabweisend und am Ende mit einer Schlaufe zur besseren Handhabung versehen.

Die leichte Birnenform des Drakon macht ihn übrigens besonders angenehm während des Kletterns. Er wird von oben nach unten etwas breiter, was ein Maximum an Armfreiheit gewährleistet, vor allen Dingen im Verhältnis zum Volumen.

 

Befestigungsmöglichkeiten

Marmot Drakon 35Wie es sich für einen Kletterrucksack gehört, ist der Drakon außen relativ schlicht gehalten. Das bringt den Vorteil, dass man nicht so leicht am Fels hängen bleibt.
Am Hüftgurt befinden sich eine Materialschlaufe und zwei Karabinerbefestigungen. Zwei seitlich am Rucksack angebrachte Netztaschen für Trinkflaschen sparen bei Bedarf Platz im Inneren des Drakon. Diese sind übrigens über den unteren Kompressionsriemen angebracht, was ein versehentliches Hängenbleiben verhindern soll. Apropos Kompressionsriemen, an diesen können bei Bedarf ebenfalls Ski im A-Stil befestigt werden.
Zwei Halterungen für Eispickel oder Trekkingstöcke gehören ebenso zum Funktionsumfang wie vier kleine Schlaufen, an denen bei Bedarf weiteres Material befestigt werden kann. Auf dem Deckelfach sind ebenfalls vier kleine Schlaufen angebracht, mit denen man ein Helmnetz befestigen könnte. Dieses müsste man allerdings separat erwerben, es gehört nicht zum Lieferumfang.
Die seitlichen Kompressionsriemen dienen gleichzeitig als Seilhalterung. Auf oder am Deckelfach hätte ich mir noch eine weitere Möglichkeit gewünscht, um das Seil dort ebenfalls zu fixieren. Es hält allerdings auch ohne prima am Rucksack bzw. habe ich es mit einer kurzen Bandschlinge und Karabiner am Haul Loop befestigt.

Tragekomfort

Marmot Drakon 35Dass sich der Drakon im mehr oder weniger leeren Zustand bequem trägt ist erst mal keine Kunst, aber auch vollgestopft mit diversem, teils schweren und unhandlichem Equipment sitzt er noch super. Nichts wackelt und nichts drückt, der Rucksack liegt immer perfekt am Körper an und stört bei keiner Bewegung. Der Rucksackrücken ist aus Schaumstoff gefertigt und wird im Inneren durch eine festere und herausnehmebare Rückenplatte unterstützt, so kann man ein paar weitere Gramm einsparen.

Durch die zahlreichen Möglichkeiten zur Anpassung lässt sich der Rucksack weiter an den Träger anpassen. Hierzu zählen nicht nur die bereits erwähnten Kompressionsriemen, sondern auch die leicht anzupassenden Hüft- und Brustgurte. Die Steckschließe des Brustgurts verfügt über eine Notfallpfeife, der Hüftgurt ist ausreichend dick gepolstert, ohne jedoch zu klobig und schwer zu werden. Benötigt man den Hüftgurt gar nicht, z. B. beim Trägen eines Klettergurtes, kann er verstaut oder komplett entfernt werden.

Ein kleiner Wermutstropfen: Durch den eng am Körper anliegenden Schnitt und die leichte Rückenplatte aus Schaumstoff kann keine perfekte Ventilation zwischen Rucksack und Rücken entstehen.

 

Fazit

Der Marmot Drakon 35 ist der quasi perfekte Begleiter für alle Aktivitäten, die mit Bergsport zu tun haben. Sein Gewicht von nur 1162 Gramm bei 35 Litern Volumen und der sehr gute Tragekomfort im selbst voll beladenen Zustand konnte mich voll und ganz überzeugen. Darüber hinaus ermöglicht der vertikale Reißverschluss einen schnellen Zugriff auf sämtliche Ausrüstungsgegenstände im Hauptfach und erspart seinem Besitzer so das teils nervtötende Wühlen durch die obere Öffnung.

Lediglich drei kleine Negativpunkte konnte ich finden, nämlich die Öffnung zwischen Deckel- und Hauptfach, die fehlende Befestigung für das Seil oben auf dem Rucksack und die nicht perfekte Ventilation am Rücken.

Im Handel ist der Drakon ab ca. 85€ erhältlich und meiner Meinung nach den Preis auch definitiv wert.

Von mir bekommt der Marmot Drakon 35 vier von fünf möglichen Punkten!

4-Sterne

 

* Der Marmot Drakon 35 wurde uns freundlicherweise von Marmot zum Testen zur Verfügung gestellt. Selbstverständlich beeinflusst dies in keinster Weise die Authentizität und Neutralität unseres Berichtes.

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Dennis
Dennis
Flachlandtiroler und Bergliebhaber! Im normalen Leben IT’ler, ab und an auch Klettertrainer, aber am liebsten selbst in den Bergen unterwegs. Ob im Fels oder Eis ist eigentlich egal, Hauptsache rauf da!

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