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Awesome – Bloggertreffen auf der Amberger Hütte

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Wahnsinn, mir fehlen immer noch die Worte. Was war das denn für ein geiles letztes Wochenende auf der Amberger Hütte…

Man nehme etwas Salzburger schwarzen Humor sowie eine handvoll rheinländischer „blingbling Power-Tussi“ (Sabrina hat ihr früheres Ich selbst so bezeichnet ;)), würze das ganze mit etwas oberösterreichischem Dialekt und architektonischem Geschick, füge eine ordentlichen Prise Passauer Old-and-young fashion hinzu, ergänze noch etwas fränkisch-rheinhessisches Flachtiroler-Gen und lösche das ganze mit Allgäuer, stilsicherem Fotografentalent ab, bevor man es mit dem ganz eigenen Gewürz „Casi“ abschmeckt. Heraus kommt das diesjährige Bloggertreffen in höchster Sternemanier und so verzauberten wir die Amberger Hütte dieses Wochenende in das witzigste Restaurant jenseits der 2000 Meter.

Im Topf schwammen:

  • die WuSa’s: Konditionsmonster vor dem Herren und das witzigste deutsch-österreichische Gespann, was ich seit Stermann & Grissemann erlebt habe
  • ulligunde: Erika, was soll ich zu ihr sagen. Sympathische, fotografisch-talentierte Frohnatur mit einem patriotischen Faible fürs Allgäu, trifft es glaube ich am besten
  • zwei der vier Hochtouristen: Casi könnte eine eigene Marke sein und Gerald fährt schneller als sein Schatten
  • die Schilling-Gang mit Schwiegertochter in spe: humoristischer Schilling Junior und Schilling Senior werden nur noch getoppt durch die Skilehrerin in spe, Chrissi

Aber nun von vorne…und da Bilder bekanntlich mehr als tausend Worte sagen, diesmal auch mit extra viel Fotos.

Anfahrt und abendlicher Aufstieg zur Amberger Hütte

Los geht'sNachtleben by ulligundeIch hatte von uns allen einmal wieder die weiteste Anfahrt und daher entschied ich mich frühzeitig dafür, Freitag doch ein paar meiner etlichen Überstunden abzubauen und nach einem schönen Geburtstagsfrühstück mit Kathi, gemütlich Richtung Ötztal zu fahren. Unterwegs gabelte ich noch in der Nähe vom Fernpass Erika auf. Sie hatte es sich bereits in ihrem komfortablen VW-Bus mit Buch gemütlich gemacht. Wider erwarten hatte sie für eine Frau wenig Gepäck, sodass das bisschen schnell in mein Auto verfrachtet war und es weiter Richtung Längenfeld bzw. Gries ging. Die Straße hoch nach Gries schlängelte sich, ähnlich einem Darm, hoch zum Parkplatz. Ein Blick auf die Uhr sowie das Handy bestätigten uns, dass wir nun auch noch auf die anderen warten und doch gemeinsam aufsteigen könnten. Angesichts der etwas angespannten Lawinensituation war uns allen da etwas wohler. Pünktlich um 19 Uhr saßen wir dann bei warmer Suppe, Gulasch und Bier bzw. Skiwasser in der wohlig warmen Stube der Amberger Hütte und schwatzten bis Mitternacht über alles mögliche. Die Lacher waren mal wieder ganz auf Wus und Casis Seite, die ich beide irgendwann noch für den Fasching im Rheinland organisiere. 😉 Leider waren die Lager echt schmal und umso kälter, sodass nur die schönen DAV-Wolldecken das Wärmen halbwegs übernehmen konnten. Aber immerhin hatte ich das Glück, zwischen gleich zwei Bloggerinnen zu schlafen und das sogar ohne Zwischenfälle.

Die zwei Blogger-MädelsAufstieg, aber was ist mit Niko?Es reißt auf

 

Skitour 1 – Schrankarkopf (3308m)

Sabrina im Aufstieg5:55 Uhr, ich döse so vor mich hin und freue mich in Gedanken schon auf den Tag… auf einmal ein fettes Piepsen. Nach kurzer Delirphase stelle ich fest, dass es sich nicht um einen Tinitus handelt, sondern Wus morgendlichen Wecker. Kurz dumme Sprüche in seine Richtung und schon dösten wir weiter, um eine Stunde später ganz sanft von esoterischem Vogelgezwitscher durch meinen Wecker geweckt zu werden.

Hoch motiviert geht es zum Frühstück und auch die Abmarschzeit um 8:30 Uhr halten wir mehr oder weniger so wie letztes Jahr ein. 😉 Ein Blick in den Himmel verspricht gutes Wetter, aber auch bitterkalte, zweistellige Minustemperaturen. Wir alle sind in unserem Element und folgen dem Winterwanderweg taleinwärts über die Sulze, bevor wir ostwärts Richtung Schwarzenbergtal und Schwarzenbergferner aufsteigen. Wu, unsere Schneefräse, leistete wieder einmal beste Arbeit, legte eine einwandfreie Spur und kam langsam auf Betriebstemperatur, bevor Gerald ihn immer mal wieder ablöste.Aufstieg zum Schrankarkopf

So schraubten wir uns mal gerade, mal in Spitzkehren, immer aufgrund der Lawinensituation maximal im 30 Grad Gelände, langsam höher. Zwei Steilstufen später standen wir dann bei der ersten Rast auf dem Schwarzenbergferner.

Langsam kamen wir in die Sonne, dennoch war es bitterkalt und leicht windig, sodass die Kleidungsstücke nur bedingt flogen. Hier oben war es wirklich genial! Keine Spur vor uns, alles unverspurter Pulver soweit das Auge reichte, ein tiefblauer Himmel vor makellosem, weißem Schnee und schroffen Berggipfeln.

 

Perlenkette by ulligundeGruppenbild am Gletscher
Und einsam ziehen wir unsere Runden

 

Ein Traum für alle Bergsteiger. In großem Bogen querten wir den Gletscher, sodass wir nie in Versuchung kamen in die gleiche Richtung, wie die Querspalten lagen, zu laufen. Der Gipfelhang verlangte nochmal unser ganzes Einschätzungsvermögen und wir entschieden uns, auf dem Gratrücken in Spitzkehren gen Gipfel zu steigen.

Spitzkehren auf den SchrankarkopfOhne WorteHelikopter-Erika

 

Die letzten Meter wurden die Ski getragen (oder fast geflogen, gell Erika) und dann eröffnete sich uns ein Panorama, dass mich kurz sprachlos werden ließ.

Gipfel SchrankarkopfAussicht SchrankarkopfFlo am cruisen

 

Nach einer kleinen Gipfelrast wurden die Tourenschuhe festgeschnallt, die Ski abgefellt und die Abfahrtsausrüstung angezogen, dann ging es auf zu einem Abfahrtsspaß par excellence.

Blick in die Sulze

Wu hatte natürlich die Ehre als erster in den Hang zu fahren, bevor wir anderen alle einzeln folgten. Ein kniehoher Pulverschneehang folgte dem nächsten und das vor einer filmreifen Kulisse. Ich fand keine Worte mehr, sondern nur noch Jubelschreie.

Viel zu schnell war der Abfahrtsspaß vorbei und wir wieder unten in der Sulze.

Eine Skatingeinheit später waren wir dann alle breit grinsend wieder zurück auf der Amberger Hütte und feierten diese grandiose Tour (1200hm) mit Süßspeisen, Kaffee und Skiwasser. Der Nachmittag ging in einen kurzweiligen Abend über, wir sind schon eine geniale und coole Truppe! Ein paar Schnapsrunden und wieder mal einem grandiosen 3-Gänge-Menü später, lagen wir etwas früher als gestern, in unserem Lager nummero uno.

Skitour 2 – Kuhscheibe (3189m), schöner Berg, unpassender Name

Und täglich grüßt das Murmeltier oder eben Wu’s Wecker…Gleiches Szenario, gleiche Uhrzeit, gleicher Tinitus…äh Wecker, nur diesmal Erikas esoterischer Weckton eine Stunde später. Auch das ausladende Frühstücksbuffet und die Pünktlichkeit beim Abmarsch war nahezu identisch, selbst das Wetter war wieder traumhaft schön, nur noch etwas kälter.

Wir beschritten den gleichen Weg wie gestern über die Sulze Richtung Talschluss, bogen diesmal aber etwas früher westwärts den Hang hoch ab. Wu’s Erfahrung machte sich bemerkbar und so waren wir die einzige Gruppe an diesem Tag, die gemütlich den Hang hochspurte während ein paar hundert Meter weiter in einer Senke sich die anderen halb skitragend, halb laufend den Hang hinauf quälten.

Wu's gute SpurwahlSchöne Spur

Eigentlich wollten wir ja die Murkarspitze angehen, doch bei einem Blick in den steilen Gipfelhang und bei diesem Lawinenlagebericht, entschieden wir uns einstimmig, dann doch für die Kuhscheibe und Wu stellte erneut unter Beweis, dass er seine Spur auch in heikler Hanglage anpassen und optimiert legen kann. Höhenmeter für Höhenmeter ging es der Sonne entgegen und Richtung Roßkarferner. Bevor wir allerdings auf diesen kamen, mussten wir noch in Spitzkehren über einen Steilhang, welcher in jedem von uns nochmal ein leicht mulmiges Gefühl verursachte, da der Schnee hier schon recht tief war und es laut Lawinenlagebericht auch Störschichten gab.

Ulligunde nachdenklich

Es ging aber alles gut und in größeren Abständen erreichten wir dann auch das Hochplateau. Unterwegs wurde wieder viel fotografiert und jeder dokumentierte für seinen Blog, sodass wir sehr zeitversetzt alle am Skidepot unterhalb des Gipfelgrats der Kuhscheibe ankamen.

Aufstieg über den RoßkarfernerGerald der FotografFotoshooting

 

Auch hier war das Panorama wieder grandios und verschlug mir schier die Sprache. Ich glaube, hätte Erika mich nicht weiter gescheucht, dann stünde ich noch heute da und würde Fotos machen.

Aufstieg KuhscheibePhänomenale Aussicht

 

Der Gipfelgrat war dann nochmal ganz nach meinem Geschmack. Etwas Skibergsteigen und anpacken war angesagt. Kletterrei angeblich im II. Grad (?!?).

Kraxeln an der Kuhscheibe

 

Schön war’s allemal und so kamen wir nahezu komplett am Gipfelkreuz an.

Gipfelgrätle KuhscheibeGruppenbild Kuhscheibe

 

Das obligatorische Gruppenfoto, eine herzliche Umarmung, ein paar Küsschen und dann ging es auch schon wieder in leichter Kraxelei (viel zu kurz!) zum Skidepot runter.

 

Die Abfahrt erneut durch feinsten Pulver, war wieder der absolute mega Wahnsinn und viiiieeeeelllll zu kurz! Einfach awesome!

Abfahrt Roßkarferner

Und unsere Powderwhore Erika lief zur Höchstform auf. Sie crushte zwischen den Sharks den Powder im Backcountry und lieferte danach auch noch von uns genialste Bilder (Achtung Insider! Übersetzt soviel wie: Erika fuhr souverän zwischen den leicht verschneiten Felsen stilvoll durch schönsten Pulverschnee). Chapó junge Dame!

 

Flo - Freeriden deluxeFlo am powdern

 

Erika am grübeln: Oldschool or new fashion?Die Skatingeinheit war dann wieder wie am Vortrag und schon saßen wir erneut nach einer wahnsinns Tour (1300hm) auf der Amberger Hütte bei Gulaschsuppe und Skiwasser. Die Stimmung war immer noch gut, auch wenn wir alle merkten, dass uns der Abschied von einer grandiosen Gegend, bei pornösem Wetter und Powder und von soviel lieben Leuten schwer fallen wird.

Am Parkplatz in Gries angekommen wurde daher nochmal herzlich geknuddelt, gebusserlt und gedrückt und wir alle versprachen uns, dass es sicher nicht die letzte gemeinsame Tour war.

So bleibt mir nunmehr nur noch der Dank an Erika von ulligunde.com, die WuSa’s und die Hochtouristen für ein geniales Geburtstagswochenende zu sagen. Der „Mental Hangover“ bei mir war dementsprechend stark ausgeprägt und ich sehne mich nach diesen Wochenenden immer mehr nach den Bergen. Es beruhigt aber auch, dass es euch allen ähnlich geht und so fühle ich mich nicht alleine in meinem Leiden. Genau aufgrund derartiger Bergfreundschaften machen wir das doch auch alle! Mit einem weinenden und einem lachenden Auge wünsche ich euch viel Spaß im Februar. Das nächste Mal komme ich aber wieder mit! 🙂

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Flo
Flo

5 Kommentare

  1. Sabrina sagt:

    Hi Flo,

    eine wirklich schöne, lustige Zusammenfassung unseres grandiosen Wochenendes! Danke für Deine gute Lager-Nachbarschaft! 🙂

    Bis bald mal, Sabrina

  2. […] Awesome – Bloggertreffen auf der Amberger Hütte – Abenteuersuechtig.de says: February 9, 2015 at 7:19 pm […]

  3. Norbert sagt:

    Das ich so etwas noch erlebe!
    Letztes Bild.
    Atomic-Retro-Tourenski inkl. Silvretta-Bindung. Vollendeter 80er-Hightec in eleganter Vollendung, so wie ich sie geschätzt habe. Womöglich fährt der Besitzer auch noch den passenden Tourenschuh von Reichle, Modell Concordia, farblich abgestimmt in schwarz-lila. Klasse!

    Die neuen breiten Bretter sehen dagegen aus wie der hölzerne Rest eines Eis am Stiel! 🙂
    Dafür machen die Dinger im Tiefschnee halt mehr Spaß.

    Weiterhin viel Spaß bei den Frühjahrs-Skitouren. Ich mach mich nach Ostern mit meinen Brettern mal in die richtige Silvretta und danach ins Wallis. Beste Grüße aus dem Rheingau!

    • flo sagt:

      Hallo Norbert, stimmt die alten Latten von Atomic…da musste man halt noch Skifahren können. Wir haben diese auf der Amberger Hütte gefunden und fanden den Vergleich so toll. Meine ersten Kinderskischuhe waren übrigens auch von Reichle. 😉
      Dennoch bevorzuge ich mittlerweile lieber breitere Powderski.
      Viel Spaß im Urlaub. Klingt ja auch nach einem tollem und längeren Ausflug. Wir werden über Ostern entweder doch mal den ersten Felskontakt suchen oder eben noch den Firn.
      Viele Grüße aus Mainz
      Flo

  4. […] und Wassergeplätscher meines esoterischen Weckers (wie Wu das liebevoll bei unserer letzten Bloggerskitour ausdrückte). Wir kriechen aus unseren Hüttenschlafsäcken und schlurfen nach einer kurzen […]

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