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Zugspitz Ultratrail – mein persönlicher Supertrail

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Prolog

Ein Tag nach dem Supertrail des Zugspitz Ultratrail sitze ich hier am Tisch in unserer Ferienwohnung und versuche, langsam meine Gedanken zu sortieren und das intensive Erlebnis von gestern zu verarbeiten. Die Eindrücke sind noch frisch und ich weiß nicht wirklich, wie ich diesen Bericht über meinen ersten Ultra und meine bisher größte läuferische Herausforderung anfangen soll. Meine Oberschenkel schmerzen doch recht stark und das Laufen und insbesondere Treppensteigen ist derzeit doch eher eine mühsame Angelegenheit.

Ich bin voller Freude, Stolz, Faszination, Glück und Befriedigung, aber doch fühle ich eine gewisse Leere in mir. Ein knappes halbes Jahr habe ich auf auf einen ganz bestimmten Tag hin trainiert. Vor zwei Wochen – nach einem intensiven Trainingswochenende am Feldberg im Taunus – laborierte ich noch an derart starken Achillessehnenschmerzen, dass ich unter Tränen in den Armen meiner Freundin lag und dachte,  die ganze Vorbereitung sei für die Katz‘ gewesen.

ZUT 2015 - ich war dabei!Nun sitze ich hier und kann voller Glück sagen, dass nur die Muskulatur schmerzt und die letzten zwei Wochen ohne Training und mit viel Homöopathie und Physiotherapie gut getan haben. Aber was kommt danach? Diese Frage stellen sich wahrscheinlich viele ambitionierte Hobby-Leistungssportler wenn der Saisonhöhepunkt vorbei ist. Was macht man mit der wieder gewonnen Trainingszeit? Für das nächste Event trainieren, seine Zeit wieder für andere Hobbies nutzen oder einfach entspannen und ein gutes Buch lesen (am besten über den nächsten Ultra)? 😉 Fragen über Fragen, sowie jede Menge Gedanken  und unzählige Ideen geistern durch meinen Kopf.

Eines weiß ich nach dem Tag gestern genau: Es war verdammt hart, es war verdammt nass, es war verdammt kalt, es war verdammt matschig und es war verdammt schwer sich zeitweise zu motivieren, aber es war auch verdammt geil und ich habe Blut geleckt!

 

Zugspitz Ultratrail: Mein Supertrail

Aber nun „from the very beginning“.

Über meine Gedanken am Vortag des Zugspitz Ultratrail habe ich bereits hier berichtet und den Artikel mit dem Weg zur Pastaparty abgeschlossen. Die Party war ganz interessant und zeigte sich wahrlich als großes Familientreffen der Trailrunner. Endlich lernte ich mal die Bloggerkollegen Robert und Tobi kennen und auch ein Wiedersehen mit einem alten Schulfreund gab es. Nebenbei wurden Unmengen an Pasta und alkoholfreiem Weißbier verdrückt und man lauschte dem Rennbriefing für den kommenden Tag, während der Regen kontinuierlich auf den Musikpavillion plätscherte. Erst wurden nochmals die Regeln sowie die Liste der Pflichtausrüstung erläutert, welche sich wahrscheinlich jeder der Läufer bereits drei Mal im Vorfeld durchgelesen hatte. Dann folgte das von allen erwartete Wetterbriefing. Und das hatte es wahrlich in sich! Alles was man nicht in den Bergen gebrauchen konnte und wo einem eigentlich die örtlichen Bergführer immer abraten eine Tour zu unternehmen, traf für den Samstag zu! Literweise Regen, Nebel, Schnee ab 1800 Meter, mittlere bis starke Windböen und Minusgrade in den oberen Höhenlagen. Herrlich, dachte ich mir, so wolltest du immer schon deinen ersten Ultra laufen. Die Ansage, dass ggf. spontan die Strecke verkürzt werden kann, wenn die Bedingungen zu schlecht sind und dass wir alle in langen Klamotten starten müssen, war nur die logische Konsequenz. Und so verließen wir alle etwas geknickt und angespannt den Musikpavillon und jeder überdachte wohl nochmal kurz seine Kleiderwahl. Ich jedenfalls kam mir vor wie eine Frau, hatte ich mir doch in meinem ganzen Leben vorher bisher innerhalb von 24 Stunden noch nie so oft die Frage gestellt: „Was soll ich anziehen?“.

 

Möge die Schlammschlacht beginnen

Der StartRegen vor der Startaufstellung

Die Nacht vor dem großen Tag habe ich recht unruhig geschlafen, wie es mir quasi auch vor jeder großen Bergtour ergeht, und so kannte ich das Gefühl von einem Schwebezustand zwischen wach und Tiefschlaf. Fast erleichtert war ich, als morgens um sechs Uhr der Wecker klingelte. Ich sah, dass der Wetterbericht des Briefings vom Vorabend voll eintreten wird und wir heute Regen, Schnee und mittlere bis starke Windböen haben werden. „Herrlich, da hat man richtig Lust, 60km durch die Berge zu rennen!“, dachte ich mir erneut und sprang unter die heiße Dusche. Danach gab es ein leichtes Frühstück, viel ging – wie an so einem Tag gewohnt – nicht rein, die Aufregung war zu groß. Das am Vorabend vorbereitete Rennoutfit war zügig angezogen und das Wasser nochmal aufgefüllt und ab ging es Richtung Shuttlebus. Mit rund 50 anderen verrückten (drei weitere Busse sollten folgen) saß ich um 7:20 Uhr in einem Reisebus Richtung Leutsch-Weidach. Unser Busfahrer „Hartl mit dem Bartl“ gestaltete die Fahrt recht kurzweilig und entpuppte sich als Mischung aus G7-Gipfel-Journalist und Regionalhistoriker. Gekonnt lockerte er die leicht angespannte Stimmung auf,  während ich mir noch zwei Bananen, etwas Mineralwasser und einen Nussriegel zwischen die Kiemen schob.

In der Startaufstellung

Nach gut 50 Minuten Fahrt, während der wir erstmals realisierten wie weit wir jetzt wieder zurück latschen durften, spuckte uns der Bus in den Regen aus. Kurz nochmal die Ausrüstung gecheckt und aufs Klo gehüpft, anschließend das Dropbag für den Zieleinlauf abgegeben und schon standen wir im strömenden Regen in der Startaufstellung und wurden das erste Mal an diesem Tag nass. Etliche weitere Male sollten folgen, eigentlich war ich nie trocken sondern nur mehr oder weniger nass 😉 Um genau 30 Sekunden vor 9 Uhr schallte dann „Highway to Hell“ aus den Boxen, wir zählten gemeinsam den Countdown runter und los ging es zu meinem ersten Ultra.

 

Von Leutsch übers Scharnitzjoch bis zum Hubertushof

Die ersten gut drei Kilometer waren noch sehr flach und so entschloss ich mich gleich am Anfang etwas Tempo zu machen, um nicht zu weit hinten in der Schlange Richtung Scharnitzjoch zu hängen. Eine Pace von 4:25 war da noch drin. Anfangs sprangen noch alle um Pfützen und kleine Rinnsale herum, die Sinnhaftigkeit davon wollte ich noch nicht hinterfragen. Spätestens nach den ersten 5 Kilometern waren wir dann sowieso alle patsch nass und voller Schlamm. Schnell ging es, zuerst noch auf breiteren Forstwegen, dann auch bald auf Singletrails immer steiler nach oben Richtung Scharnitzjoch.

Aufstieg zum Scharnitzjoch

Spätestens auf den Trails war überholen quasi nicht möglich und so schlängelten sich alle Trailläufer langsam aber stetig den Hang hinauf.

Nebelschwaden auf dem Weg zum Scharnitzjoch

Was ein grandioses Bild! Die Waldgrenze war bald erreicht und damit auch eine Höhe von rund 1750 Metern das erste Schneegestöber trat ein.

Es beginnt zu schneien...

Ab 1850 Metern ging das Ganze in flockenfesten Schnee über, welcher bis zum Scharnitzjoch auf gut 5cm anwuchs. Spätestens jetzt war ich froh, dass uns der Veranstalter quasi gezwungen hatte, in langen Klamotten zu starten und ich auch noch meine dünne Softshell trug.

Kalt, Schnee und Spaß

Es war nämlich sackrisch kalt, teils windig und ein Auskühlen quasi ad hoc möglich, sobald man länger stehen blieb. Der Anblick der rund 400 Läufer, welche auf der einen Seite des Jochs hoch kamen und auf der anderen schon wieder hinunter fielen (im wahrsten Sinne des Wortes) faszinierte mich doch sehr und ich dachte mir nur: „Wie geil ist das hier denn in diesem winterlichen Nebelmeer.“ Gerne hätte ich zwar von der tollen Landschaft auch etwas gesehen, aber man kann ja nicht alles haben. 😉

Nach 1,5 Stunden erreichte ich das Scharnitzjoch auf 2050 Meter Höhe und damit auch den höchsten Punkt des Supertrails. Die ersten 1000 Höhenmeter und 8km im Rahmen des Zugspitz Ultratrail waren geschafft und ich nahm mir kurz Zeit, etwas zu essen und zu trinken und ein paar Fotos zu machen.

Auf dem Scharnitzjoch

Ein Fehler! Innerhalb der zehn Minuten dort oben kühlte ich dermaßen schnell aus, dass ich auf dem Downhill nach unten vor Kälte kaum noch meine Hände spürte, mein Körper zu zittern begann und mein Kreislauf kurzzeitig etwas angeschlagen war.

Vor dem Downhill vom Scharnitzjoch

Ich reagierte sofort, zog die durchnässten Handschuhe aus und genehmigte mir noch einen Riegel, um den Zuckerhaushalt anzukurbeln sowie eine Salztablette. Ein schneller Downhill war sowieso nicht möglich. Die verschneiten Wiesen und die Läufer vor mir erinnerten mich eher an eine Riesenrutschbahn als an einen Downhill. So kam es auf dem Stück nach unten bei vielen ungeübteren Läufern zu etlichen Stürzen und Stockbrüchen. Trinkpause am HubertushofIch ging das ganze langsam an, um kein unnötiges Risiko einzugehen. Als es weiter unten wieder etwas wärmer und der Schnee wieder durch Regen abgelöst wurde, hatte ich mein erstes Tief auch wieder überwunden und hoffte, dass es auch das letzte sein würde. Nun konnte ich aufdrehen und meine Downhillfähigkeiten ausspielen. Ich überholte viele Läufer auf dem genialen Trail ins Tal hinab, welcher wenig später in breite Forstwege überging und wurde dann quasi nach knapp 16km am ersten Verpflegungspunkt am Hubertushof ausgespuckt. Hier freute ich mich nicht nur auf einen warmen Tee und eine Suppe, sondern auch auf Bazi, Lisa, Katie und Mama, welche mich freudig im Regen in Empfang nahmen und anfeuerten. Ein kurzer Schwatz und paar Minuten später rollte ich wieder weiter Richtung Mittenwald.

Die lange „Gerade“ bis zum Ferchensee

Bereits vorher wusste ich, dass dieses Teilstück mit das langweiligste wird. Der Weg führt auf Straßen, Forstwegen und Kiesradwegen nahezu 10km bis zum Schützenhaus Mittenwald. Aber da es flach war und ich von meinem Training und frühen Marathonzeiten Pacelaufen gewohnt bin, konnte ich hier meine zweite Stärke ausspielen und einiges gut machen, so erreichte ich nach knapp 50 Minuten das Schützenhaus Mittenwald. Hier hielt ich mich nicht besonders lange auf, da die Verpflegungsstation klein war und ich lieber am schönen Ferchensee etwas länger verweilen wollte, schließlich war diese Station nur weitere 5km entfernt. Also schraubte ich mich zügig den kleinen Trail hinter dem Schützenhaus hoch und spurtete Richtung Ferchensee. Eingang LeutaschklammDer Weg führt recht schön durch den Wald und endet quasi im Ferchensee, welcher sich sehr abrupt vor einem auftut. Ach ja, habe ich erwähnt, dass es immer noch regnete und ich patsch nass war? Aber Wasser im Schuh läuft sich ja irgendwann auch warm 🙂 Ich schoss ein paar Fotos am Ferchensee, dann ging es den See entlang zur Verpflegungsstation. FerchenseeNach knapp 4,5 Stunden und 30km laufen waren meine Beine nun langsam doch etwas schwerer und so setzte ich mich kurz hin, genoss etwas Wassermelone, Reis und warmen Tee und die Aussicht auf den See. Nach fünf Minuten Pause ging es dann weiter Richtung Partnachalm, wo wieder Katie, Lisa, Mama und Bazi auf mich warteten.

 

Ferchensee bis Partnachalm

Dieser Abschnitt stellte sich als der härteste im ganzen Rennen heraus. Menschenverachtend geht es auf langweiligen, hässlichen,  immer wieder steil ansteigenden Forstwegen nahezu 10km durch den Wald. Das stetige Auf und Ab brennt die Oberschenkelmuskulatur nur so weg und irgendwann wusste ich nicht mehr, ob jetzt Gehen oder lockeres Laufen anstrengender ist und so versuchte ich, eben dieses auf den nächsten zehn Kilometern herauszufinden. Ich kam zu keinem Ergebnis. Zum Abschluss dieses Streckenabschnitts wird  man dann auf einen tollen Trail ausgespuckt, welcher in einen genialen Downhill übergeht…allerdings mit rund 100 ungleichmäßigen Holztreppenstufen aus Naturwurzeln (!!!). Ach ja, es hat übrigens geregnet und die Wurzeln waren nass und arschglatt. Meine Oberschenkel feierten Oktoberfest, Fastnacht und Examensfeier in einem und ich kam mir vor wie ein alter Opa auf Krückstöcken. Trotzdem gelang es mir, hier noch einige andere Läufer zu überholen. Wenn schon ein alter Opa, dann zumindest ein rüstiger 😉
Aufstieg zur PartnachalmUmziehen an der PartnachalmDer Kälbersteig endet am Ausgang der Partnachklamm und nachdem man kurz ein paar Meter zwischen vereinzelten und jubelnden Touristen durchgelaufen war, sowie die bei diesem Wetter reißende Partnach mittels Brücke überquert hat, ging es ähnlich steil hinauf zur Partnachalm. Nun war ich richtig nass, bereits 40km unterwegs, muskulär angeschlagen und der Anstieg gab mir kurzeitig den Rest. Etwas schlapp kam ich also oben an der echt schönen Verpflegungsstation Partnachalm an und wurde von meinem Anfeuerteam empfangen.Eine ausgiebige Pause, nette Gespräche mit Bazi und Katie, eine heiße Suppe und heißer Tee sowie frische, trockene (!) Klamotten brachten meine Lebensgeister wieder zurück und ich freute mich richtig auf den finalen Anstieg Richtung Alpspitze. Hier erfuhr ich dann jedoch auch, dass der letzte Anstieg auf den Osterfelderkopf aufgrund  von Schneegestöber gestrichen wurde und es direkt von der Längenfelder Talstation Richtung Grainau ging. Das Gefühl, das ich beim Weiterlaufen hatte, war unbeschreiblich. Hier realisierte ich zum ersten Mal, dass ich es definitiv geschafft hatte! Ich hatte nunmehr 7,5 Stunden für den Rest und hätte damit auch krabbeln können, um ins Ziel zu kommen. Dieses Hochgefühl war einfach gigantisch!

 

Mit den Fans an der Partnachalm

 

Partnachalm – Ziel: Bald ist es geschafft!

Nach gut zehn Minuten verabschiedete ich mich also von meiner Fancrew und lief langsam aber stetig bergauf und voller Stolz Richtung Alpspitze. Weiter gehts!Hier holte mich auch Max Kirschbaum ein, welchen ich beim Hartfüßler Trail im Mai erstmals kennengelernt habe. Wir unterhielten uns ein Stück bis er dann wieder zügig über alle Berge war. Wahnsinn, wie schnell die Top-Ultraläufer noch nach 85km sind. Er finishte als vierter den Zugspitz Ultratrail in etwas über 10 Stunden.  Der Weg zur Alpspitze zog sich erst noch über breitere Forstwegen, auf denen ich noch etwas Tempo machen konnte, bis dann plötzlich ein schöner, schmaler Singletrail abzweigte und steil im stetigen Zickzack bergauf führte. Ok, es war kein Singletrail sondern besser gesagt ein fließender Bach, den es hinauf ging. Aufstieg zur Längenfelder BahnDer starke Regen hatte nämlich mittlerweile jeden noch so guten Trail in ein Bachbett verwandelt und jeder klein aufgetürmte Matschdamm zerbrach irgendwann mit einem lauten „Pfaaatscccchhhh“ unter dem Schritt eines Läufers. Dies führte dazu, dass noch mehr Wasser in Strömen den Trail hinunter floss. Ach, hab ich erwähnt, dass ich schon wieder nass war und richtig schön dreckig?! Hätte ich es nicht besser gewusst, dann hätte ich behauptet, das wäre der reinste Kneipp-Fango-Packungs Ultra gewesen! Herrlich, dieses schön dick-zähe Erdreich direkt in deinem Kompressionssocken, nach fünf Minuten wohltemperiert auf 37 Grad! Mensch, macht das nen schlanken Fuß! 😉

Dreckssau

Ok ich schweife etwas ab, also weiter ging es Richtung Längenfelder Talstation wo ich nach knapp 1,5 Stunden ankam. Kurz noch dem Gripmaster zugewunken, welcher sich schon wieder eifrig mit Kamerateams umgab, und ne Suppe gegessen, Tee getrunken und die Beine etwas hochgelegt, dann ging es schon auf den genialen Downhill Richtung Grainau. Von vielen Läufern wurde eben dieser im Vorfeld bei den vorherrschenden nass-matschigen Verhältnissen absolut gefürchtet und ich hörte Sprüche wie „nochmal höchste Konzentration“ etc. Für mich war er nur ein Traum. Meine Salomon Speedcross 3 konnten den vollen Grip ausspielen und fraßen sich nur so in das nasse Gestein, ich hab nochmal ordentlich Speed geben können und konnte viele Läufer überholen. Erstaunlicherweise hatte die kurze Pause Wunder gewirkt und meine Muskulatur war wieder recht fit. Keine 30 Minuten später war ich runter nach Grainau geflogen und hatte 8:44 h auf der Uhr stehen. Jetzt dachte ich mir das erste Mal, dass unter 9 Stunden definitiv möglich wären. Angetrieben von diesem Gedanken pushte ich mich nochmals und mobilisierte letzte Kräfte. Mir gelang glatt nochmal auf 2km eine Pace von 4:15. Dies sorgte zwar dafür, dass ich dann doch recht kaputt, aber mit einer Zielzeit von 8:55h die Ziellinie überquerte und noch gar nicht realisieren konnte, was ich gerade geleistet hatte. Dementsprechend war dann auch erstmal meine Körperhaltung…  Zieleinlauf

Die Freude, der Stolz, die Erleichterung, die Schmerzen, das Glück kamen erst etwas später zu Tage.Stolzer Finisher

Fazit zum Zugspitz Ultratrail

Mein Fazit vom Supertrail beim Zugspitz Ultratrail, welcher mit seinen verkürzten 54,1km und rund 2500 positiven Höhenmetern, meinen ersten Ultra darstellte, ist durchwegs positiv. Natürlich wünscht man sich besseres Wetter, etwas mehr Aussicht und auch eine komplette Strecke, aber man ist halt auch in den Bergen und da kann jederzeit ein Wettersturz erfolgen. Wenigstens durften wir am nächsten Morgen beim Frühstück einen grandiosen Ausblick vom Balkon der Ferienwohnung genießen, welcher sich dann später beim Spaziergang am Eibsee fortsetzte.Zugspitze am nächsten Morgen EibseeEs war sicher richtig, dass die Veranstalter die Strecke entschärft  und derart auf die richtigen Startklamotten gepocht haben. Klar war das streng, aber besser als unnötig viele Rettungseinsätze und DNFs (Did not finish). Überhaupt war die Organisation von Plan B hoch professionell und ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass etwas außer Plan verlief. Ich habe selten so gut ausgestattete Verpflegungsstationen gesehen. Mein Respekt gilt auch allen Mitläufern, welche sich diesen echt widrichen Bedingungen gestellt haben. Sicher kam nicht wenigen der Gedanke, ob sie überhaupt starten sollen. Für mich war es ein wahnsinns Erlebnis.

Der Schuh danach...

Ich hätte noch vor einem Jahr nicht geglaubt, dass ich je einen Ultra laufen werde und vor allem, dass ich genug Höhenmeter im Rhein-Main-Gebiet als Training dafür finde. Die Überwindung des inneren Schweinehunds und auch den Kampf gegen sich selbst zu gewinnen gibt einem unendlich viel Kraft und Stärke für den Alltag. Es ist schon jetzt wie eine kleine Sucht und fünf Tage danach weiß ich, dass es sicher nicht der letzte Ultra für mich war. Ich habe Blut geleckt!

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Flo
Flo

2 Kommentare

  1. Sabrina sagt:

    Toller Bericht Flo! 🙂 Und noch mal Glückwunsch! Die Strecke zum Ferchersee und alles was danach kommt bis auf den Anstieg auf die Alpspitze ist wirkluich fad – diese 10KM über Forstraßen ist so fad und ehrlicherweise ist auch die Skipiste die man auf die Alpsitze hoch läuft nicht gerade gigantisch….aber ja, kann halt nicht immer zu 100% alles toll sein!

    LG Sabrina

  2. […] ich in den letzten zwei Jahren mit dem ZUT-Supertrail und der Trail-Challenge an der Zugspitze zwar zwei ordentliche Herausforderungen gemeistert hatte […]

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