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GORE-TEX Experience Tour 2015 – Hochtour Balmhorn

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Was, wenn du eingeladen wirst, etwas ganz und gar Außergewöhnliches zu erleben? Eingeladen, eine einmalige Gelegenheit wahrzunehmen, neue Menschen kennenzulernen und neue Erfahrungen zu sammeln, vielleicht sogar an deine Grenzen zu gehen und diese ein Stück weit zu verschieben?

Meine Bewerbung zur GORE-TEX Experience Tour 2015

Abenteuersuechtig.de bei der GORE-TEX Experience Tour 2015

Der Zackengrat, im Hintergrund der Vorgipfel des BalmhornsIm vergangenen Jahr schrieb SportScheck einen Wettbewerb mit dem Motto „Leidenschaft Berg“ aus. Am letztmöglichen Tag reichte ich gerade noch meinen Beitrag ein und konnte damit scheinbar die Jury überzeugen. Anfang Februar erreichte mich jedenfalls eine Email, in der ich darüber informiert wurde, dass ich eingeladen werde zur GORE-TEX Experience Tour 2015 (GET)! Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, wie überrascht und überwältigt ich in diesem Moment war. Ich würde nicht nur die einmalige Chance bekommen, eine tolle Hochtour auf das 3698m Balmhorn in den westlichen Berner Alpen zu gehen und damit auf den Spuren der Erstbesteigerin Lucy Walker zu wandeln. Viel besser noch, denn als AddOn sollte jeder Teilnehmer eine Komplettausstattung von GORE-TEX erhalten. In meinem Fall waren das Bergstiefel, Hose, Jacke und Handschuhe, die ich mir nach Belieben in der nächsten SportScheck-Filiale zusammenstellen durfte. Ok, Ausrüstung kann man sich noch kaufen, den Knüller der Tour aber vermutlich eher nicht. Sozusagen die Schirmherrin der Experience Tour war Edurne Pasaban, eine der besten Bergsteigerinnen der Welt und die erste, die alle 14 Achttausender-Gipfel erfolgreich besteigen konnte. Mit einem solchen Star der Bergsteigerszene gemeinsam auf Tour gehen zu dürfen ist wohl eine einmalige Gelegenheit!

Die Vorbereitungen

Die Vorbereitungen waren zum Glück recht simpel: „Such‘ dir in einer SportScheck-Filiale ein GORE-TEX Outfit deiner Wahl aus.“ hieß es in einer der ersten Emails. Gesagt, getan und ich durfte ohne zu bezahlen oder Ärger mit der Security, dafür aber mit Glückwünschen der Mitarbeiter und dem bestmöglichen Bergsportequipment einfach aus der Filiale in Frankfurt spazieren! Ist das mal ein Geschenk?!
Da Flo und ich ja nun keine absoluten Novizen in Sachen Hochtouren sind, musste ich mir um die Besteigung des Balmhorns keine großen Gedanken machen, zumal wir ja mit Bergführern der „British Mountain Guides (BMG)“ unterwegs sein würden. Ich musste also nur zusehen, dass ich konditionell fit genug bin, was im Zuge der Vorbereitungen zum Gutenberg Marathon und dem Zugspitz Ultratrail (ZUT) kein Problem darstellen sollte.
Der Rest der Zeit bis zur GORE-TEX Experience Tour verging wie im Flug. Ivan, einer der Teilnehmer richtete eine Facebook-Gruppe ein, damit wir uns bereits vorab austauschen und kennenlernen konntenn. Dort posteten wir unsere Outfits, Ideen für den Trip und sonstigen Quatsch, so hatte ich schon vor der GET eine ungefähre Vorstellung, mit welchen Leuten ich es zu tun haben würde.

Mein GORE-TEX Outfit Kein GORE-TEX-Wetter und auch nicht die passende Umgebung, aber schick aussehen tut's dennoch. Mit diesen tollen Stiefeln komme ich wohl überall rauf :)

 

 

Der Schock eine Woche vor der GET – Bänderriss!

Wie sagt man so schön: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Eine knappe Woche vor der Abreise in die Schweiz stürzte ich beim Bouldern seitlich aus zwei Metern in die Weichbodenmatte und riss mir die Sehnen im linken Sprunggelenk! Ein paar Tage vor meinem Kletterwochenende in der Fränkischen Schweiz, keine Woche mehr bis zur GET und rund eineinhalb Wochen vor dem ZUT hieß es vom Arzt in der Notaufnahme: „Schiene tragen, sechs Wochen Sportverbot!“
Ich war am Boden zerstört, auch wenn ich diese Aussage relativ gelassen hinnehmen konnte. Das Kletterwochenende sagte ich sofort ab, den ZUT zwei Tage später, aber die Teilnahme an der GET wollte ich mir so leicht nicht nehmen lassen. Donnerstags ließ ich mir eine andere Schiene verschreiben, mit der ich laut Arzt auch in meine Bergstiefel passen sollte und schmiedete folgenden Plan: Bis Sonntag würde ich mich so weit wie überhaupt nur möglich schonen und dann ganz kurzfristig entscheiden, ob ich meine Reise in die Schweiz antreten würde, oder nicht. Lange Rede, kurzer Sinn, da sich mein Fuß Sonntags schon viel besser anfühlte, wollte ich das Risiko eingehen und fuhr Montagmorgen über Basel und Bern ins schöne Kandersteg.

Die GORE-TEX Experience Tour

Montag, 15. Juni 2015 – Anreise nach Kandersteg und erstes Kennenlernen

Erst mal Pause, bevor es losgehtMeine Reise in der Schweiz begann erst einmal mit der halbstündigen Verspätung meines Zuges. Die nutzte ich dafür, am Mainzer Hauptbahnhof noch gemütlich einen Espresso in der Sonne zu trinken. Glücklicherweise erreichte ich Kandersteg trotzdem, wie geplant, am späten Nachmittag. Die meisten anderen Teilnehmer waren bereits im Hotel und empfingen mich freudig, da sie um die Problematik mit meinem Sprunggelenk wussten. Aus ganz Europa und teilweise sogar den Staaten waren sie angereist, um an der GORE-TEX Experience Tour teilzunehmen, wenn das mal nicht super werden würde! Kurze Zeit später kamen weitere Gewinner an und wir wurden vom Team GORE-TEX, der PR-Agentur Anorak und unserem Fotografen Joachim offiziell begrüßt. Danach kam der Moment, auf den wir wohl alle am meisten gewartet haben, Edurne Pasaban traf im Hotel ein, wir lernten einen der Stars der Bergsteigerszene persönlich kennen. Nach dem Abendessen, einigen Formalitäten und einer super lustigen Vorstellungsrunde aller Teilnehmer und Organisatoren erzählte uns Edurne offen, ehrlich und teilweise fast schockierend von ihrem Leben, ihren Besteigungen der Achttausender und den Niederlagen, die sie hatte erleben müssen. Im Anschluss daran folgte ein Film über ihre letzten drei bestiegenen Achttausender, bevor wir uns langsam aber sicher nacheinander in unsere Betten verkrochen. Positiv überrascht war ich, als ich mir an diesem Abend meinen linken Fuß betrachtete und die Sehnen auf meinem Fußrücken wieder ansatzweise zu erkennen waren 🙂 Die Schwellung nahm also endlich ab, was mich für die beiden nächsten Tage doch recht zuversichtlich stimmte…

Dienstag, 16. Juni 2015 – Vorbereitungen für’s Balmhorn

Aufbruch zur GemmibahnUnser Tag begann mit Frühstück um sieben Uhr, eine äußerst humane Zeit für einen Bergsteiger. Danach folgten weitere Informationen zum Tagesablauf, der Tour auf das Balmhorn am darauf folgenden Tag und der Teameinteilung. Außerdem gab es ein üppiges Verpflegungspaket für die beiden kommenden Tage und wir schmierten uns Sandwiches für den Mittag.

Kurze Zeit später trafen wir uns draußen vor dem Hotel mit unseren jeweiligen Teamkameraden und Bergführern. Marc, der uns zugeteilte Schotte, war ein echt netter, witziger und noch recht junger Typ um die Mitte 30, der ständig einen dummen Spruch auf Lager hatte. Außerdem waren mit mir im Team Camille aus Frankreich und Joachim, unser Fotograf, es sollte eine prima Seilschaft werden!
Marc zeigt uns ein paar Bergführer-TricksNach einem Ausrüstungscheck aller Teilnehmer machten wir uns auf den Weg zur Bergbahn und nach oben Richtung Berghotel Schwarenbach, wo wir die kommende Nacht verbringen würden. Dort angekommen gab es zuerst mal einen Tee, danach mussten wir uns aber gleich unsere GORE-TEX Klamotten überstreifen, denn draußen regnete es in Strömen und wir hatten noch eine kleine Technikeinheit vor uns. Ein Probelauf durch’s Gelände, Seil- und Knotenkunde und ein wenig Spaltenbergung standen auf dem Plan.

Spaß mit Edurne beim UNO spielenDen Rest des Nachmittags verbrachten wir mit lustigen Gesprächen, Fachsimpeln und diversen Runden UNO mit Edurne, bis es um 18:30 Uhr Abendessen gab. Im Anschluss daran teilte uns Julie-Ann, die Chef-Bergführerin, weitere Infos bezüglich des morgigen Tages mit. Die interessanteste war wohl, dass sie aufgrund der Wettervorhersage und der letzten Bergbahn Richtung Tal den Zeitplan verschoben hatten und wir nun eine Stunde früher abmarschieren würden. Das bedeutete, Frühstück um 03:00 Uhr und Abmarsch um 04:00 Uhr! Gleich danach packte ich also meinen Rucksack für den kommenden Tag, bereitete meine Ausrüstung vor und um kurz nach neun lag ich auf meiner Matratze im Bettenlager.

Mittwoch, 17. Juni 2015 – Das Balmhorn

Mehrere Wecker klingelten gleichzeitig um 02:50 Uhr an diesem Tag uns sofort schälten wir uns alle aus unseren Hüttenschlafsäcken und rein in unsere Klamotten. Der Wetterbericht war nicht wirklich positiv, -9°C und Nebel waren auf dem Berg vorhergesagt. Ok, zumindest Regen und Schnee sollte uns in unseren nagelneuen Outfits nichts anhaben können, dennoch macht eine Hochtour bei gutem Wetter natürlich mehr Spaß. Die beiden vorherigen Tage hatte ich wenig bis gar keine Probleme mit meinem Sprunggelenk gehabt und so war ich guter Dinge, das Balmhorn trotz meines Handycaps erfolgreich besteigen zu können. Pünktlich um 03:00 Uhr saß ich als einer der ersten unten beim Frühstück. Glücklicherweise habe ich überhaupt keine Probleme damit, mitten in der Nacht und sofort nach dem Aufstehen etwas zu essen. Also ließ ich mir Kaffee, ein paar Scheiben Brot und Müsli schmecken, bevor ich meinen Platz abräumte und mich fertig machte.

Schnell noch mal die Route prüfen, während es ganz langsam hell wird Schnell noch mal die Route prüfen, während es ganz langsam hell wirdUm exakt 03:54 Uhr machten sich alle Seilschaften, bestückt mit ihren Stirnlampen, auf den Weg. Über einen Wanderweg und einen schmalen Pfad führten uns die Bergführer langsam Richtung Schwarzgletscher. Ich war mir etwas unsicher, wie ich meinen linken Fuß auf dem steinigen und teils rutschigen Weg belasten sollte. Ich versuchte, Drehen und seitliches Anwinkeln des Sprunggelenks so weit wie möglich zu vermeiden und lief die meiste Zeit auf dem Zehenbereich, was sich später leider noch rächen sollte.

Nach guten zweieinhalb Stunden erreichten wir den unteren Rand des Schwarzgletschers. Hier seilten wir uns an, befestigten unsere Steigeisen an den Bergstiefeln und schnappten uns unsere Eispickel. Weiter ging es nach oben, über verschneite und teils vereiste Schotterfelder Richtung Zackengrat. Durch das schlechte, kalte und sehr feuchte Wetter bot sich uns ein fast unglaublicher Anblick, denn der kalte Wind hatte die Luftfeuchtigkeit zu teilweise waagerechten Eiskristallen am Fels werden lassen, ein Bild wie aus einer anderen Welt! Mittlerweile wurde es auch halbwegs hell, sodass wir unsere Umgebung nicht mehr nur noch erahnen mussten, sondern auch wirklich bewundern konnten. Als wir den Zackengrat auf ziemlich genau 3000m erreichten war es schon hell und uns bot sich ein spektakulärer Ausblick die Steilwand rechts von uns hinunter, auf den vor uns liegenden Vorgipfel des Balmhorns und seinen nur wenige Meter niedrigeren, aber umso bedrohlicher aussehenden Nachbarn, den Altels (3629m).

Ein Anblick wie von einer anderen Welt Langsam geht es bergaufWir folgten dem Zackengrat bergauf, erst in einer recht geraden Linie, je steiler es aber nach oben hin wurde, desto mehr liefen wir in den bei Bergsteigern bewährten Spitzkehren. Jetzt sollte sich die Sache mit dem nicht richtig auftreten rächen, denn durch das ständige Antreten mit den Fußspitzen bzw. Frontzacken meiner Steigeisen waren meine Muskeln schon entsprechend gefordert. Stellt euch nur mal vor, ihr lauft stundenlang auf den Fußballen 🙂 Ich spürte jede Muskelfaser in meinen Beinen und während Joachim sich mittlerweile aus dem Seil ausgebunden hatte und zum Fotografieren hin und her sprintete, zogen Marc und Camille das Tempo noch mal etwas an, ganz zum Unmut meiner Beine. Öfter mal brauchte ich eine kurze Pause, mal um zu verschnaufen, mal um einfach die Beine im Sitzen kurz zu entlasten. Meter für Meter schraubten wir uns weiter nach oben Richtung Vorgipfel (3667m). Dort trafen wir wieder auf Joachim, der den Hauptgipfel uns dessen Besteiger mit seinem Teleobjektiv ins Visier nahm. Wir stiegen in die kleine Senke ab und die letzten Höhenmeter zum 3698m hohen Hauptgipfel auf. Wie so oft, wenn ich den Gipfel vor mir sehe, vergesse ich sämtliche Erschöpfung, sämtliche Schmerzen und empfinde einfach nur noch Glücksgefühle, die man kaum in Worte fassen kann. Speziell an diesem Tag war ich völlig überwältigt, als wir den Hauptgipfel erreichten. Nur eine Woche vorher saß ich noch daheim, mit einem hobbitartig geschwollenen und blauen Fuß, an gehen war kaum zu denken. Und nun, nur sechs Tage später, stand ich auf kapp 3700m, über den Wolken und dem gewohnten Gefühl von Freiheit und Glück im Bauch, das mir bei Hochtouren immer wieder den Kick gibt.

Kurze Pause am Zackengrat Zackengrat, im Hintergrund der Vorgipfel des Balmhorns Unterwegs auf dem Zackengrat

Nur noch ein paar Meter bis zum Gipfel Gleich haben wir es geschafft! Nur noch wenige Meter bis zum Vorgipfel.

 

Wir nahmen uns ein paar Minuten Zeit, um die atemberaubende Kulisse zu genießen. Von hier oben, über den Wolken im Tal, hatten wir einen perfekten Ausblick auf die großen Gipfel wie Gran Paradiso, Mont Blanc, die Allalin– und Weismiesgruppe und den Monte Rosa. Einfach spektakulär! Danach machten wir uns auf den Weg zurück zum Vorgipfel, wo wir auf die Seilschaft mit Edurne trafen. Natürlich konnte ich es mir nicht nehmen lassen, sie nach einem Foto zu fragen, was für sie überhaupt kein Problem war. Da wir allzu sulzigen Schnee während des Abstiegs vermeiden wollten, machten wir uns wenige Minuten später auf den Weg hinab zum Zackengrat und den Schwarzgletscher. Der Abstieg ging wirklich erstaunlich gut mit meinem Fuß, ich konnte prima in den schon recht weichen Schnee springen und so in einem gutem Tempo nach unten hüpfen. Als wir den Gletscher verließen und zurück auf steinigen Untergrund kamen, hatte ich allerdings wieder das gleiche Problem wie schon beim Aufstieg, ich war etwas unsicher beim Auftreten und die Kräfte bereits zu großen Teilen verbraucht, aber alles in allem hat es prima geklappt. Irgendwie verpassten wir aber unseren Weg vom Morgen, weshalb wir noch einen Gebirgsbach queren mussten. Es war gar nicht mal so leicht, eine passende und ausreichend schmale Stelle zu finden, an der wir nicht Gefahr liefen, reinzufallen… aber auch dieses Abenteuer meisterten wir und konnten so um ziemlich genau 14 Uhr, also nach zehn Stunden Marsch und rund 1700 Höhenmeter wieder im Hotel Schwarenbach einfallen und uns durstig wie wir waren drei leckere Weizenbier bestellen.
Hauptgipfel Balmhorn, 3698mYeah! Endlich angekommen auf dem Gipfel!Ein spektakulärer Ausblick bot sich uns hinab auf den Zackengrat

 

Nach und nach trafen weitere Seilschaften ein, wir beglückwünschten uns alle und genossen es, unsere Füße wieder aus den schweren Bergstiefeln ziehen zu können. Mit einer der letzten Bergbahnen fuhren wir um 17 Uhr wieder hinab ins Tal und machten uns auf den Weg zurück in unser Hotel. Dort angekommen erwartete uns neben einer heißen Dusche ein kleiner Snack auf der Terrasse, um die Zeit bis zu unserem luxuriösen Abendessen zu überbrücken. Das Problem war nur, dass noch eine Seilschaft fehlte, die vier Teilnehmer hatten es nicht rechtzeitig zur letzten Talfahrt um halb sechs geschafft. Nicklas von Anorak ließ sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen und organisierte auf die Schnelle eine Spezialfahrt mit der Gondel, damit die vier nicht auf unser Luxus-Dinner verzichten mussten. Um kurz nach 20 Uhr machten wir uns auf den Weg ins Hotel Victoria, wo wir zum Abschluss des Trips mit einem erstklassigen Vier-Gänge-Menü inkl. Champagner verwöhnt wurden!

Edurne Pasaban und ich auf dem Vorgipfel des BalmhornsHm, wie heißt der noch mal normalerweise?Zurück am Berghotel Schwarenbach gönnen wir uns unser verdientes Weizenbier

 

Da wir natürlich alle recht platt waren, gingen die meisten Teilnehmer bald zurück in unser Hotel, einige direkt in ihre Betten, andere blieben noch im Aufenthaltsraum und quatschten über die vergangenen Tage. Ich selbst habe es auch noch etwas ausgehalten, bis ich mich in mein Bett verkroch.

Donnerstag, 18. Juni 2015 – Abreise

Die komplette GET-Truppe posiert für's FotoDer Abreisetag begann ziemlich locker. Um acht ging ich hinunter in den Frühstücksraum, dort waren außer mir nur ein paar weitere Teilnehmer, die meisten lagen wohl noch in ihren Betten. Also gesellte ich mich zu ihnen und sorge für mein leibliches Wohl, während nach und nach weitere Gruppenmitglieder dazustießen. Für kurz nach zwölf hatten drei Mädels und ich unsere Heimfahrt angedacht, wir wollten zumindest bis Bern gemeinsam mit dem Zug fahren. Kurz vor zwölf hieß es also Abschied nehmen von den restlichen GET-Teilnehmern. Ausnahmslos alle waren wirklich super nett, jeder sagte, dass man sich unbedingt mal wieder sehen müsse und dass wir mal eine „Reunion“ ansetzen müssten. Bis Bern hatte ich dann also auch nette Gesellschaft im Zug, ab dort hieß es dann alleine weiterreisen. Als ich abends gegen sechs endlich wieder in Mainz angekommen war, konnte ich noch gar nicht wirklich begreifen, was ich da erlebt hatte in den letzten Tagen!

Mein Fazit zur GORE-TEX Experience Tour 2015

Was soll ich sagen? Ihr könnt euch anhand des Textes oben wohl denken, dass ich mehr als nur Spaß hatte! Ich bin immer noch verwundert, wie super harmonisch der Umgang innerhalb der Gruppe und mit all den Organisatoren war. Es gab keine Unstimmigkeiten, keine Probleme und keine Zwischenfälle. Alles wurde prima erklärt, super organisiert und bestens umgesetzt.

Ich für meinen Teil nehme jede Menge unvergesslicher Erinnerungen aus der Aktion mit! Der Trip wird als einer derjenigen in meinem Gedächtnis bleiben, an die ich mich jederzeit und überall erinnern kann. Gerade wegen meines lädierten Fußes und der mehr als nur unsicheren Teilnahme infolgedessen war das Gefühl auf dem Gipfel einfach nur überwältigend und ist mit Sicherheit unvergesslich!

Eigentlich fehlen mir irgendwie noch immer zumindest teilweise die Worte, um dieses Erlebnis in ein paar wenige Worte zu fassen und ich habe ganz bestimmt einige eigentlich für mich wichtige und tolle Dinge vergessen aufzuschreiben. Ich hoffe aber, dass ihr dennoch Spaß beim Lesen hattet, der Text ist ja nun doch etwas länger geworden, als üblich 😉

Wer auch Lust auf ein Abenteuer hat, dem kann ich nur empfehlen, die Seite der GORE-TEX Experience Tour im Auge zu behalten. Ich weiß aus erster Hand, dass es im kommenden Jahr um das Thema „Surfen“ gehen wird und auch die zurückliegenden Touren lesen sich allesamt spannend!

Mein Dank

Wie es sich gehört, möchte ich mich zu guter Letzt noch bedanken.
Bedanken zuallererst bei SportScheck, die „ausgerechnet“ meinen Aufsatz zu unserer Liskamm-Überschreitung zum Gewinner gekürt und mir so die Teilnahme an der GORE-TEX Experience Tour ermöglicht haben!
Unser Fotograf Joachim bei der Arbeit Außerdem noch bei allen an der Organisation Beteiligten: Dem Team von GORE-TEX und der PR-Agentur Anorak. Außerdem noch unserem super und super-netten Fotografen Joachim, der sich vorab auch so toll um die Kommunikation mit uns Teilnehmern gekümmert hat! Hier findet ihr übrigens ein kleines Fotoalbum von ihm mit weiteren Bildern der GET. Die meisten der Bilder in diesem Blogartikel sind übrigens von ihm, auch hierfür vielen, vielen Dank!!!
Natürlich auch ein großes Dankeschön an Edurne, die uns so offen und ehrlich von ihren Erlebnissen berichtet hat und sich für kein Foto, Autogramm oder eine Runde UNO zu schade war 🙂
Auch unseren tollen Bergführern der BMG möchte ich danken, die sich so gut um uns gekümmert und alle Teilnehmer heil auf den Berg und vor allen Dingen wieder runter gebracht haben!
Und wo wir schon bei den Teilnehmern sind, was wäre ein solcher Trip ohne sie? Danke auch an alle von euch, die ihr den Trip so unvergesslich gemacht habt! Ihr seid super und ich hoffe, wir sehen uns bald wieder!

Petra, unser Filmstar aus den Niederlanden hat ebenfalls einen Blog zur Balmhornbesteigung gestartet. Sie wurde vorab und während des Trips von einem Kamerateam begleitet. Das Video zur Vorbereitung findet ihr hier. Der zweite Blog kommt von Helena. Und Lars aus Dänemark hat regelmäßig auf seiner Facebook-Seite darüber gepostet. Besucht ihre Seiten gerne auch mal!

Hier noch der Link zum Track in meinem Movescount.com-Profil und der GPS-Track der GORE-TEX Experience Tour 2015:

Download

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Dennis
Dennis
Flachlandtiroler und Bergliebhaber! Im normalen Leben IT’ler, ab und an auch Klettertrainer, aber am liebsten selbst in den Bergen unterwegs. Ob im Fels oder Eis ist eigentlich egal, Hauptsache rauf da!

15 Kommentare

  1. Sabrina sagt:

    Prima, Prima – super Sache! Gratulation zu einem tollen Gipfel!

  2. So well-written and with a sharp eye for detail, Dennis! Geil und Der Hammer! Looking forward to the reunion already!

    (Can I hire you as an editing assistant, by any chance? ;-))

    • dennis sagt:

      Hehe Petra, thanks for your comment! I hope I wrote down all the important details. And of course you can hire me as your climbing guide AND blog editing assistant 🙂

  3. Karo sagt:

    Sehr cooler Bericht und tolle Fotos! Glückwunsch zur spitzen Leistung und das trotz Verletzung! Du bist halt einfach ein zäher Hund. 😀
    LG, Karo

  4. Günther sagt:

    Schick, dass Dein Liskamm-Bericht noch einen Gewinn abgeworfen hat. Die Eindrücklichkeit der Tour letzten August findet sich in Deinem eindrücklichen Bericht wieder, jetzt bist Du nicht allein ein überzeugender Bergsteiger, sondern auch noch ein überzeugender Autor. Glückwunsch und Glückwunsch zu einer gelungenen Gewinntour! Und zur Verletzung sagt der Bayer: A Guada hoits aus, und um an Schlechten is ned schod!
    Herzlich, Günther

    • dennis sagt:

      Hey Günther,

      danke dir für deinen Kommentar, mich freut es auch, dass ich diese einmalige Gelegenheit hatte und dass ich’s ausgehalten hab 🙂 Allerdings ist der Bericht über den Liskamm von Flo, ich habe für den Wettbewerb noch mal selbst einen geschrieben.

      Bis zu unserer nächsten Tour.
      Dennis

      • Norbert sagt:

        Also Floh und Dir nochmals Glückwunsch für den gelungenen Bericht zur Lyskamm-Überschreitung im Sommer 2014. Ich war Anfang der 90er froh, als wir nach der Überschreitung die Westflanke des Lyskamm Occidentale unten waren. Eine meiner beeindruckensten Touren in den Alpen.

        Begleitmusik damals: Genesis, Pink Floyd und Led Zeppelin … so ändern sich die Zeiten ! 🙂

        • dennis sagt:

          Danke, die Tour war schon wirklich ein Highlight, aber das brauche ich dir ja dann nicht zu erzählen 🙂
          Allerdings haben wir auf dem Liskamm selbst überhaupt keine Musik gehört, da haben wir lieber die Stille genossen und unsere Aufmerksamkeit auf den jeweils nächsten Schritt gelenkt.

          • Norbert sagt:

            Das Thema Begleitmusik habe ich in Zusammenhang mit der guten Musik in Eurem Video erwähnt. Auf unseren Touren damals haben wir ebenfalls die Landschaft und die Stille genossen. Ist es nicht auch das, was Bergsteigen ausmacht!

            Tja, und da es in den 80ern eh keine mp3 player und Smartphones gab und ein Walkman (ich glaube der Quantensprung von der Audiokassette zur CD war bereits geschafft 🙂 ) unhandlich und schwer war, gab es halt erst im Auto wieder Musik.
            Man schleppt ja eh schon genug an Ausrüstung mit sich rum.

  5. […] am linken Sprunggelenk. Nach einer Weile schonen und den ersten Testtouren, z. B. auf das Balmhorn stand der Hochtourenurlaub endlich vor der Tür. Wie die ersten Touren verliefen, könnt ihr in den […]

  6. Roland sagt:

    Auch ich war vor Jahren auf dem Balmhorn. eine achöne aber strenge tour die sich allerdings lohnt wie hr alle erfahren habt.
    Bergsteigerische grüsse aus bern
    Roland

  7. […] nun? Eine Woche später will ich eigentlich unbedingt mit zur GORE-TEX Experience Tour in die Schweiz. Ich beknie den Orthopäden, sich was einfallen zu lassen, damit ich mit kann. Bis […]

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