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Auf Messers-Schneide: Die Liskamm-Überschreitung

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Die Tour über den Liskamm – ein Erlebnis in drei Akten

Ich liege in meinem Lager in der Capanna Gnifetti auf 3647m – oder hier im zweiten Stock noch etwas höher – auf einer Matratze auf der wohl schon tausende Bergsteiger vor mir gelegen haben und ähnliche Gedanken hatten, wie ich gerade. Es ist irgendwann nachts um 2 Uhr am 7. August 2014 und ich kann nicht schlafen bzw. döse nur vor mich hin. Vor großen Touren ist es immer wieder dasselbe. Entweder man kann nicht schlafen, da man zu schlecht akklimatisiert ist und Kopfweh hat, oder weil man nervös ist und sich Gedanken über die Tour macht und seine Zweifel hegt. An ersterem liegt es bei mir diesmal nicht. Ich bin nach 2 Wochen jenseits der 2500 Meter sicher bestens akklimatisiert, wie mir unsere Tour heute mit fünf 4000ern in gerade einmal sieben Stunden gezeigt hat.

Der Liskamm wirft seinen Schatten voraus

Es liegt also eher an unserer Tour für heute, der Liskamm-Überschreitung, warum mir das Schlafen schwer fällt. Für Dennis und mich sicher der Höhepunkt unseres Urlaubes, aber auch eine Tour für uns in einem Schwierigkeitsgrad, den es nicht zu unterschätzen gilt. Nervosität vor großen Touren kennt, wie bereits erwähnt, wohl jeder Bergsteiger. Man geht die Route noch mal im Kopf durch, versucht, sich die schwierigen und heiklen Stellen einzuprägen und überlegt, wie man auf Komplikationen reagieren soll. Ich frage mich, ob das Wetter hält, da ein Rückzug auf diesem Grat, auf dem es links rund 1000 Meter in den Abgrund und rechts 500 Meter hinunter geht, quasi unmöglich ist. Die Wettervorhersagen in den letzten Wochen waren so sicher wie das Zölibatsgelübde einer Prostituierten. Es kann eingehalten werden und stimmen, aber es besteht auch eine ehrliche Chance für das Gegenteil. Außerdem denke ich darüber nach, ob wir der Tour wirklich gewachsen sind, schließlich wollen wir ab dem Gratbeginn auf dem Lisjoch seilfrei gehen, um die Gefahr eines sowieso nicht zu haltenden Seilschaftssturzes zu reduzieren. Nachdem Dennis erst ein Jahr Erfahrung auf Hochtouren hat, trage ich bei uns meist die Verantwortung der Einschätzung und da gehören Zweifel selbstverständlich auch dazu. Aber zweifeln gehört zum Bergsteigen eh dazu, denn es ist auch ein gutes Zeichen dafür, dass man kritisch seine persönliche Eignung und die Eignung der Tourenpartner hinterfragt. Über unsere Kondition mache ich mir hingegen weniger sorgen. Wir sind, das haben die letzten Wochen gezeigt, topfit und haben zur Not auch noch ordentlich Reserven.

Liskamm-Traverse

Fast wie eine Erlösung klingelt der Wecker um 4 Uhr und nun beginnt der mittlerweile eingespielte Ablauf. Die meisten Bergsteiger, die man um diese Zeit auf Hütten trifft, sind in sich gekehrt. Sei es aufgrund ähnlichem Fokus wie bei mir, sei es aufgrund der Müdigkeit oder einfach nur der schweigsameren Mentalität vieler Bergsteiger. Jeder geht seinem einstudierten, persönlich optimalen Ablauf nach. Bei mir ist das Anziehen, den gepackten Rucksack endgültig um die Schlafutensilien ergänzen und alles gut verstauen. Am Frühstückstisch versuche ich, mir mit Mühe eine Tasse Kaffee und zwei Scheiben Brot mit Honig reinzuwürgen. Ich wundere mich immer wieder über die Bergsteiger, die um diese Uhrzeit schon einen ganzen Säbelzahntiger verdrücken können. Ich würde da sofort rückwärts essen und das macht auf einem Hüttenpumpsklo oder einer Biotoilette mal echt keinen Spaß, glaubt mir!

Gegen 5 Uhr treffe ich Dennis wieder im Materialraum, wir ziehen unsere Klettergurte und Steigeisen an und seilen uns direkt an, denn schließlich beginnt direkt hinter der Hütte der Gletscher. Die nächsten knapp zwei Stunden und 700 Höhenmeter zum Lisjoch werden uns gut 15 Meter Seil mit fünf Bremsknoten trennen. Gegen 5:15 Uhr betreten wir den Gletscher. Der Körper ist noch nicht wach, der Kopf bereits auf dem Grat, aber die Tour geht endlich los. Langsam aber stetig schnaufen wir vor uns hin und reihen uns in der Karawane Richtung Lisjoch ein, von wo all die 4000er abzweigen, die wir gestern bestiegen haben und welche neben dem Rif. Margherita heute das Hauptziel der meisten sein wird. Die Spur geht erst über den Gletscher und schnell ist man im Gletscherbruch unterhalb der Vincentpyramide. Hier geht die Spur direkt durch einen nachmittäglichen, riesengroßen Nassschneelawinenkegel, der auch vor knapp drei Wochen zwei Todesopfer gefordert hat. Ich denke kurz darüber nach, wie abhängig man in dieser wundervollen, unwirtlichen Bergwelt von diesen Bergriesen hier ist und dass diese einen passieren lassen, verwische aber die Gedanken schnell wieder. Derartige Szenarien schärfen immer wieder meine Sinne und zeigen mir, wie wichtig doch eine gute Tourenplanung ist. Bei sommerlichen Hochtouren sollte man einfach darauf achten, dass man zur Mittagszeit wieder aus dem Gröbsten raus und vom Gletscher runter ist. Wir überholen auf dem Weg die ein oder andere Seilschaft, die sich offensichtlich recht unakklimmatisiert hier hochkämpfen. Wie kann man sich das antuen und ungefährlich ist es auch nicht gerade, denke ich mir und grüße freundlich einen älteren Herren der sichtlich ordentlich pumpt.

Akt 1: Der Weg zum Liskamm Ostgipfel

Aufstieg zum Liskamm Ostgipfel

Gestern habe ich bereits darauf geachtet, wo die Spur Richtung Liskamm Ostgipfel abzweigt. Es war ca. am P4060. Ich gebe Dennis, der heute vorne läuft, kurz ein Zeichen und wir folgen den teilweise bereits verwehten Spuren. Nach insgesamt knapp zwei Stunden sind wir am Fuße des Grates zum Ostgipfel und legen eine zweite, ausgiebige Frühstückspause ein, bevor der ernste Teil des Tages beginnt.

Von da kamen wir...

Wir sprechen nochmals ab, ob für jeden von uns in Ordnung ist, wenn wir seilfrei gehen und starten kurz darauf. Für die nächsten vier Stunden ist nun höggschde Konzentration angesagt. Wie wir bereits von einer Bekannten erfahren haben, die die Überschreitung bereits zwei Tage zuvor gemacht hat, liegt eine sehr gute Spur im gesamten Grat. Dennoch geht es auf allen Seiten steilst nach unten, die Spur ist vor dem Hintergrund der großen Wechten zu prüfen und der Grat wird an einigen Stellen maximal 30 cm breit sein und zum Balanceakt werden. Wir sind beide voll konzentriert und setzen ein Steigeisen kontrolliert vor das andere. Stolpern ist die nächsten Stunden tabu, wenn ich nicht als Gore-Textilklumpen irgendwo am Fuße des Lis- oder Monte-Rosa-Gletschers landen möchte, denke ich mir und stecke meinen Pickel wieder ein Stück höher, um meine Schritte nachzuziehen. Wir sind offensichtlich fit, denn wir kommen zügig voran. Bereits nach einer knappen Stunde stehen wir vor dem finalen rund 45 Grad steilen Gipfelhang und haben bereits einen ordentlichen Teil eines Balanceaktes hinter uns. Der Gipfelhang stellt sich aufgrund des guten Trittfirns top dar und wir stapfen in den Spuren einfach Richtung Ostgipfel hoch, wo wir von einigen Seilschaften mit Bergführer, die am Rif. Quintino Sella gestartet sind, begrüßt werden.

Team abenteuersuechtig auf 4527m - Liskamm Ostgipfel

Auf dieser Höhe und diesem nicht leichten Berg beglückwünscht sich jeder per Handschlag und wünscht sich einen guten Abstieg bzw. Weiterweg. Es beeindruckt mal wieder, dass man nur schwerere Touren machen muss oder etwas abseits vom Rummel kommen, damit man doch noch die ursprüngliche Bergsteigerkameradschaft erfährt, die mich seit meiner Kindheit immer wieder fasziniert. Man trifft einen unbekannten Menschen, weiß nichts über ihn, fällt sich aber in die Arme und beglückwünscht sich und teilt seine letzten Riegel oder eine Tasse Tee miteinander. Ich frage mich in diesem Moment einmal mehr, wie die gleiche Spezies (also wir Menschen) zur gleichen Zeit derart grausam zueinander sein kann, wenn in den Minuten, wo wir uns umarmen doch andere unschuldige Menschen im Gaza-Streifen, in der Ukraine oder im Irak ihr Leben lassen müssen.

Akt 2: Auf Liskamms Schneide

Nach einer ausgiebigen Gipfelrast geht es weiter. Nun beginnt der schwierigste Teil der Tour, die Überschreitung zum Liskamm-Westgipfel. Erstmal geht es etwas entspannter über einen nicht ganz so steilen und schon fast breiten Schneerücken ein paar Höhenmeter nach unten.

Das ganze Walliser Panorama zu Füßen

Der Grat verschärft sich aber schnell wieder und wir stehen wieder auf Messers-Schneide.

Auf Liskamms Schneide

Jetzt pfeift es echt rechts 1000 Höhenmeter senkrecht in den Gletscherbruch runter und links immerhin 500 Höhenmeter in felsdurchsetzte Wände – auch nicht angenehmer. Wir balancieren quasi im Nichts. Die Schneeauflage ist super, der Grat aber auch nur rund 40 cm breit.

Jetzt gut konzentrieren

Bei Vereisung wird dies hier schnell zu einer sehr ernsthaften Angelegenheit. Gut, ernsthaft ist es auch jetzt schon. Wir kommen an eine Stelle, wo der Grat nahezu nicht vorhanden ist. Wir müssen rund 3 Meter auf den Frontalzacken in der Westwand eine Rinne queren. Die Füße stehen auf der einen Seite, mein Eispickel auf der anderen Seite des Grates. Schnee rieselt zwischen meinen Füßen hindurch ins Nichts… Ich denke mir: „Spitze, das ist hier ja echt klasse. Sichern kann man nicht, selbst wenn wir wollten …also musst du da jetzt durch.“ Angst kommt in mir hoch, wobei Angst nicht per se schlecht ist. Angst sorgt beim Bergsteigen dafür, dass man sich absolut fokussiert und sich nur auf das hier und jetzt konzentriert, zumindest sofern man seine Angst kontrollieren kann. Angst hält Bergsteiger quasi am Leben. Ohne Angst würden wir uns wahrscheinlich in jede noch so lebensbedrohliche Situation stürzen. Ich weiß, dass ich das hier kann und so ist auch nach kurzer Zeit diese Stelle gemeistert, aber Entspannung noch längst nicht in Sicht.

Flo am traversieren des Liskamm

Der Grat wird immer schmäler und wir kommen zur ersten Schlüsselstelle, einem Felsriegel im unteren III-Grad.

1. richtige Schlüsselstelle Liskamm-Traverse

Wir erklettern diesen allerdings sehr zügig seilfrei, das war für uns dann doch die kleinere Übung.

Steep chill

Kurz danach das große Verblüffen. Nochmals ein nicht vorhandener Grat und wieder eine Querung. Diesmal liegt allerdings ein Fernsehgroßer Felsblock, der an seinen Seiten vereist ist dazwischen. Wie gerne hätte ich jetzt eine Feder wie bei Super Mario und würde über dieses Hindernis fliegen. Ich stehe etwas ahnungslos vor dem Klumpen Fels und denke mir, wie dich doch ein 80cm hoher Fels aufhalten kann, wenn es links und rechts ins Nichts geht. Wieder Angst, dann Konzentration, dann Fokus…ein Steigeisen in die kleine Felsrinne des Blocks, testen, ob es sitzt… passt, sitzt, wackelt und hat Luft unterm Arsch. Das nächste Eisen gekonnt auf den kleinen Absatz des Blocks gehievt und schon war man mit etwas stützen wieder auf dem schönen Schneegrat, auf den ich mich nach dieser Einlage sogar gefreut habe.

Kurz danach stehen wir glücklich nach gut einer Stunde auf dem Westgipfel und genießen das Panorama und den Blick zurück.

Liskamm Ostgipfel - bereits viel gschafft

Ein Blick auf meine Uhr zeigt mir, dass wir sehr zügig unterwegs sind und ein Blick in den Himmel, dass das Wetter sicher halten wird. Dies ist der Vorteil hier oben. Man blickt von rund 4500 Meter in nahezu alle Richtungen und fast alle Berge sind niedriger als man selbst. Wie muss dies erst auf den hohen Bergen dieser Welt sein? Dadurch erkennt man auch schnell einen Wetterumschwung oder Quellwolken, die sich auftürmen und wird nicht so schnell von schlechtem Wetter überrascht.

Akt 3: Der Abstieg vom Liskamm Westgipfel

Erste Entspannung setzt bei mir ein. Wir fallen uns in die Arme und beglückwünschen uns. Diesmal sind wir ganz alleine und genießen es. Nach einem Riegel, etwas Tee und ein paar Fotos machen wir uns an den Abstieg.

Da geht's runter!Aussicht auf Monte-Rosa Gipfel

 

Der Abstieg vom Westgipfel ist wieder etwas einfacher. Der Grat wird breiter und wir sind zügig wieder auf dem Gletscher, wo wir uns endgültig in die Arme fallen.

Dennis am Liskammgrat

Das ist das Schöne nach derartigen, schwierigeren Touren, die an den Nerven zehren. Man ist stolz, erleichtert und glücklich, wenn man es geschafft hat und der ganze Druck fällt von einem ab, was nach dem ganzen Adrenalin für den Körper nahezu wie ein drogenähnlicher Zustand ist. Wir seilen uns wieder an und schlendern zum Felikjoch. Von Joch zu Joch in gut 4 Stunden. Das ist eine gute Zeit für die Liskamm-Überschreitung und ich bin etwas stolz über unsere Art der Tour. Schließlich waren wir an diesem Tag die einzigen, die ohne Bergführer unterwegs waren.

Gletscherbalett

Wir überlegen, ob wir nochmals den Castor besteigen sollen, schließlich scheint das Wetter noch ganz gut zu sein, auch wenn es bereits stärker bewölkt ist und für heute Nachmittag Gewitter angekündigt sind. Wir haben aber erst kurz nach zwölf Uhr, also entschließen wir uns, dem Castor nochmals eine Chance zu geben, uns bei schönem Wetter zu begrüßen. Als wir aber die ersten 100 Höhenmeter gemacht haben, stehen wir auch prompt derart in der Suppe, dass wir uns entscheiden, nun doch sofort zum Rif. Quintino Sella abzusteigen.Ein nichtssagendes Nebelfoto vom Castor haben wir ja schon….ein zweites brauche ich sicher nicht.

Gegen 13:30 Uhr kommen wir nach rund 8 Stunden etwas erschöpft aber sehr happy auf der Hütte an und gönnen uns ein Siegerbier, oder auch zwei oder drei oder….

Den Rest des Abends habe ich dann auch vergessen. Der Siegerschnaps oder waren es zwei oder drei oder….war dann wohl doch zu viel. 😉

Update: Video zur Liskamm-Überschreitung

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Flo
Flo

22 Kommentare

  1. Sabrina sagt:

    Hi,

    das klingt nach einer genialen Tour. Gratulation dazu!

    Wir haben vom Castor aus bereits drauf geschaut und uns diese Tour mit den Ski vorgenommen! 🙂

    Mal schauen, wann es uns wieder dort hin bringt!
    LG aus Salzburg, Sabrina

    • flo sagt:

      Hey Sabrina,
      mit Skiern klingt das auch recht spannend, man muss die allerdings dann den ganzen Grat mitschleppen. Das Monte-Rosa-Massiv bietet sich aber sicherlich für grandiose Skihochtouren an. Hoffe wir gehen auch mal gemeinsame Touren, sodass wir uns auch mal persönlich kennenlernen.
      LG aus Mainz,
      Flo

  2. Felicitas sagt:

    einfach genialisch und wunderschön!!!!

    • flo sagt:

      Danke Felicitas, wir freuen uns immer, wenn wir andere mit unseren BLogbeiträgen begeistern können und wünschen dir weiterhin viel Spaß beim lesen.
      LG Flo

  3. Erika sagt:

    Hallo ihr zwei!!

    Eine geniale Tour habt Ihr Euch da ausgesucht, da kribbelts mir aber sowas von in den Fü§en! Richtig cool!

    Das mit der Berkameradschaft empfinde ich auch so. Auf einsameren Gipfeln begegnet man sich völlig anders – man ist sofort per Du, hat viel Respekt und Wohlwollen für die anderen, hat sofort was zu quatschen und teilt ohne darüber nachzudenken… Mach das mal in der U-Bahn in einer fremden Stadt 😀 Ist doch schön, dass wir als Bergsteiger sowas erleben können.

    Weiterhin viel Spaß in den Bergen! Wir sehn uns im Winter zum nächsten Bloggertreffen, hoffe ich!

    Liebe Grüße aus Flatanger,
    Erika

    • flo sagt:

      Hi Erika,
      da sind wir mal wieder einer Meinung! Ihr habt ja offensichtlich auch eine grandiose Zeit auf eurem Trip. Im nächsten Winter sehen wir uns auf jedenfall für die ein oder andere Skitour. Und nächstes Jahr gehen wir dann auch das gemeinsame Klettern mal an, auch wenn ihr beiden uns wahrscheinlich sowas von nass machen werdet nach eurem Trip. 😉
      Lg aus Mainz
      Flo

  4. Günther sagt:

    Hallo ihr zwei,
    das Video zeigt toll die Grandiosität und Herausforderung der Tour. Dafür, dass ihr erst kurze Zeit in den Westalpen gewesen seid, habt ihr eine der ganz großen Touren gemacht. Glückwunsch und alle Achtung! Ihr hattet ideale Verhältnisse, gute Schneeauflage, gute Spur, „richtiges“, d.h. verlässliches Gehen, es sah auf dem Video nirgends so aus, als wärt ihr überfordert (ist ja auch wichtig bei einer solchen Tour). Seilfrei war auch die bessere Lösung, denn sichern kann man da oben so gut wie nicht. Das Seil hätte rein psychologische Wirkung, die sicheres Gehen produziert, was für Bergführerkunden wichtig ist, euch aber nichts bringt. Sehr schnell ward ihr ja auch.
    Ich weiß nicht, ob ich euch noch einmal solche Flöhe ins Ohr setze, wenn ich dann wegen Krankheit heimfahren muss – und ihr die Traumtour macht…
    LG Günther

    • dennis sagt:

      Hey Günther,

      danke, danke, das sind ja richtige Lobgesänge und das von einem so erfahrenen Bergsteiger wie dir. Danke für die Blumen, wir fühlen uns wirklich geehrt!
      Schade, dass du nicht dabei warst, die Tour hätte dir sicher auch getaugt. Aber wir werden ja sicherlich noch die eine oder andere tolle Tour angehen.
      Und wegen der Flöhe… immer her mit neuen Ideen 🙂

      LG
      Dennis

  5. Norbert sagt:

    Hallo Ihr Beiden und Hut ab!

    Grandiose Bilder von einer der schönsten Überschreitungen der Alpen. Von diesen Eindrücken werdet Ihr noch lange zehren.
    Ich bin zufällig durch YouTube auf das Video gestoßen und habe die gut 19 Minuten genossen .. und teilweise geschmunzelt.
    Erinnert mich an meine Touren mit meiner Ehefrau in den 80-ern und 90-ern rund um Zermatt und Saas Fee.

    Eine klassische Hochtour für die Sommermonate und den frühen Herbst.

    Als Skitour empfehlenswerter sind da eher die Gipfel von der Ludwigshöhe über Dufourspitze bis zum Nordend.
    Mit dem Ausgangspunkt Monte Rosa-Hütte warten da im Frühjahr wirklich schöne Abfahrten … und beeindruckende Spaltenzonen !

    Grüße aus dem Rheingau … am Fuße des westlichen Taunus-„Hauptkamms“ ! 🙂

    • dennis sagt:

      Hallo Norbert,

      erst mal ein großes Dankeschön für deinen Kommentar!
      Solche Rückmeldungen sind der beste Lohn für uns Blogger und spornen uns an, immer fleißig weiter über unsere Touren zu planen.

      Tatsächlich war die Tour wunderschön, auch wenn ich in meinem noch jungen Bergsteigerleben noch nicht so viel gesehen habe. Aber nichts desto trotz kann man die Messlatte ja ruhig ein wenig höher anlegen 🙂

      Dein Kommentar liest sich so, als hättest du bzw. ihr auch schon einiges hinter euch. Für mich, der dieses Jahr erst vom Snowboard auf Ski umsteigen wird, dürfte es noch ein wenig dauern, bis ich die großen Gipfel des Monte Rosa Massivs als Skitour angehen kann. Aber das ist dann wohl eher Ansporn als Entmutigung, die Sache möglichst schnell zu lernen.

      Schau doch einfach hin und wieder mal bei uns vorbei, wir haben noch viel vor und auch noch ein paar andere, schöne Videos, die nur darauf warten endlich geschnitten und online gestellt zu werden.

      Grüßt uns den westlichen Taunus-Hauptkamm 🙂
      Dennis

  6. Norbert sagt:

    Na dann schon mal viel Erfolg beim Umgang mit den beiden langen Latten !

    Hier noch ein kleiner Vorgeschmack auf das, was dann so auf Euch zu kommt … 🙂

    https://www.youtube.com/watch?v=oP1Eik2cHmE

  7. Martin sagt:

    Pfoah, ich habe mich erstens in die Tour an sich und zweitens in das zweite Bild verliebt. Wenn es draußen nicht so kalt wär, würd ich glatt dahin schmelzen. Wobei, sitz ja eh im Zimmer…
    Cooler Blog, kommt auf die Watch-List.
    Und nächstes Jahr in den Rückblick. 😉
    Ein gutes Neues, alles Liebe
    Martin

  8. […] Der Grat selbst ist doch sehr ausgesetzt und kommt mir an manchen Stellen auch luftiger als am Liskamm vor. Insbesondere die häufigen Unterbrechungen durch Felsriegel und der damit verbunden Kletterei […]

  9. […] Mein Favorit ist der Artikel über unsere Liskamm-Überschreitung im vergangenen Jahr. Das war für mich eine der tollsten Touren überhaupt und deshalb lese ich ihn […]

  10. […] habt ihr schon mal den Artikel unserer Liskamm-Überschreitung gelesen oder euch das dazugehörige Video angeschaut. Skifahrerisch hat’s der Kerl in dem […]

  11. […] unserer Liskamm-Überschreitung oder der Mont Blanc Überschreitung gab es ebenfalls die eine oder andere Situation, in der nicht […]

  12. Susi sagt:

    Hi Flo!

    Ich habe die Tour mit meinem Freund vor einigen Wochen gemacht. Mir sind am Vorabend ähnliche Gedanken durch den Kopf gegangen und ich bin völlig schlaflos in den Grat eingestiegen. Wir sind die Traverse ebenfalls seilfrei, aber von West nach Ost gegangen. Anders als du schreibst, habe ich dieses Jahr nicht den Teil zwischen den beiden Lys-Gipfeln, sondern de Abstieg vom Ostgipfel für den Kopf als richtig hart empfunden. Der Grat war hier teilweise so schmal, dass man die Füße voreinander setzten musste und keinen Platz mehr für das Setzen des Pickels hatte. Ich war nach der Tour mental richtig fertig. Drei Stunden volle Konzentration und der Gedanke, dass bei einem Fehler alles vorbei sein kann, setzen einem doch ziemlich zu. Umso erlösender war dann die Vollendung der Traverse.

    Alles Liebe,

    Susi

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